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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 31.07.2005

Tanz im August 2005
AVIVA-Redaktion

Das gr√∂√üte internationale Tanzfestival Deutschlands zeigt vom 11. - 30. August 2005 die Vielfalt und √§sthetische Bandbreite des zeitgen√∂ssischen Tanzes in √ľber 20 Produktionen.



Hochsommer in der Metropole.
Wie jedes Jahr verlockt das gr√∂√üte Tanzfestival Deutschlands "Tanz im August - Internationales Tanzfest Berlin" auch in seiner 17. Auflage dazu, die Vielfalt und √§sthetische Bandbreite des zeitgen√∂ssischen Tanzes in √ľber 20 Produktionen zu erleben. Vom 11. - 30. August werden Auff√ľhrungen, Installationen, Filme, Lectures, Diskussionen und ein Fortbildungsprogramm f√ľr Profis pr√§sentiert. Das k√ľnstlerische Leitungsteam der TanzWerkstatt Berlin (Ulrike Becker / Andr√© Th√©riault) und des Hebbel am Ufer (Bettina Masuch / Matthias Lilienthal) setzt mit dem diesj√§hrigen Programm zwei inhaltliche Schwerpunkte: zum einen die Begegnung, Auseinandersetzung und Interaktion von klassischem und zeitgen√∂ssischem Tanz zum anderen eine Reihe von Auff√ľhrungen, die das Verh√§ltnis von K√∂rper und Raum neu ausloten.

Er√∂ffnet wird das Festival mit dem St√ľck bODY_rEMIX/gOLDBERG_vARIATIONS der kanadischen Choreografin Marie Chouinard, einer Ode an die verletzliche Sch√∂nheit und Virtuosit√§t des K√∂rpers. Ausger√ľstet mit Spitzenschuhen, Kr√ľcken, Prothesen, Seilen und behindert durch Stangen erschaffen 10 brillante T√§nzerInnen bizarre K√∂rperbilder von gro√üer √Ąsthetik.

In Zusammenarbeit mit dem Staatsballett Berlin werden J√©r√īme Bel, Xavier Le Roy & Eszter Salamon, Dana Caspersen & William Forsythe und Vladimir Malakhov ihre Arbeiten an einem Abend in der Staatsoper Unter den Linden pr√§sentieren.
Das Solo V√ČRONIQUE DOISNEAU von J√©r√īme Bel ist eine Hommage an die zahllosen anonymen Corps de ballet-T√§nzerinnen, die nie zu verehrten Primaballerinen werden. GISZELLE von Xavier le Roy und Eszter Salamon sampelt ikonografische Bilder der Popkultur und des romantischen Balletts mit den Mitteln des Kinos. THE THE von Dana Caspersen und William Forsythe ist ein komplexes sinnliches Duett: ein Gespr√§ch der Gliedma√üen, ein pr√§zise verflochtener Dialekt der Sch√∂nheit. Zum Abschluss des Abends tanzt Vladimir Malakhov ein Solo, dessen Titel jedoch noch eine √úberraschung bleiben soll. Das gemeinsame Programm dieses Abends ist Ausdruck der gewachsenen gegenseitigen Neugier und √Ėffnung zwischen Ballett und zeitgen√∂ssischen Tanzkonzepten.

Viele der eingeladenen Produktionen arbeiten mit außergewöhnlichen Raumkonzepten: Die Forsythe Company ist mit der Performance-Installation YOU MADE ME A MONSTER im Festival zu Gast.
Eine weitere radikale Begegnung von Bildender Kunst und Tanz markiert die Deutschlandpremiere von Maguy Marins St√ľck UMWELT. Neun Personen werden hier von einer Windmaschine durch ein labyrinthisches B√ľhnenbild gejagt - ein visuell faszinierendes, sich auch politisch verstehendes Bild unserer (Um)Welt das in Frankreich f√ľr Furore sorgte.
Die Installation APPEARING ROOMS von Jeppe Hein besteht aus einem per Zufallsprinzip gesteuerten Wasserpavillon, der auf den Betrachter als Akteur setzt.
Die in Berlin lebende polnische K√ľnstlerin Katarzyna Kozyra konzentriert sich in ihrer Videoinstallation FACES ganz auf die Gesichter der T√§nzer Storm und Marie-Claude Pietragalla.
Mit einem Rundgang zu ausgewählten Orten in Berlin und Gesprächen betreiben der Choreograf Paul Gazzola und der Architekt Christian Teckert in TRANSPARENCY eine intensive Recherche der Inszenierung des öffentlichen Raumes.
Weiteres Highlight ist das Gastspiel der Batsheva Dance Company aus Israel. In MAMOOTOT sitzen die ZuschauerInnen an den vier Seiten eines B√ľhnenfeldes. Die emotionsgeladenen, spannungsreichen, erotischen und rasanten Beziehungen zwischen den T√§nzerInnen √ľbertragen sich unmittelbar aus der Bewegung heraus auf das Publikum.

Wie jedes Jahr l√§dt das Festival auch junge ChoreografInnen ein wie z. B. Julia Cima, die in VISITATIONS eine k√∂rperliche Konfrontation mit 100 Jahren Tanzgeschichte unternimmt oder Olga de Soto, deren Projekt HISTOIRE(S) sich Jean Cocteaus Ballett LE JEUNE HOMME ET LA MORT √ľber die Erinnerungen von ZuschauerInnen n√§hert, die die Premiere 1946 miterlebt haben.
Auch im Rahmen des diesj√§hrigen Filmprogramms findet sich die Auseinandersetzung mit diesem legend√§ren Ballett wieder. Gezeigt werden zwei ungew√∂hnliche Filmdokumente in der Regie von Kenneth Anger und Roland Petit. Au√üerdem sind zu sehen: AMELIA von √Čdouard Lock, MM IN MOTION von Claire Denis, VERS MATHILDE von Vivian Ostrovsky und SOMEWHERE IN BETWEEN von Pierre Coulibeuf.

Soviel kann man versprechen: Das diesj√§hrige Festival Tanz im August pr√§sentiert hochkar√§tige Compagnien, virtuosen Tanz und auch noch einige Geheimnisses, die gel√ľftet werden wollen, wie in dem Projekt OHNE TITEL, das den Namen seines Autors nicht verr√§t.


Das komplette Programm und weitere Informationen: www.tanzimaugust.de
Tickets : 030 247 49 777 & 030 259 004 27

Kultur Beitrag vom 31.07.2005 AVIVA-Redaktion 





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