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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 15.10.2003

HeimART: Eine Fotoausstellung der K├╝nstlerINNEN-Gruppe new-koelln in der Werkstatt der Kulturen vom 10.10-9.11.2003
Sabine Grunwald

5 K├╝nstlerInnen interpretieren pers├Ânliche Gegenst├Ąnde von MigrantInnen auf ungew├Âhnliche Art und Weise



Die Werkstatt der Kulturen, ein umgebautes Geb├Ąude der ehemaligen Schulthei├č-Brauerei, feiert vom 23. bis 25. Oktober sein 10j├Ąhriges Bestehen. Zum Geburtstag hatte sich die Werkstatt eine besondere Projektidee ausgedacht. Lag bis dato der Schwerpunkt der Ausstellungen auf dem Menschen in der Fotografie, so sollten es diesmal Still-Leben sein. Pers├Ânliche Gegendst├Ąnde von MigrantInnen galt es k├╝nstlerisch zu be- und verarbeiten. Wer war dazu besser geeignet, als die K├╝nstlerInnen-Gruppe new-koelln, die seit knapp einem Jahr besteht. Von den 4 Frauen und 2 M├Ąnnern stellen 5 Mitglieder aus:
Helmut Fischer, Andrea Neese, Andrea Streit, Holger St├╝ck und Karin Wook, sie alle leben und arbeiten in Neuk├Âlln und sind mit der Problematik von MigrantInnen t├Ąglich konfrontiert.

Die f├╝nf K├╝nstlerInnen inszenieren und pr├Ąsentieren ihre Arbeiten auf eine sehr pers├Ânliche Art und Weise. Der eigene Stil kommt unverkennbar zum Tragen und ist das Markenzeichen dieser unterschiedlichen Pers├Ânlichkeiten, denen es dennoch gelingt eine homogene Ausstellung zu erarbeiten.
Helmut Fischers Bilder haben etwas leichtes, schwebendes. Am Eingang, gleich links werden wir mit der Carmencita konfrontiert, ein notwendiges Utensil f├╝r den t├Ąglichen Kaffeegenuss. Losgel├Âst von ihrer t├Ąglichen Bestimmung und k├╝nstlerisch bearbeitet, wirkt die selbst erfundene "Fotografik" fremd und neuartig. Der kleine Maisgott, eine Grabbeigabe aus Mexiko, ├╝berwacht zufrieden l├Ąchelnd die BesucherInnen der Ausstellung.

Holger St├╝ck hat eine andere Herangehensweise. Er ist gelernter Grafiker, was seine Werke auch kund tun. Seine Serie: Konkav, konvex und Wasser-Eisen, zeigt Gebrauchsobjekte, Sch├╝sseln und Teller aus dem Iran. Die Fotoprints wurden ausgeschnitten und im nachhinein auf einen selbst bereiteten Untergrund montiert. Die verwendeten Erdfarben und Blaut├Âne harmonieren mit den klar gestalteten Bildern.

Gegen├╝ber ein ganz eigenes Konzept von Andrea Neese. Sie inszeniert und verfremdet nicht. F├╝r ihre s/w Bilder benutzt sie skurrile oder allt├Ągliche Gegenst├Ąnde des Alltags, die in der vorgefundenen Umgebung aufgenommen werden. Die Ukraine stellt sich durch zwei Smirnoff Wodka Gl├Ąser im Vordergrund dar, die Campells Tomato Soup erinnert an Andy Warhol.

Andrea Streit, urspr├╝nglich Malerin und Installationsk├╝nstlerin begeisterte mich mit ihren brillanten s/w Fotografien, die sich thematisch mit Finnland befassen. Zwei abgetragene, geflickte Kleider in Verbindung mit einem Baum sind in der Lage, die Melancholie und Einsamkeit der finnischen Landschaft zu spiegeln. Mal als Ganzes zu sehen, dann nur im Detail oder gar als Bild auf dem Kopf stehend, evozieren die klaren Arbeiten eigene Bilder. Diese k├Ânnen sich aufgrund der minimalistischen Pr├Ąsentation der Fotografien in Ruhe entwickeln.

Einen fulminanten farblichen Kontrast bilden die Arbeiten von Karin Wook. Sie benutzt Kunst- und Gebrauchsgegenst├Ąnde aus Bangla Desh und Gaza. Die orientalischen Still-Leben hat sie am PC nachbearbeitet und teilweise verfremdet. Ihr Anliegen ist es, wenige, aussagekr├Ąftige Objekte der jeweiligen Kultur in einen neuen Kontext zu bringen. Dadurch soll die Betrachterin zu eigenen Interpretationen angeregt werden.

Die Werkstatt der Kulturen feiert ihr Jubil├Ąum vom 23.10 bis 25.10.2003 mit mehreren Veranstaltungen. Am Freitag und Samstag findet ab 22.00 und 20.00 Uhr je eine Performance statt. Eine Geburtstagsparty mit Live Musik rundet das Festwochenende ab.




HeimART
Werkstatt der Kulturen
Wissmannstra├če 32
www.werkstatt-der-kulturen.de
├ľffnungszeiten: Di-So 10-21 Uhr

Kultur Beitrag vom 15.10.2003 Sabine Grunwald 





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