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AVIVA-BERLIN.de im Juli 2018 - Beitrag vom 03.07.2010

Razia - Zebu Nation
Lisa Erdmann

Die Madagassin Razia Said hat eine Mission: Sie will die Welt auf die akute Bedrohung ihres Heimatlandes aufmerksam machen. Traditionelle Rhythmen und weicher Ethno-Pop illustrieren diese Hommage...



...an die paradiesische "Zebu Nation" - und bilden zugleich die Basis für dieses zeitgenössische Album, welches die Hörerin mit seiner zeitlosen Schönheit berührt.

Das nomadische Herz der 1959 in Madagaskar geborenen Sängerin Razia Said führte sie bis heute um die halbe Welt. Sie lebte in Westafrika und Italien, machte ihren Doktor in Pharmakologie in Frankreich. Als Model, Schauspielerin und Sängerin arbeitete die damalige Twentysomething in Paris und weilte als Stylistin auf Ibiza und in Mailand. In 1987 zog es sie nach New York, wo sie sich mit Gelegenheitsjobs genug Geld zusammensparte, um drei Monate im Jahr auf Bali zu verbringen - ihre Heimat Madagaskar verlor sie dabei jedoch nie aus den Augen.

Auf ihren Reisen sammelte die Singer-/Songwriterin eine Vielzahl kultureller Schätze - vor allem die verschiedensten musikalischen Entdeckungen sog sie in sich auf und machte sie sich zu Eigen. Razia experimentierte mit französischen Chansons, Rock und Jazz und sang bereits im Alter von zehn Jahren in der Pop-Band ihres Onkels. In 2005 veröffentlichte sie ihr Debütalbum "Magic", ein R`n`B- und Jazz-geprägtes Erstlingswerk, das musikalisch wenig mit Razias Heimat gemeinsam hatte.

Heute, im Alter von 50 Jahren, besinnt sich die gebürtige Insulanerin auf ihre kulturellen Wurzeln und präsentiert auf ihrem neuen, zweiten Album zehn Songs, welche stark von der Musik ihrer Kindheit in Antalaha, einer Stadt im Nordosten Madagaskars, beeinflusst sind. Bereits der Titel "Zebu Nation" ist eine Liebeserklärung an die weltweit einzigartige Flora und Fauna des Inselstaates - schließlich ist das Zebu-Rind das Wahrzeichen Madagaskars und wichtiger Bestandteil der Landwirtschaft.

Die Idee zum Album entstand bereits in 2006. Nach anfänglichen Sessions in Brüssel bereiste die Sängerin gemeinsam mit ihrer Band ihr heimatliches Eiland und machte dabei die traurige Feststellung, dass die grüne Perle im Indischen Ozean besonders stark durch die heraufziehende Klimakatastrophe bedroht ist. Razia fasste darauf hin einen Plan: sie wollte ein Album kreieren, welches inspiriert von den Melodien, Instrumenten und MusikerInnen Madagaskars als Appell in die Ohren ihrer HörerInnen geht. Dank der Unterstützung durch den Akkordeonisten Régis Gizavo und den Gitarristen Dozzy Njava, sowie einer Reihe MusikerInnen aus New York vereint "Zebu Nation" traditionelle Klänge mit Popattitüden, erklingt als Aufruf zum Klimaschutz und gleichzeitig als Hommage an ein untergehendes Paradies.

Bereits der Opener "Babonao" entführt die Hörerin mit exotischen Rhythmen, Kabosys (Boxgitarren), Marovanys und Valihas (das für Madagaskar wohl typischste Instrument, eine Art Röhrenzither) auf eine akustische Kreuzfahrt durch den Indischen Ozean. Der Titel erzählt vom Liebeskummer eines Rikscha-Jungen, welcher sich zu einer Frau hingezogen fühlt, die er nie erobern können wird.

Der zweite Track "Omama" berührt mit schwermütigem Akkordeon und melancholischer Perkussion - Razia widmete ihn ihrer Großmutter, welche sie einst großgezogen hat. Der Trübsinn verfliegt jedoch bereits beim nächsten, sonnengetränkten Song - "Yoyoyo" ist ein durch und durch lebensbejahender Titel, eine Liebeserklärung an Razias Heimat, welche trotz Brandrodung, Armut und politischen Konflikten noch immer einen unschätzbaren Reichtum an Schönheit und Einzigartigkeit bietet.

Das zarte "Ny Alantsika" präsentiert nicht nur den butterweichen Gesang der Madagassin, sondern ist gleichzeitig ein balladeskes Klagelied der akut gefährdeten Flora und Fauna. Auch "Slash and Burn" erzählt mit lyrischen Textzeilen, orientalischem Sound und treibender Perkussion vom Frevel an der Natur.

Der letzte Song, "Mifohaza", belebt die Hörerin mit Choreinlagen und virtuosen Jejy Voatavos (bestehend aus einer Kalebasse als Resonanzkörper und einem Hals mit drei Saiten): Ein rhythmuserfülltes Finale, das die Stimmung Madagaskars als rauschende Vibration ins Herz der Hörerin transportiert.

Razia im Netz: www.raziasaid.com

AVIVA-Tipp: "Zebu Nation" ist ein authentisches Album, das mit ökologischem Bewusstsein und sozialkritischer Absicht unter die Haut und ins Herz geht. Fragile Asiaklänge reiben sich an Afro-Takten, westlicher Pop legt sich unter arabische Melodien - ein Album, welches das Prädikat "Weltmusik" mehr als verdient hat. Die Künstlerin selbst beschreibt ihr Werk im Übrigen als "journey to the magical place I have always known and loved." - eine Reise, welche die Hörerin so schnell nicht vergessen wird.


Razia
Zebu Nation

Label: Cumbancha Discovery, VÖ: März 2010


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Music Beitrag vom 03.07.2010 Lisa Erdmann 





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