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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 12.07.2013

Daily Bread - Iterum
Natalie Siehr

Ach ja, die guten, alten 1980er Jahre. Fr├╝her war bekanntlich alles besser, aber war das Revival nicht schon wieder vor├╝ber? Nicht unbedingt, wenn es nach dem Quartett aus den Niederlanden geht.



Vom "Sexy Garage Dance", wie Daily Bread den Sound ihres ersten Albums "Well, You┬┤re Not Invited" 2009 nannten, ist nicht viel ├╝brig geblieben. Damals waren sie noch ein Trio, dass sich in ihrer Heimat bereits einen Namen erspielt hat. Die Entscheidung, sich zum Quartett zu erweitern, hatte pragmatische Gr├╝nde. Kimberly van der Velden, die S├Ąngerin, die bis dato auch Keyboard spielte, musste sich an einem Finger operieren lassen. So wurde aus der ├ťbergangsl├Âsung, Atser Damsma als Ersatz in die Band zu holen, eine folgenreiche Entscheidung. Er versorgte die Band genau zur richtigen Zeit mit neuer Energie. Denn der Band war klar, dass sie sich musikalisch in eine andere Richtung entwickeln wollte.

Chris Mulder, der Bassist, h├Ârte zu dieser Zeit sehr viel New Wave und Chill Wave und wollte an diesen Sound auf dem neuen Album ankn├╝pfen. Soweit, so unspektakul├Ąr, denn Bands, die den Synthie-Sound der 80er Jahre wiederbelebt haben, gibt es viele und der Erfolg diesbez├╝glich f├Ąllt h├Âchst unterschiedlich aus. Da stellt sich die Frage, ob es ein weiteres Album in dieser Richtung wirklich braucht, nicht ganz zu unrecht.

Aber "Iterium", das zweite Album der Formation verwischt diese Zweifel mit einem l├Ąssigen Handstreich. Die musikalische R├╝ckw├Ąrtsrolle macht bereits mit dem Opener "Allure" unglaublich viel Spa├č. Da sind die sch├Ânen New Wave-Gitarrenl├Ąufe, die damals schon so gut funktionierten, die um die Ecke tanzen mit einer einschmeichelnden, fast heiteren hookline. Das erinnert an die fr├╝hen Siouxsie and the Banshees oder auch an The Cure und hat eindeutig Hitpotential.

Aber ganz so leicht machen es sich Daily Bread nun auch wieder nicht. Denn sie motzen ihren Sound auf. Ab dem dritten Song kommt ein Beat dazu, der schwer an den Anfang der 90er Jahre erinnert, als Dancemusic und Techno richtig gro├č wurden und die Tanzfl├Ąchen f├╝llten. Diese Mischung ist reizvoll und ungew├Âhnlich und macht aus dem Album mehr als nur eine Reminiszenz.
Da das alles irgendwie in der dunklen Ecke der 80er Jahre wurzelt, fehlt nat├╝rlich auch nicht ein gut gesch├╝tteltes Ma├č an Epik, wie das St├╝ck "She Spider" zeigt, welches auch gut als Soundtrack f├╝r Mobilfunkwerbung funktionieren k├Ânnte. "Silicia" dagegen d├╝rfte auch bei ├╝berzeugten Tanzmuffeln ein leichtes Zucken in den Beinen verursachen. Da l├Ąuft der Synthie hei├č und der Beat wird deutlich technolastig. Sp├Ątestens hier sollte die Lautst├Ąrke des heimischen Players nach oben gedreht werden! Und so bewegt sich das Album leichtf├╝├čig und dunkel-heiter durch die Genres. Die bestechende und klare Stimme von Kimberly van der Velden sorgt daf├╝r, dass die St├╝cke bei aller Synthie-Spielerei Dichte und Atmosph├Ąre behalten und nicht in Belanglosigkeit abgleiten.

AVIVA-Tipp: Mit diesem Werk k├Ânnte der Bandname Programm werden, denn das Album eignet sich hervorragend f├╝r die t├Ągliche Dauerrotation. Nicht nur Liebhaberinnen des 80er-Jahre-Sounds werden hieran ihre Freude haben, reinh├Âren ist dringend empfohlen!

Daily Bread
Iterum

Label: Excelsior Rec / Cargo
V├ľ: 03.05.2013

Daily Bread im Netz:

www.dailybreadtheband.com/blog

myspace.com/dailybreadtheband





Music Beitrag vom 12.07.2013 Natalie Siehr 





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