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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 19.04.2008

Room Eleven - Mmm... Gumbo
Silvy Pommerenke

Weiter geht es mit der fröhlichen Melancholie des Quintetts aus den Niederlanden. Erneut mixen sie Jazz mit Bossanova und Folk, wobei sie aber nicht unausgegoren klingen sondern...



...es ist mittlerweile das AushÀngeschild der Band um SÀngerin Janne Schra.

Außerdem greifen sie wiederum ein kulinarisches Thema bei der CD-Titel Wahl auf: WĂ€hrend sie auf ihrem Debut "Six White Russians and a Pink Pussycat", das gerade einmal ein halbes Jahr alt ist (zumindest in Deutschland), zwei alkoholische Cocktails als Namensgeber nutzten, orientieren sie sich dieses Mal an einem Eintopf der SĂŒdstaaten – Gumbo eben. Sinnbildlich steht das Gericht dafĂŒr, dass man alles, was man im KĂŒhlschrank so findet, zusammenschmeißt. Das entspricht auch dem musikalischen Konzept der Folk-Pop-Jazz-MelancholikerInnen. Zudem wĂŒrzen sie ihren akustischen Eintopf noch mit einer gehörigen Portion 50er-Jahre-Flair, löschen das Ganze mit einem Schuss SĂŒdstaaten-Sound ab und sind dabei Ă€ußerst ironisch, wie spĂ€testens auf der RĂŒckseite des CD-Covers deutlich wird, wo sich die vier Musiker mit definitiv aus der Mode gekommenen kĂŒnstlichen BĂ€rten haben ablichten lassen. Oder sollten es tatsĂ€chlich echte Moustaches sein?

Zusammengefunden hatte sich Room Eleven bereits vor sieben Jahre, allerdings dauerte es dann noch einige Zeit, bis sie in den Niederlanden mit ihrem grandiosen Debut ihren Durchbruch hatten und dafĂŒr schließlich 2006 mit den Auszeichnungen "Best Jazz Album" und "Best New Band" belohnt wurden. Ein Jahr spĂ€ter erschien das Cocktail-Album auch in Deutschland und mittlerweile haben sich Room Eleven auch außerhalb der Niederlande einen Namen gemacht.

Anspieltipps: Auf dem Song "Not Jealous" erhĂ€lt Janne Schra tatkrĂ€ftige UnterstĂŒtzung von der New Yorkerin SĂ€ngerin Dayna Kurtz, die derart tiefe Töne hervorbringt, dass man im ersten Moment glaubt, es sĂ€nge ein Mann. Die Frau hat den Blues im Blut! Die der Amerikanerin in nichts nachstehende Stimme Schras kommt besonders in der fröhlichen Big-Band-Ballade "Shyness" zur Geltung, wĂ€hrend "Hey hey hey!" mit seinen fetzigen BlĂ€sersĂ€tzen und dem dezenten Klavier einer siebziger-Jahre Protestode gleichkommt. "Lalala Love" besticht durch Bluegrass Elemente (hier kommen die SĂŒdstaaten zum Zug) und "Looking At My Feet" zum langsamen Walzer einlĂ€dt.

Room Eleven im Netz: www.roomeleven.nl und auf auf MySpace

Weiterhören: Pink Martini und Nighthawks

AVIVA-Tipp: Lebensfrohe Melancholie, vorgetragen von einem Ensemble detailversessener Musiker und einer wunderbaren Altstimme. Jazz meets Louisiana - FĂŒr das Candlelight-Dinner genau so geeignet, wie fĂŒr melancholische GedankengĂ€nge, ohne dabei trĂŒbsinnige Stimmung zu verbreiten.

Room Eleven
Mmm... Gumbo?

Label: Universal, April 2008

Music Beitrag vom 19.04.2008 Silvy Pommerenke 





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