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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 01.02.2008

k.d. lang - Watershed
Silvy Pommerenke

Die ehemalige kanadische Country-SĂ€ngerin hat sich eineinhalb Jahre Zeit gelassen, um ein besinnliches und intensives Album aufzunehmen. Es bedeutet fĂŒr sie einen Wendepunkt...



...in ihrer musikalischen Karriere, da sie das erste Mal selbst als Produzentin in Erscheinung tritt, außerdem will sie sich eine andere Begleitband zusammenstellen um neue Impulse zu bekommen.

Acht Jahre sind seit ihrer letzten Eigenkreation vergangen (das VorgĂ€ngeralbum "Hymns of the 49th Parallel" von 2004 war ein reines Coveralbum), da sie zwischendurch eine regelrechte Schreibblockade hatte. Zum einen war 9/11 der Auslöser dafĂŒr, und die Musikerin sah sich nicht in der Lage danach noch Liebeslieder zu schreiben, da es ihr unseriös vorkam. Der andere Grund fĂŒr ihre lange kreative Auszeit war ihre intensive BeschĂ€ftigung mit dem Buddhismus, wodurch sie den Blick nach Innen lenkte und ihre PrioritĂ€ten verschob.

Die Blockade ist nun aufgehoben und herausgekommen ist ein Album, auf dem Kathryn Dawn Lang eine Kombination all ihrer bisherigen Genres durchfĂŒhrt und eine Art Kollektion der letzten sechs Jahre zusammengestellt hat. Das Album ist sehr ruhig und persönlich geworden, und die 46-JĂ€hrige hat versucht einen ursprĂŒnglichen Sound beizubehalten. DafĂŒr hat sie mehr oder weniger die frĂŒhesten Demoaufnahmen ausgewĂ€hlt, um die Unmittelbarkeit und IntensitĂ€t zu vermitteln, die sie bei den Aufnahmen gespĂŒrt hat. "Jealous dog" ist einer dieser first takes, der es schließlich auch aufs Album geschafft hat. SpĂ€rlich instrumentiert mit einem Banjo, intensiver Intonation und einer extrem kurzen Spieldauer von zweieinhalb Minuten klingt der Song so, als wĂŒrde es sich um eine Privatvorstellung im heimischen Wohnzimmer handeln. Die anderen Songs sind wesentlich stĂ€rker instrumentiert, und vielfach lĂ€sst sich die mehrfache Grammy-Gewinnerin von großangelegten Streichern und Chören begleiten ("I dream of spring", "Thread" oder "Close your eyes"). Auch greift sie wieder in die Country-Schublade zurĂŒck ("Once in a while") und New Jazz EinflĂŒsse sind bei "Sunday" zu hören, der wunderbar die AtmosphĂ€re eines Sonntagmorgens ausdrĂŒckt, den man von Sonnenstrahlen umschmeichelt im Bett verbringt.

Ein ĂŒberaus informatives Interview fĂŒhrte im Januar dieses Jahres die Scotland On Sunday mit der Wahlamerikanerin, die darin unter anderem verrĂ€t, was es mit dem Liebesnest von Rock Hudson auf sich hat...

k.d. lang im Netz: www.kdlang.com und auf MySpace

Weiterhören: Mary Gauthier und Lucy Kaplansky

AVIVA-Tipp: k.d. lang Produktionen stehen fĂŒr sich und bieten immer wieder hochqualitative Pop-Songs. Das neue Album ist recht vielfĂ€ltig in seinen Stilen geraten und konzentriert sich dabei vor allem auf eines: der unvergleichlichen Stimme der SĂ€ngerin. "Watershed" ist eine bedĂ€chtige und besinnliche CD, die man nicht nur Sonntagmorgens im Bett hören kann.

k.d. lang
Watershed

Label: Nonesuch / Warner, Februar 2008

Music Beitrag vom 01.02.2008 Silvy Pommerenke 





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