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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 07.06.2012

Those Darlins - Screws Get Loose
Katarina Wagner

Der "Rolling Stone" listet sie als band to watch. Mit ihrem zweiten Album bringen die Darlins einen rockigen Sommersoundtrack, der tanzbar nach zerzausten Haaren und roten Lippen klingt...



...und echten LiebhaberInnen sogar in den kalten Jahreszeiten noch Luftgitarren zuwirft

Jessi, Kelley und Nikki Darlin nennen sich diese Schwestern verschiedener Eltern. Sie sind zwar nicht biologisch aber musikalisch in ihrer Liebe zu Country und Rock´n Roll verwandt. 2006 lernten sie sich auf dem Southern Girls Rock & Roll Camp in Murfreesboro, Tennessee kennen. Zusammen mit Schlagzeuger Linwood Regensburg beschlossen sie, unter dem Namen "Those Darlins" die Bühnen Nashvilles und der Welt zu erobern.
Als Country-Band coverten sie anfangs Songs der Carter Family und anderer Klassiker der Südstaaten. Auf ihrem Debütalbum war neben Gitarre, Bass und ein wenig Schlagzeug auch noch Kelleys Ukulele zu hören. Seitdem haben die Vier nicht nur geografisch auf langen Tourneen ihren Horizont erweitert, sondern auch ihr musikalisches Repertoire ausgebaut.

Das zweite Album hat außer Country-Gitarren auch schnellen Garage-Rock zu bieten. Screws Get Loose brachte der Band 2011 die Auszeichnung band to watch des Musikmagazins "Rolling Stone" ein. Nach anfänglichen Bedenken, ob die Fans der Gruppe ihre neue Ausrichtung annehmen würden, stellen sie nun fest, dass sich ihre AnhängerInnen sogar vermehrt haben. Jessi Darlin erklärt, dass Rock´n RollerInnen nicht immer Country mögen, "But if you´re a country fan, you´re gonna like rock & roll"
Der musikalische Mix ist ihnen sowohl in den schnellen, als auch in den eher gemächlichen Titeln gelungen. Allerdings muss mensch früher oder später feststellen, wie sehr sich die einzelnen Songs ähneln. Gerade die ersten vier Titel scheinen einander fortzusetzen. Es bleibt also Geschmackssache, wie oft das Album in den Player eingelegt wird.

Thematisch reflektiert der aktuelle Longplayer Etappen ihres Werdegangs und vor allem ihrer Tourneen. Schon der Titelsong Screws Get Loose deutet an, dass der Rock´n Roll seine Spuren hinterlassen hat. Jessi Darlin schrieb diesen Song nach einer zweiwöchigen Pause, die sie sich von der Band nahm, um auf den Straßen New York Citys unabhängig von der Gruppe zur Ruhe zu kommen.

In Kelley Darlins Titel Boy geht es um flüchtige Bekanntschaften entlang ihrer Tournee. Er deutet eine Sehnsucht nach ein bisschen Ruhe und Geborgenheit an:

"There´s a boy in New York City,
he´s cultured and he´s fine,
I love when we´re together,
we always have a real fast time,
I wanna take it slow,
but babe, I gotta roll,
on to the next show


Nikki Darlin hat zusammen mit dem Schlagzeuger der Band, Linwood Regensburg, das einzige Liebeslied Hives verfasst. Keine Ballade, sondern ein schnelles Stück, das nach aufgeregtem Verliebtsein und ausgelassenem Tanzen klingt.

Der Großteil der Songs stammt von Jessi Darlin. Es sind vor allem ihre Texte, welche der Band ein draufgängerisches Image geben, sodass mensch verleitet ist, sie "rotzig" zu nennen.
Nach dem Titel The Whole Damn Thing, der auf dem Debütalbum das betrunkene Verschlingen eines gesamten Hühnchens feiert, schreit Jessi hier in Fatty needs a fix heraus, dass sie zu hungrig für Sex ist.

"I´m starving for something and it ain´t your touch"

Ein anderes Mal erklärt sie in Be your bro einem Freund, dass sie mit ihm lieber Gitarre spielen möchte bis die NachbarInnen sich beschweren, statt seine Freundin zu sein:

"I just wanna beat each other up on the playground
to see who gets the bloody nose.
We could stay up till it´s stupid late o´clock
to see who can drink the most."


AVIVA-Tipp: Optimal für Sommerfeste und Autofahrten ohne Verdeck, liefert das Album rockende Gitarren und eingängige Texte. Vielleicht sind die Darlins keine ständigen musikalischen BegleiterInnen, aber peppig genug, um sie nicht aus den Augen verlieren zu wollen.

Those Darlins
Screws Get Loose

Label: Oh Wow Dang Records
VÖ: April 2012

Mehr zu Those Darlins:

www.thosedarlins.com

Music Beitrag vom 07.06.2012 Katarina Wagner 





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