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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 20.02.2009

Toboggan - E Brutal
Tatjana Zilg

Wie aus einer Jeff Koons-Ausstellung entliehen wirkt das Cover und verf√ľhrt zum Ratespiel, wer sich dahinter verbergen k√∂nnte. Zwei vielseitig begabte Musikerinnen und ihre m√§nnliche Erg√§nzung ...



... aus der Schweiz wäre die richtige Antwort.

Seit zw√∂lf Jahren spielen sie schon zusammen. Urspr√ľnglich kommen sie aus Lausanne, haben bisher zwei Alben ver√∂ffentlicht, tourten mehrmals durch Europa und wurden von John Peel im Radio gespielt.
Ihr Sound ordnet sich nicht ein in aktuelle Trends, sondern steht f√ľr sich und er√∂ffnet ein tiefgr√ľndiges E-Gitarren-Meer, √ľber das die bet√∂rend sch√∂ne feminine Stimme von Val√©rie Niederoest schwebt.

In langen Instrumentalphasen begegnen E-Gitarren (Val√©rie Niederoest), Bass und Keyboards (Maude Oswald) dem dynamischen Drumplay von J√©r√©mie Conne und bereiten ein sinnliches Musikerlebnis aus turbulenten auditiven Wirbelst√ľrmen, immer wieder abgel√∂st von beruhigend langsamen Wellen. Eine √§hnliche Welt wie die der SkandinavierInnen The Low Frequency In Stereo offenbart sich hier, wobei die sph√§rischen Komponenten st√§rker betont sind. Kein Wunder, denn Maude Oswald beherrscht ein weites Spektrum an Instrumenten. Sie setzt neben Bass und Keyboards auch Baritone Gitarre und Elka ein. Gleich im zweiten Song "Mission" erreichen die Kollisionen der Instrumente einen H√∂hepunkt und setzen sich im Ged√§chtnis fest. Zeitlos ist das auditive Feld der drei SchweizerInnen. Einfl√ľsse k√∂nnten vermutet werden, sicherlich sind Bands wie Sonic Youth und Can nicht ungeh√∂rt an ihnen vorbeigezogen. Aber das Trio verr√§t nicht viel √ľber sich selbst, und so stehen ihre Songs ganz f√ľr sich.

Ein Titel wie "Firewalk With Me" klingt nicht wie neu erfunden, sondern geheimnisvoll vertraut in seiner unverkennbar assoziativen Kraft. Gitarren-Riffs, Drums und Keyboards verbinden sich in dem komplett instrumental gehaltenen Song zu kleinen Feuerzungen, die den Raum zum Gl√ľhen bringen und Funken spr√ľhend auf- und abzut√§nzeln scheinen.

Urspr√ľnglich dem Umfeld des Qualit√§tslabels Gentlemen zugeh√∂rig entschieden sich die SchweizerInnen, ihr drittes Album unter dem Dach des Berliner Labels Sinnbus zu ver√∂ffentlichen.

Weiterhören: The Low Frequency In Stereo und Love Of Diagrams

Toboggan im Netz: www.thetoboggan.com und auf Myspace

AVIVA-Tipp: Rockmusik vom Feinsten, sich gro√üfl√§chig entfaltend und √ľber zahlreiche Raffinessen verf√ľgend. Oft stehen die E-Gitarren im Vordergrund und beweisen, welches vielseitiges Klangspektrum das klassische Instrument zu bieten hat. Der mal engelszarte, mal gespensterhaft mysteri√∂se, mal rockig m√§dchenhafte Gesang von Val√©rie Niederoest verleiht den Songs in den genau richtigen Momenten das besondere Etwas, das sie nicht nur zeitlos, sondern auch unverwechselbar macht.

Toboggan
E Brutal

Label: Sinnbus, erschienen Februar 2009


Music Beitrag vom 20.02.2009 AVIVA-Redaktion 





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