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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 07.12.2005

Waiting for the Clouds
Karin Effing

Yesim Ustaoglu begleitet in ihrem neuen Spielfilm Ayshe. Die sich aus Trauer ├╝ber den Tod der Schwester zur├╝ckzieht und sich ihrer Vergangenheit als pontische Vertriebene stellt.



Die 60-j├Ąhrige Ayshe lebt w├Ąhrend der 70er Jahre mit ihrer kranken Schwester zusammen in einem t├╝rkischen Fischerdorf. Z├Ąrtlich und liebevoll pflegt sie die schwerkranke Frau bis diese stirbt. Die Zur├╝ckgebliebene kommt ├╝ber den Tod der Vertrauten nicht hinweg und zieht sich immer mehr von der d├Ârflichen Gemeinschaft zur├╝ck. Nur Mehmet, der 10-j├Ąhrige Nachbarsjunge, bleibt in Kontakt mit ihr. Er liebt es, ihren geheimnisvollen und am├╝santen Geschichten zuzuh├Âren. Mit seinem Freund Chengiz, der ein Vagabundenleben f├╝hrt, ist er auf der st├Ąndigen Suche nach dessen Vater.
Als sich die Leute aus dem Dorf auf den Weg ins Hochland machen, um eine Hochzeit zu feiern, folgt auch Ayshe dem Zug, der aus Menschen und Tieren, wie K├╝hen und Schafen, besteht. An den Feierlichkeiten nimmt sie jedoch nicht teil und verbarrikadiert sich in ihrer Trauer um die Schwester. Sie kehrt mit den anderen nicht ins Dorf zur├╝ck, sondern bleibt allein in der kargen Landschaft.
W├Ąhrenddessen kommt ein Fremder ins Dorf. Ist es ein russischer Spion, fragen sich Mehmet und Chengiz, die durch die politische Propaganda in ihrer Schule voller Misstrauen gegen├╝ber allem anscheinend Fremden sind. Sie bleiben dem geheimnisvollen Mann auf der Spur. Tanasis ist sein Name. Mehmet f├╝hrt ihn auf dessen Wunsch zu Ayshe aufs Hochland. Tanasis teilt mit Ayshe dieselben ethnischen Wurzeln. Seine Ankunft l├Âst schmerzliche Erinnerungen an ihre Vergangenheit in ihr wach und sie macht sich auf den Weg, um eine alte Schuld zu begleichen...

Ayshes eigentlicher Name ist Eleni. Sie ist die Tochter eines einheimischen Griechen in der ├Âstlichen Region des Schwarzen Meeres, was einst das ehemalige Gebiet von Pontus war. W├Ąhrend des Ersten Weltkrieges kam es zu einem Exodus unter der pontisch-orthodoxen Bev├Âlkerung. Ayshe wurde von einer t├╝rkisch-muslimischen Familie adoptiert. Die Figur der Ayshe beruht auf den wahren Erlebnissen einer Frau namens Tamara deren Biographie von dem griechischen Autor George Andreadis geschrieben wurden.

"Waiting for the Clouds spielt im Jahr 1975. Die Erfahrungen des Jungen Mehmet basieren auf meinen eigenen Erfahrungen, als ich ein M├Ądchen in den fr├╝heren 70er war. Ich lernte dieselben nationalistischen Lieder, wie sie in den Szenen mit der Schulklasse vorkommen. Ich erinnere mich, dass die T├╝rkei eine sehr chaotische politische Phase durchmachte. Fast jeden Tag gab es Streiks, Unruhen und Demonstrationen. F├╝r die Menschen war es eine Zeit der Angst. Sie waren gezwungen dar├╝ber zu schweigen, was um sie herum passierte." erz├Ąhlt die Regisseurin Yesim Ustaoglu zum Hintergrund des Films und gibt zu den Dreharbeiten folgende Auskunft: "Abgesehen von den Hauptfiguren, Ayshe, Tanasis und Selma, habe ich nur einheimische Leute gecastet. Es waren Menschen aus dem Dorf, in dem wir drehten, keiner von ihnen war professioneller Schauspieler, einschlie├člich Mehmet, Chengiz und Mehmets Mutter, die relativ gro├če Rollen haben. F├╝r die Hochzeitsszene im Hochland haben wir eine richtige Hochzeit organisiert. Wir haben das ganze Dorf in die Berge eingeladen. Sie sind alle gekommen und haben mit uns gefeiert. W├Ąhrend wir die Szene drehten."

"Waiting for the Clouds" lief auf der Berlinale 2005 in der Sektion Panorama und erhielt den "Sundance Filmmakers Award" f├╝r das beste europ├Ąische Drehbuch 2003, sowie auf dem Istanbul International Film Festival den Preis f├╝r die beste Schauspielerin 2004.

Die Regisseurin Yesim Ustaoglu wurde im Osten der T├╝rkei geboren und wuchs an der Schwarzmeerk├╝ste bei Trabzon auf. Sie studierte Architektur, arbeitete als Architektin, dann als Filmjournalistin und Leiterin von Video-Workshops. Mit ihrem Film "Journey to the Sun" gewann sie internationale Anerkennung und gewann den "Blauen Engel" auf der Berlinale als bester europ├Ąischer Film und den "Friedenspreis".

AVIVA-Tipp: "Waiting for the Clouds" ist ein stiller Film, der sowohl wegen des ausdrucksvollen Gesichts der Hauptdarstellerin R├╝├žhan ├çaliskur als auch durch die Aufnahmen der kargen Landschaft in der nord├Âstlichen T├╝rkei beeindruckt. Die zu wenig bekannte Geschichte der Vertreibung der pontischen GriechInnen wird der Zuschauerin unaufdringlich nahe gebracht. Ein ber├╝hrender und interessanter Film.

Waiting for the Clouds
Bulutlari beklerken

Regie: Yesim Ustaoglu
Buch: Yesim Ustaoglu, Petros Markaris
Nach einer Idee von Geoge Andreadis "Tamama"
Frankreich/Deutschland/Griechenland/T├╝rkei 2004, 87 min
Kamera: Jacek Petrycki
Musik: Michael Galasso
DarstellerInnen: R├╝├žhan ├çaliskur, Ridvan Yagci, Ismail Baysan, Dimitris Kamberidis, Feride Karaman, Suna Selen, Oktar Durukan, Jannis Georgiadis, Irene Tachmatzidou, Damoklia Mustakidou, Fatma Parlagi
Kinostart: 08. Dezember 2005

Der Film im Netz unter www.waitingfortheclouds.de

Kultur Beitrag vom 07.12.2005 AVIVA-Redaktion 





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