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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 28.11.2005

Alles was ich an euch liebe
Tatjana Zilg

Leni und Rafi sind verliebt und f√ľhlen, dass sie perfekt zueinander passen. Wenn er nur nicht Pal√§stinenser w√§re und sie J√ľdin. Bei einem Familienessen eskaliert das vorbestimmte Konfliktpotenzial.



"Romeo und Julia - das war im Mittelalter" entgegnet Leni (Marian Aguilera) entsetzt ihrer Mutter Gloria Dalinsky (Norma Aleandro), als diese versucht, ihr mit dem ber√ľhmt-tragischen Liebespaar die Beziehung zu ihrem Verlobten Rafi (Guillermo Toledo) auszureden. Dieser Vergleich deutet auf die Diskrepanzen zwischen den Generationen hin, die sich in der chaotisch-liebensw√ľrdigen, j√ľdisch-spanischen Gro√üfamilie Dalinsky widerspiegeln.

W√§hrend die beiden Schwestern Leni und Tania (Maria Botto) sehr offen mit ihren kulturellen und religi√∂sen Zugeh√∂rigkeiten umgehen, h√§lt die Mutter an einer festgelegten Ordnung fest, ohne sie begr√ľnden zu k√∂nnen. Der 82j√§hrige, blinde Gro√üvater Dudu (Max Berliner) gibt sich als militaristischer Veteran zu erkennen, der fr√ľher gegen die Pal√§stinenser k√§mpfte. Gloria hat jedoch allein schon deshalb Distanz zu ihrem j√ľdischen Glauben, weil ihr j√ľngstes Kind, der 19j√§hrige David (Fernando Ramallo), die Sp√§tphase seiner Pubert√§t zu einer zwanghaften Auslegung der Glaubensregeln nutzt. St√§ndig √ľberpr√ľft er ihre Kochkunst nach koscheren Ma√üst√§ben. Am Schabbat versteckt er schon mal das Telefon, um Gespr√§che √ľber materielle Dinge zu verhindern. Und dann w√§re da noch die sechsj√§hrige Paula (Alba Molinero), die uneheliche Tochter von Tania und eine kleine Nervens√§ge, deren Augen nichts entgeht und die den nerv√∂sen Rafi mit ihren kindlichen Fragereien vor der Familie blo√üstellt.

Eigentlich wollte Leni bei diesem ersten Treffen mit der Schwiegermutter in spe das heikle Thema, dass ihr Verlobter zwar aus Israel, aber Pal√§stinenser ist, nicht ansprechen. So wird Rafi zu seiner Verwunderung zun√§chst sehr herzlich von der Familie aufgenommen: David begr√ľ√üt ihn auf hebr√§isch, Gloria findet es wundervoll, dass er aus Jerusalem ist, und Dudu erz√§hlt ihm von seinen Veteranenerlebnissen. Ungl√ľcklicherweise geschieht Rafi, der √§u√üerst bem√ľht ist, einen guten Eindruck zu machen, ein fatales Missgeschick: Ein Container mit eingefrorener Suppe, die er auftauen soll, w√§hrend Leni sich mit der Mutter austauscht, rutscht ihm aus dem Fenster des Hochhauses. Er eilt hinunter, um sie zu holen. Dort entdeckt er, dass der Container einen √§lteren Mann bewusstlos geschlagen hat. Er ruft Leni hinzu. Sie √ľberzeugt ihn, anonym einen Krankenwagen zu holen und wieder zum Familienessen zur√ľckzukehren. Mittlerweile hat sie allen gesagt, dass er Pal√§stinenser ist und nun soll er die Gelegenheit nutzen, zu beweisen, dass die Vorurteile unsinnig sind.

Nat√ľrlich ergeben sich hieraus turbulente Verwicklungen, st√ľrmische Gef√ľhlsausbr√ľche und der Zusammenbruch des fragilen Gleichgewichtes der Familie. Als der Vater Ernesto (Mario Mart√≠n) nicht zum Essen erscheint, begreifen Leni und Rafi, dass er vermutlich der bewusstlose Mann auf der Stra√üe war. Rafi denkt sogar, er w√§re tot. Das k√∂nnen sie aber niemandem mitteilen, ohne die unterschwellig vorhandenen Vorurteile an die Oberfl√§che zu holen. Stattdessen vermutet Mutter Gloria, angespornt durch Tania, dass ihr Ehegatte eine Aff√§re hat. Sie st√ľrzen hinaus in die Stadt, um ihn zu finden.

Die Spanier Teresa de Pelegri und Dominic Harari f√ľhrten gemeinsam Regie und schrieben das Drehbuch. Auch privat sind sie ein Team, sie sind verheiratet: "Manchmal sagen wir uns, dass wir verr√ľckt sind, als Verheiratete gemeinsam Drehb√ľcher zu schreiben und Regie zu f√ľhren, aber dann ist es wieder nicht so unvern√ľnftig. F√ľr uns ist Kinomachen wie Sex oder Federball: zu zweit macht es einfach mehr Spa√ü. Und das Zusammenleben ist Thema von `Alles, was ich an Euch liebe`. Zusammenleben von Liebenden, von Familienmitgliedern, von Juden und Arabern. Es kann sein, dass wir etwas naiv sind angesichts der Situation in Israel, aber manchmal braucht man etwas Naivit√§t. Was auch immer es f√ľr Nachrichten derzeit gibt, es ist sch√∂n, sich daran zu erinnern, dass eine J√ľdin und ein Pal√§stinenser sich lieben k√∂nnen und dass vielleicht eines Tages Frieden und Platz f√ľr alle ist."
Das Ehepaar fand in dem Briten Patrick Cassavetti und Adrian Sturges von Greenpoint Film das optimale Produktionsteam f√ľr die Realisierung des Projektes.

AVIVA-Tipp: Britisch-schwarzer Humor gepaart mit spanischem Temperament ergeben eine Wohnzimmer-Kom√∂die, die herrlich witzige Momente bereith√§lt und zugleich raffiniert tiefsinnig ist. F√ľr einen politisch unkorrekten Kinoabend voll von √úberraschungslacheffekten sowie Denkanst√∂ssen √ľber Vorurteile und Klischeebilder.


AVIVA-Berlin verlost 4 x 2 Freitickets f√ľr "Alles was ich an euch liebe", die bundesweit in jedem Kino eingel√∂st werden k√∂nnen. Bitte beantworten Sie folgende Frage: Mit welchem Film wird der Name Norma Aleandro am h√§ufigsten assoziiert?Senden Sie uns bis zum 06.12.05 eine eMail an folgende Adresse: gewinnspiel@aviva-berlin.de





Alles was ich an euch liebe

Spanien, Argentinien, Portugal, UK 2004, 89 Minuten
Drehbuch und Regie: Teresa de Pelegri, Dominic Harari
DarstellerInnen: Norma Aleandro, Guillermo Toledo, Maria Botto, Marian Aguilera, Fernando Ramallo, Alba Molinero, Max Berliner, Mario Martín
Kinostart: 01.12.2005
Verleih: Arsenal Film
http://www.arsenalfilm.de

Kultur Beitrag vom 28.11.2005 AVIVA-Redaktion 





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