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AVIVA-BERLIN.de im Juli 2018 - Beitrag vom 10.10.2002

Kira Dogma7
Meike Bölts

Kira thematisiert Fragen um Normalität, Konventionalität und die große Liebe



Die Geschichte ist schnell erzählt: Kira ist Anfang Dreißig und wird aus der Psychiatrie entlassen. Ihr Mann Mads ist wild entschlossen, die vorherige Familienidylle mit den beiden Kindern wieder aufleben zu lassen. Doch Kira - "Ich bin nur ein kleines bisschen verrückt" - droht an den Konventionen eines bürgerlichen Lebens zu zerbrechen.

Madsen, Stengade und Mikkelsen arbeiteten bereits für die Serie "The Spider" erfolgreich zusammen. Mit Kira hat Madsen sich nun den Regeln von Dogma verpflichtet. Dieses 1995 von Thomas Vinterberg und Lars von Trier in Kopenhagen gegründete Kollektiv hat sich unter anderem folgenden Regeln verschrieben: Sie verpflichten sich Farbfilme ohne künstliches Licht und eingespielte Musik zu drehen. Bild und Ton müssen synchron und an Originalschauplätzen unter Verwendung von Handkameras aufgenommen werden.

Im Gegensatz zu den bisherigen Dogma-Filmen inszenierte Madsen eine Geschichte für lediglich zwei Personen. Mit Stengade und Mikkelsen konnte er die beiden Rollen von Kira und Mads grandios besetzen.

Kira, das ist bedingungslose und verletzende Nähe ohne Pathos. Während viele amerikanische Produktionen Nähe und Emotionalität durch Nacktheit vorgaukeln, sind dies in Kira gerade die Momente von Distanz. Das sanfte Ertasten eines Gesichtes, das Streicheln des Haares und ein Blick voller Offenheit hingegen lassen das Publikum erschauern!

Die Kameraführung von Jørgen Johanssen - "Italienisch für Anfänger" - ist beobachtend und nahe, aber nie aufdringlich oder entblößend. Mit einer Digi-Beta-Handkamera fängt er die einzelnen Szenen sicher ein.


Kira thematisiert Fragen um Normalität, Konventionalität und die große Liebe: Zwei Menschen verletzen einander immer wieder unendlich und können nicht voneinander los lassen. Wieder mal ein hervorragender skandinavischer Film!
Regisseur: Ole Christian Madsen
HauptdarstellerInnen: Stine Stengade, Lars Mikkelsen
Dänemark 2001
Arsenal Filmverleih
92 Min.
voraussichtlicher Bundesstart ist am 24. Oktober 2002.

Kultur Beitrag vom 10.10.2002 AVIVA-Redaktion 





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