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AVIVA-BERLIN.de im Juli 2018 - Beitrag vom 24.10.2011

Muriel Zoe - Birds and Dragons
Nina Breher

Dieses Album verspricht Melancholie ohne faden Nachgeschmack, Nostalgie ohne Reue, ein Schwelgen in Erinnerungen, ohne in diesen zu versinken. Glatt, aber nicht platt singt Muriel Zoe von Heimweh,..



...dem Hochland und alten Autos.

In den sanft arrangierten Klangteppich aus Akustikgitarre und Drums mischen sich von Zeit zu Zeit andere, ungewöhnlichere Klänge. An Rockmusik erinnernde E-Gitarrenriffs, um ein Vielfaches leiser und langsamer eingespielt als gewöhnlich ("Nothing in Return", "Tiles") sowie der Einsatz einer Elektroorgel aus den achtziger Jahren namens "Omnichord" sorgen für Abwechslung. Es sind nicht zuletzt diese Elemente, die dazu beitragen, dass die HörerInnen die Geradlinigkeit des Albums uneingeschränkt genießen können. Wer sich in Musik verlieren möchte, ohne verloren zu gehen, für den ist dieses Album der in Hamburg, Karnataka (Indien) und Bayern aufgewachsenen Muriel Zoe, die mit Jazz begann und nun im Singer/Songwriter-Milieu Fuß gefasst hat, ein Fest.

In scheinbarem Widerspruch zu dieser Biographie sucht mensch Reiselust und Aufbruchsstimmung in "Birds and Dragons" vergeblich. Das ist nicht schlimm, sondern vermittelt ein unvergleichliches Gefühl für Ruhe – eine Ahnung davon, wie es sein mag, angekommen zu sein. Jedes Lied für sich ist die Einfahrt in einen Heimathafen umsichtiger Emotionalität. Jeder einzelne Song geht mit einer Leichtigkeit vor Anker, die auf ein bewegtes Leben hinweist – vielleicht ermöglicht erst jahrelanges Getriebensein den uneingeschränkten Genuss dieser in der Ankunft liegenden Ruhe?

Dass das wiederholte Ankommen nicht zur Apathie verkommt, ist auch Tim Lorenz zu verdanken. In den Neunzigern saß er bereits für die "Rainbirds", die Band um Katharina Franck, hinter dem Schlagzeug. Die von ihm eingespielten perkussiven Elemente geben den Songs die nötige Geschwindigkeit.
Neben Lorenz hat die Künstlerin einen ganzen Stab erfahrener Musiker hinter sich stehen, die Bewegung im Ankommen und Verweilen suchen – und diese finden.

Dennoch ist dieses Album keinesfalls ein dahinplätscherndes Sammelsurium Stillstand befürwortender Songs. Ein besonderer Anspieltipp, der dies verdeutlicht, ist "Stop". Es ist der klare Blick der Sängerin, auch auf die schmerzhaften Dinge des Lebens, der beeindruckt: "I want you / and that scares me / I might want you too much", haucht sie in das Netz der vorsichtig treibenden Musik und kommt, nachdem sie – ohne anzuklagen – von einer zu Ende gehenden Liebe erzählt hat, zu dem Schluss: "I´m on my knees and I´ve never felt this lost / So let´s stop."

AVIVA-Tipp: Heimat ist kein Ort, möchten diese Songs sagen, Heimat liegt im Selbst. Ohne sich von Gefühlen vereinnahmen zu lassen, lässt sich Muriel Zoe von ihnen führen und hat uns auf diese Weise ein musikalisch wie textlich wunderschönes Album beschert, welches das Ankommen zum Motiv hat und dieses poetisch bejaht.

Muriel Zoe
Birds and Dragons

Label: Blue Pearls Music, VÖ: 28. Oktober 2011
15,99 Euro
www.myspace.com/murielzoemusic
www.bluepearlsmusic.com

Weiterhören auf AVIVA-Berlin:

Muriel Zoe – Flood

Katharina Franck – gesungene und gesprochene Popsongs

Ulita Knaus – It`s the city

Norah Jones – The Fall

Music Beitrag vom 24.10.2011 AVIVA-Redaktion 





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