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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2021 - Beitrag vom 08.02.2008


Qatar Telecom German Open vom 05. - 11. Mai 2008 in Berlin
Sylvia Rochow

Justine Henin und Ana Ivanovic haben als erste Spielerinnen ihre Teilnahme für die Qatar Telecom German Open 2008 zugesagt. Lokalmatadorin Sabine Lisicki erhält vom Veranstalter eine Wild Card.




News vom 04.05.2008 Auch die Tennisfans vor dem Fernseher müssen nicht auf Spitzensport von den Qatar Telecom German Open verzichten: Der Sportsender Eurosport zeigt ab Dienstag täglich mehrere Matches live, und zum ersten Mal seit vielen Jahren steigt auch der RBB (Rundfunk Berlin Brandenburg) bereits zu den Viertelfinals wieder in die Live-Berichterstattung von Deutschlands größtem Frauenturnier ein. Die Übertragungszeit im frei empfangbaren Fernsehen beträgt damit mehr als 35 Stunden.

News vom 02.05.2008 Auch in diesem Jahr haben die Veranstalter der Qatar Telecom German Open an den verschiedenen Turniertagen wieder einige Besonderheiten auf dem Programm.
Am Montag (5. Mai) findet traditionell der "Tag der Berliner Schulen" statt, zu dem zahlreiche SchülerInnen auf die Anlage des LTTC Rot-Weiß eingeladen werden.
Eine echte Institution ist der "Ladies Day" (Mittwoch, 7. Mai). Die BesucherInnen erhalten zu ihren Eintrittskarten der Kategorie ein Heft mit Gutscheinen, die sie an den Verkaufsständen im Publikumsbereich, dem Qatar Village, gegen kleine Überraschungsgeschenke einlösen können.
Ebenfalls bereits seit einigen Jahren etabliert hat sich der "Ambassadors Day" am Donnerstag (9. Mai). An diesem Tag werden wieder einige Dutzend BotschafterInnen als Ehrengäste an der Hundekehle erwartet.
Am Wochenende (10. und 11. Mai) zeigen dann die besten Rollstuhl-Tennisspielerspieler Deutschlands – Steffen Sommerfeld und Sven Hiller - im Rahmen eines Schaukampfs ihr Können.

NEWS vom 17.04.2008 Die Liste der Stars, die im Mai im Grunewald aufschlagen werden, wächst weiter. Mittlerweile haben neun der aktuellen Top Ten-Spielerinnen ihre Zusage gegeben, darunter jetzt auch Anna Chakvetadze (Weltranglisten-Nr. 6) und Elena Dementieva (Nr. 8, beide Russland) sowie die Slowakin Daniela Hantuchova (Nr. 10). Aufgrund ihrer bis zu den French Open andauernden Auszeit vom Turniergeschehen wird Venus Williams (USA, Nr. 7) in Berlin nicht an den Start gehen können.

NEWS vom 01.04.2008 In den letzten Tagen haben weitere Top Ten-Spielerinnen für die Qatar Telecom German Open 2008 zugesagt. Nach den bereits gemeldeten Justine Henin und Ana Ivanovic kommen auch die russische Vorjahres-Finalistin Svetlana Kuznetsova (Weltranglisten-Nr. 4), ihre Landsfrau Maria Sharapova (5.) und die US-Amerikanerin Serena Williams (8.) an die Hundekehle. Damit stehen bereits jetzt fünf der ersten zehn Spielerinnen der aktuellen Weltrangliste als Teilnehmerinnen in Berlin fest.

In diesem Jahr (vom 5. bis 11. Mai 2008) richtet die Qatar Tennis Federation (QTF) bereits zum vierten Mal die German Open der Tennisfrauen in Berlin aus.
Fast schon genau so lange wurmt das ständige Misstrauen der Berliner Presseöffentlichkeit die Qataris. Kaum hatten sie 2005 die Lizenz für das Berliner Traditionsturnier vom hoch verschuldeten Deutschen Tennis Bund (DTB) erworben (und den Fortbestand der Veranstaltung damit überhaupt erst gesichert), sahen sie sich auch schon mit den ersten skeptischen Fragen konfrontiert. Ob sie die German Open nicht nur gekauft hätten, um die Lizenz mit der höchsten Turnierkategorie Tier I auf die heimische Veranstaltung in Doha zu übertragen und Berlin in den niedrigeren Tier II-Status "abzuschieben", zum Beispiel. Oder, ob man denn im nächsten Jahr überhaupt noch mal wiederkommen würde, wenn man keinen Überschuss erwirtschafte?

Gewohnt höflich und äußerlich offenbar nicht aus der Ruhe zu bringen versicherten die Vertreter der Qatar Tennis Federation geradezu gebetsmühlenartig, dass sie sich ganz bewusst für den Standort Berlin entschieden hätten, dass es ihnen um die guten Präsentationsmöglichkeiten gehe, die das Scheichtum hier habe und vor allem, dass sie es sich zur Aufgabe machen wollten, die German Open als Turnier von Jahr zu Jahr attraktiver zu machen.
Im vergangenen Jahr griffen die Qataris dann sogar kurz entschlossen einen Songtitel der deutschen Band "Wir sind Helden" auf:
"Wir sind gekommen, um zu bleiben" prangte auf den T-Shirts, die sich Sheikh Mohamed Bin Faleh Al Thani (Präsident der QTF) und Turnierdirektor Ayman Azmy demonstrativ zur Eröffnungspressekonferenz der Qatar Telecom German Open 2007 übergestreift hatten.

Jetzt war es wieder eine Pressekonferenz, die die Organisatoren des größten deutschen Frauen-Tennisturniers für eine spektakuläre Stellungnahme nutzten.
Diesmal kam Azmy allen ZweiflerInnen zuvor und ging gleich selbst in die Offensive.
"Wir wünschen uns nichts mehr, als dass wir endlich mal wieder eine deutsche Spielerin im Finale der German Open sehen," führte er ein, und kann sich damit der Zustimmung vieler Tennisfans sicher sein. Doch Ayman Azmy wäre nicht der umtriebige Turnierdirektor, der er ist (neben den Qatar Telecom German Open organisiert er auch die Frauen- und Männerturniere in Katar sowie in diesem Jahr erstmals die Year End Championships in Doha), hätte er aus seiner Aussage nicht schon längst Schlüsse gezogen: "Daher werden wir einen Brief an die anderen Turnierdirektoren in Deutschland schreiben und einen Runden Tisch während der German Open in Berlin anregen. Wir wollen das deutsche Tennis wieder zu goldenen Zeiten bringen. Wir wollen den Zuschauern beweisen, wie ernst es uns mit dem Engagement hier ist."

Azmys Vorstellung nach könnte ein Anteil aus dem Ticketverkauf bei allen deutschen Turnieren in einen Fond zur Förderung des deutschen Nachwuchses einfließen. "Davon würden wir alle profitieren: Die Turniere genauso wie die Medien und das Publikum", erklärte er, um gleich darauf wieder höfliche Zurückhaltung zu üben. Man wolle keinesfalls irgendeine Führungsrolle unter den deutschen Turnierveranstaltern einnehmen, sondern nur Anregungen geben und versuchen, zu helfen. Trotz aller demonstrierten Bescheidenheit sollte nun jedoch allen klar sein, wie ernst es den Qataris ist. Auch wer die Rettung der German Open vor drei Jahren noch nicht als solche wahrgenommen hatte (oder wahrnehmen wollte) wird konstatieren, dass die Qatar Tennis Federation nun schon ein zweites heißes Eisen anpackt, von dem der DTB allzu lange die Hände gelassen hat. Immer wieder wurde auf Veränderungen in der Jugendarbeit gedrängt, doch zu einem echten Umbruch konnte sich der Verband auch rund ein Jahrzehnt nach dem Karriereende der Grafs, Beckers und Stichs nicht durchringen.

So ist nicht nur den Qataris zu wünschen, dass die Öffentlichkeit den Beweis ihrer Ernsthaftigkeit endlich annimmt, sondern uns allen, dass sie gleichzeitig einen weiteren wertvollen Anstoß für die Zukunft des deutschen Tennis gegeben haben. Und vor allem, dass dieser nicht nur gewürdigt, sondern auch von den Verantwortlichen aufgegriffen wird.

Weitere Infos unter: www.german-open.org


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Beitrag vom 08.02.2008

Sylvia Rochow