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AVIVA-BERLIN.de im Juli 2018 - Beitrag vom 29.06.2003

Feardotcom - jemand animiert Sie zum Zusehen. Lassen Sie es lieber...
Gerlinde Behrendt

Nach dem Besuch einer geheimnisvollen Internetseite sterben die BesucherInnen innerhalb von 48 Stunden: Warum eigentlich?



Ein Irrer treibt sich herum. Er filmt seine Folteropfer per Digicam und überträgt die Ergebnisse ins Internet. Das sollte er lieber nicht tun, denn im Internet verwebt sich seine böse Tat und bildet einen Rachegeist heraus. Das ist jedenfalls die Theorie eines Wissenschaftlers, der sich mit künstlicher Intelligenz befasst. Befragen kann man den Mann allerdings nicht mehr, er wird gleich zu Beginn des Films getötet. Ein kleines weißblondes, ballspielendes Mädchen scheint eine nicht unerhebliche Rolle zu spielen. Der Polizist Mike Reilly (Stephen Dorff) muss eine Reihe bizarrer Todesfälle aufklären, die ein gemeinsames Merkmal haben: alle Getöteten haben zuvor die Internet-Seite feardotcom gesehen. Da Ebola-Infektionsverdacht besteht, wird die Beamtin der Gesundheitsbehörde Terry Huston (Natasha McElhone) hinzugezogen. Bald wird klar, dass die beiden den Fall nur aufklären können, indem sie sich selbst die Seite anschauen.

Der Film ist wohl nur für "Splatter"-Fans einigermaßen erträglich. Die New Yorker Atmosphäre ist regnerisch, düster-trashige Wohnungen, "industrial" Ambiente und maßvoll eingesetzte special effects bilden den Hintergrund-Look des beklemmenden Films, in dem die Akteure lange Zeit ohne zündende Idee herumirren müssen. Lange Zeit, in der der Film sich mit der Darstellung der Folterungen an den gefangenen Frauen aufhält. Unverzeihlich sind einige fundamentale dramaturgische Schwächen. Am Ende des Films muss der polizeiliche Aufklärer einen Trick anwenden, um den monströsen Killer zur Strecke zu bringen, aber die Unklarheiten des Films, vor allem die Geschichte des Opfers/Rachegeistes, hat er damit längst nicht bewältigt.

Fazit:
Eine Frau will zum Film. Der Täter lockt sie mit dem Versprechen, sie zu filmen. Sie kommt in sein Studio, er ermordet sie und filmt ihr Sterben. Klingelt es? Ja, "Peeping Tom", der Filmklassiker mit Karl-Heinz Böhm. Sollte das die Internet-Version davon werden? Dann gibt es die Note: mangelhaft.
Um es gleich vorweg zu sagen: Gewalt in Filmen ist manchmal ein intelligenter Aspekt zur Aufzuklärung und Befreiung. Aber in diesem Fall? Frauen sind wieder mal Opfer männlicher Killerphantasien und voyeuristischer Instinkte, das ist ein mittlerweile ziemlich abgestandenes Hollywood Klischee und wird nicht besser, wenn man ein wenig neue Technologie überstülpt. Es gibt böse Seiten im Internet, die man sich lieber nicht ansehen soll? Etwa solche Seiten, wie die Musik-Tauschbörse Napster? Darüber können wir nur wahlweise lachen oder heulen.
Und selbst wenn am Ende die Frau als einzige einen klaren Kopf behält, auch das wirkt in diesem Film seltsam klischeehaft. Trotz nervenzerfetzender Schocks ist das ein langweiliger Film. Sollen wir uns noch über irgendwas aufregen? Ist eigentlich Energieverschwendung.....

Kultur Beitrag vom 29.06.2003 Gerlinde Behrendt 





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