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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 06.02.2004

believers drei Orte blau
Sabine Grunwald

Die Galerie Laura Mars Grp. zeigt vom 10. Februar bis 12. M√§rz 2004 eine k√ľnstlerische Kooperation von Eva Maria Ocherbauer und Katharina Schmidt



Die beiden K√ľnstlerinnen Eva Maria Ocherbauer und Katharina Schmidt vertreten unterschiedliche Ans√§tze, um scheinbar Allt√§gliches zu einem formalen Experiment zu transformieren. Trotz der Unterschiede pr√§sentiert sich "believers drei Orte blau" als gemeinschaftliche Rauminstallation.

Katharina Schmidts Arbeit "3 Orte" zeigt Ansichten von Geb√§uden und R√§umen in Hoyerswerda, Toulouse und Sophia. Wir erhalten Einblick in eine Sporthalle, sehen die Fassade eines Plattenbaus und die Ansicht einer Kirche, die sich √§hnlich einer ornamentalen Siebdruck-Tapete √ľber die W√§nde zieht.

Die Auswahl ihrer Motive, auf Reisen fotografiert, beruht auf wenigen, aber bestimmten Kriterien. Sie malt Aquarelle und montiert diese dekorativ in ihre Installationen. Die abgelichteten Objekte scheinen wenig spektakulär, fast öde. Ihre geographische Herkunft liegt im Dunkeln, sie zeigen sich bar jeder städtischer Infrastruktur und persönlicher Erinnerung.
Innen- und Au√üenarchitektur dienen als Folie f√ľr formale Fragen: "Ist dieser Ort in Blau vorstellbar? In welchem Verh√§ltnis stehen Schr√§gen und Geraden zueinander?" Die K√ľnstlerin legt sich nicht auf eine g√ľltige Definition von Wirklichkeit fest, sondern bietet M√∂glichkeiten der Interpretation an. Orte und Geb√§ude in Wei√ü und Blau evozieren Wahrnehmungen und Erinnerungen, die sich in unendlicher Wiederholung auf einer Tapete wieder finden.

Die "3 Orte" bilden den Hintergrund f√ľr Eva Maria Ocherbauers "Believers" F√ľr diese Portrait -Serie fotografierte die √∂sterreichische K√ľnstlerin zw√∂lf Personen aus ihrem Bekanntenkreis. Sie sollten sich w√§hrend der Aufnahme intensiv auf etwas konzentrieren, an das sie fest glauben. Der Gedanke, wahrnehmbar in ihrem individuellen Gesichtsausdruck, wird digital heraus gearbeitet und zu einer fast physischen Pr√§senz verdichtet. Die merkw√ľrdig k√∂rperlos und transparent erscheint. "Believers" pr√§sentieren sich als spirituelle Wesen, w√§hrend die Individualit√§t der Portr√§tierten maskenhaft aufgeschminkt wirkt. Auf die Umrisse des Kopfes reduziert, von allen Falten und Spuren des Lebens befreit, bezeichnen die Portraits ein Paradox:
Unter dem idealisierten Abbild ist das gelebte Leben zu entdecken - so verletzlich und klar, dass es nicht zu verbergen ist.




LAURA MARS GRP.
Sorauerstraße 3
10997 Berlin
Tel/Fax: 030-61074630
Ausstellungsdauer:
10. Februar - 12. März 2004
√Ėffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag 12-19 Uhr u. n. V.
www.lauramars.de/display


Kultur Beitrag vom 06.02.2004 Sabine Grunwald 





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