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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 12.08.2004

Cabin Fever
Tatjana Zilg

Horrorfilm mit besorgniserregendem Thema: F├╝nf junge Leute werden in einer abgelegenen Waldh├╝tte vom Grauen ├╝berrascht, als ein hautzerfressender Virus den Tod in ihre unmittelbare N├Ąhe bringt



In ausgelassener Partystimmung fahren das P├Ąrchen Paul (Rider Strong) und Karen (Jordan Ladd) mit ihren Freunden Jeff (Joey Kern), Marcy (Cerina Vincent) und Bert (James DeBello) in ihrem Pick-Up-Truck durch die Wildnis Kanadas.
Sie wollen ein Wochenende voll Sex, Alkohol und Spa├č in einer Waldh├╝tte verbringen. Der sch├╝chterne Jeff hofft endlich mit der bildh├╝bschen, aber unnahbaren Marcy anb├Ąndeln zu k├Ânnen. Als sie kurz vor ihrem Ziel an einem Gemischtwarenladen anhalten, kommt es zur ersten erstaunlichen Begegnung mit den Eigenheiten dieser Gegend: Ein unschuldig aussehendes M├Ądchen beisst den nervenden Bert grundlos in die Hand, worauf sie vom ├Ąltlichen Ladenbesitzer als St├Ârenfriede beschimpft werden. Dennoch sind die f├╝nf Freunde nicht sonderlich irritiert und nehmen kurz darauf ausgelassen die Waldh├╝tte in Besitz. Bald geht jeder seinen Priorit├Ąten nach: Paul und Karen werfen sich sofort aufs Bett, Jeff versucht am See herauszufinden, ob er Marcy erobern kann und der leicht dickliche Bert streunt durch den Wald.

Bert ist der Aufr├╝hrer unter den F├╝nfen. Mitten im Wald spielt er mit Feuer und schie├čt durch die Gegend, als er Wild im Geb├╝sch vermutet. Doch er hat einen Menschen getroffen. Ein etwa f├╝nfzigj├Ąhriger Mann kommt blutverschmiert auf ihn zugetorkelt. Bert begreift schnell, dass es nicht nur die Schusswunde ist, die den Mann unertr├Ągliche Schmerzen bereitet. Die Haut ist von einem Virus zerschunden. Obwohl Bert verspricht, Hilfe zu holen, fl├╝chtet er zur├╝ck zu den andern und vergisst die Sache. Aber in der Nacht taucht der Mann an der H├╝ttent├╝r auf, um eindringlich nach Hilfe zu fragen. V├Âllig ver├Ąngstigt dr├Ąngen die Jugendlichen ihn aus dem Haus. Im Handgemenge z├╝nden sie den Mann an, der grauenvoll stirbt.

Wie zu erwarten, greift der Virus schnell um sich. Als erstes beginnt sich die Haut der zierlichen Marcy aufzul├Âsen. Die Reaktion ihrer Freunde ist erschreckend egoistisch: Um die Ansteckungsgefahr zu minimieren, verbannen sie ihre Gef├Ąhrtin f├╝r die n├Ąchste Nacht in den Holzschuppen, wo sie sp├Ąter von einem bissigen Sch├Ąferhund zerfetzt wird. Dies ist das Interessanteste an dem folgenden blutigen Kampf mit dem todbringenden Virus: Welche Strategie jeder einzelne Charakter anwendet, um der Infektion zu entgehen, wobei der Glaube an menschliche Solidarit├Ąt demontiert wird.

Der Hautvirus, der in "Cabin Fever" Angst und Schrecken verbreitet, existiert in der Realit├Ąt: Das Bakterium "Nekrotisierende Fasziitis" l├Âst k├Ârpereigene Gifte aus, die den menschlichen K├Ârper innerhalb von 24 Stunden aufl├Âsen k├Ânnen. In den USA infizieren sich j├Ąhrlich mehr als 1500 Menschen mit sogenannten "nekrotisierenden Fasciitis", einer Art fleischfressender Streptokokken.

Der Regisseur Eli Roth war mit 19 Jahren selbst von einem Virus betroffen, als er sich auf einer Pferdefarm beim Arbeiten im Schuppen eine Hautinfektion des Gesichtes zuzog.
"Mitten in der Nacht bin ich aufgewacht und musste mich kratzen. Als ich meine Hand anschaute, hatte ich Hautfetzen unter den N├Ągeln. Beim Rasieren am n├Ąchsten Morgen hat sich meine Gesichtshaut halb abgel├Âst. Ihrem geschockten Gesichtsausdruck nach zu urteilen, hatte meine Haut├Ąrztin so etwas niemals zuvor gesehen. Sie gab mir eine stereoidhaltige Creme und gl├╝cklicherweise heilte das ganze innerhalb weniger Tage. Kurz nach meiner Hautgeschichte fand ich einen Artikel ├╝ber fleischfressende Viren, die Menschen in weniger als 24 Stunden vertilgen."

Mit "Cabin Fever" gab Eli Roth sein Regiedeb├╝t und gr├╝ndete Dragonfly Entertainment. Er graduierte an der NYU School, wo er mit seinen Abschlussfilm "Restaurant Dogs" (1995) einen Studenten Oskar gewann. In den USA wurde "Cabin Fever" zu einem der erfolgreichsten Horrorfilme des Jahres 2003.

Aviva-Tipp: "Cabin Fever" ist ein Horrorfilm, der alle genretypischen Elemente verwendet - viel Blut, herausquellende Eingeweide, zerfetzte K├Ârper. ├ťber den Haut-Virus erf├Ąhrt die Zuschauerin/der Zuschauer dabei nicht viel. Positiv ist, dass die Handlung durch einige Szenen schwarzen Humors aufgeheitert wird, die an die Handschrift David Lynchs angelehnt sind. Insgesamt jedoch zu wenig, um den Film sehenswert zu machen.




Cabin Fever
Regie: Eli Roth
Drehbuch: Randy Pearlstein, Eli Roth
DarstellerInnen: Rider Strong, Jordan Ladd, Joey Kern, Cerina Vincent, James De Bello, Aire Verveen
USA 2002
Verleih: Tiberius Film
Kinostart: 29.07.04


Kultur Beitrag vom 12.08.2004 AVIVA-Redaktion 





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