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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 28.02.2010

Dee Dee Bridgewater - Eleanora Fagan, 1915-1959, To Billie with Love from Dee Dee
Nadja Grintzewitsch

Im endlosen Sternenhimmel der Billie-Holiday-Imitationen ist ein neuer, funkelnder Satellit aufgetaucht. Die Neuinterpretation der bekanntesten Werke von "Lady Day" ├╝berzeugt durch fetzige...



...Rhythmen und die unvergleichliche Stimme der K├Ânigin des Jazz.

Eleanora Fagan alias Billie Holiday alias Lady Day ist als eine der gr├Â├čten Jazzikonen bekannt, auch wenn sie musikalisch eher der Bluesrichtung zuzuordnen ist. Als eine der ersten schwarzen S├Ąngerinnen trat sie mit Legenden wie Benny Goodman oder Lester Young auf. Die Songs der Lady wurden gef├╝hlte zwei Millionen Mal von unterschiedlichen K├╝nstlerInnen aus unterschiedlichen Genres interpretiert - doch diesmal ist es keine geringere als Dee Dee Bridgewater, die sich dem Werk Holidays widmet.

Es ist nicht die erste Liebeserkl├Ąrung der grandiosen S├Ąngerin an eine/n ber├╝hmte/n K├╝nstlerIn. 1995 verneigte sie sich mit dem Album "Love and Peace" musikalisch vor dem Pianisten und Komponisten Horace Silver, welchen sie erstmals durch ein Trompeten-Engagement ihres Mannes Cecil Bridgewater kennen lernte. Zwei Jahre sp├Ąter folgte der Longplayer "Dear Ella", eine akustische Hommage an die Jazzs├Ąngerin Ella Fitzgerald, das als "Best Jazz Vocal Album" mit einem Grammy ausgezeichnet und anschlie├čend f├╝r den Echo nominiert wurde. Der Erfolg des Albums war abzusehen, denn in den 1970 iger Jahren hatte Bridgewater am Broadway die Ella Fitzgerald gespielt und kannte sich daher mit dem Stoff bestens aus.
Auch Billie Holiday stellte f├╝r sie alles andere als unbekanntes Terrain dar. 1987 wurde sie f├╝r den Laurence Oliver Award nominiert, und zwar f├╝r ihre Darbietung der Legende im Pariser Musical "Lady Day".

┬ę Mark Higashino


Dee Dee Bridgewater wusste: Eine blo├če Imitation der Blueslegende w├Ąre einer posthumen Beleidigung gleich gekommen. Insofern setzte sie alle Hebel in Bewegung, um eine spritzige Neuinterpretation zu schaffen, die einer Billie Holiday w├╝rdig w├Ąre. Die Neuarrangements zu zw├Âlf ausgew├Ąhlten Songs schrieb der puertoricanische Pianist Edsel Gom├ęz, langj├Ąhriges Mitglied in Bridgewaters Band.
Mit "To Billie with Love from Dee Dee" wollte die S├Ąngerin nach eigenen Angaben kein d├╝steres, r├╝hrseliges Album schaffen, und schon gar keinen Nachruf. "I wanted the album to be joyful", erkl├Ąrt Bridgewater im beiliegenden Booklet.

Bereits das erste St├╝ck auf der Scheibe l├Ąsst erkennen, wie gut Bridgewater dieses Credo in die Tat umsetzt. Lady sings the Blues, eines der bekanntesten und schmerzvollsten St├╝cke von Billie Holiday, mutiert zu einem wahren Feuerwerk an Lebensfreude. Die letzten Zeilen des St├╝cks jubelt Bridgewater geradezu in die Welt hinaus: "But now the world will know / She┬┤s never gonna sing them no more". Multitalent James Carter brilliert dazu auf dem Tenorsaxofon und untermalt spielerisch die H├Âhenfl├╝ge von Bridgewaters Stimme.

Ebenso schmissig kommt das zweite St├╝ck der Platte All of me daher. Das Sopransaxofon und die S├Ąngerin liefern sich einen virtuosen Dialog, scheinbar schwerelos f├╝hrt Bridgewaters Stimme Carters Solo mit einem sportlichen Scatgesang weiter. Die Textzeilen, urspr├╝nglich tr├╝bselig und kummervoll, klingen auf diese Weise pl├Âtzlich fast neckisch: "You took the part that once was my heart / so why not take all of me?".

Die langsameren St├╝cke wie You┬┤ve changed oder Foggy Day wecken Assoziationen an verrauchte, in Rotlicht getauchte Kellerbars, lassen aber auch an Lobbykl├Ąnge eines Vier-Sterne-Hotels denken. In ihnen klingt die Stimme der S├Ąngerin sanft und melancholisch, es ist ein beeindruckendes Spektrum an Emotionen, welches die Bridgewater da bietet.
Eine Explosion an Schmerz bekommt frau schlie├člich im letzten St├╝ck Strange Fruits zu h├Âren, welches von SklavInnenarbeit erz├Ąhlt. Kratzig-d├╝ster wechselt sich die Stimme der Diva mit jammervollen Saxofoneinsch├╝ben ab, passend zum makabren Text: "Black bodies swinging in the southern breeze / strange fruits hanging from the poplar trees". Zeilen, die eine/n eiskalt schaudern lassen.

AVIVA-Tipp: Dieses Album vereint eine mal fragil und zerbrechlich, mal herb klingende Dee Dee Bridgewater mit einer extrem gut aufgelegten Jazzband.
Mit "To Billie with Love from Dee Dee" gelang der Interpretin und ihren hochkar├Ątigen Bandmusikern eine aussagekr├Ąftige Hommage an die viel zu fr├╝h verstorbene, drogenabh├Ąngige Bluesikone. Die Interpretin fasst das Leitbild dieses Longplayers in eigenen Worten folgenderma├čen zusammen: "Young people take note of this woman┬┤s life, this woman┬┤s bravery, so you too can learn to stand up, and not to be afraid to speak in your own voice."


Dee Dee Bridgewater
Eleanora Fagan (1915-1959): To Billie with Love from Dee Dee Bridgewater

Label: Embracy / Universal Music Germany, V├ľ Februar 2010

Weiterh├Âren auf AVIVA-Berlin:

Dee Dee Bridgewater - Red earth

Elisabeth Kontomanou - Back to my groove

Ella Fitzgerald ÔÇô We all love Ella

Abbey Lincoln ÔÇô Abbey sings Abbey

Music Beitrag vom 28.02.2010 AVIVA-Redaktion 





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