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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 19.02.2009

Das Emirat Dubai verwehrt Israels bester Tennisspielerin Shahar Peer die Einreise
Sylvia Rochow

Die 21-JĂ€hrige kann nicht bei den Dubai Tennis Championships antreten. WĂ€hrend die WTA mit der Streichung des Turniers droht, sind bereits Sponsoren ausgestiegen.



In der Spalte der offiziellen Turnierauslosung, die darĂŒber Auskunft gibt, warum eine Spielerin nicht antreten kann, finden sich normalerweise Begriffe wie "BĂ€nderdehnung", "Oberschenkelzerrung" oder "Schulterverletzung". Im Fall der Israelin Shahar Peer heißt es bei den in dieser Woche stattfindenden Barclays Dubai Tennis Championships jedoch: "Verweigerung des Visums".

Turnier-Direktor Salah Tahlak wollte dies nicht als politisches Signal verstanden wissen, sondern fĂŒhrte "Sicherheitsrisiken" fĂŒr Peer und die gesamte Veranstaltung als Argument an. Im Hinblick auf den jĂŒngsten Gaza-Krieg seien Fan-Proteste in dem arabischen Emirat befĂŒrchtet worden.

Wenngleich fĂŒr das laufende Turnier keine Konsequenzen von Seiten der Spielerinnen-Organisation WTA beschlossen wurden, machte ihr Chef Larry Scott in einer ErklĂ€rung mittlerweile unmissverstĂ€ndlich klar, dass dies fĂŒr die nĂ€chste Auflage 2010 ganz anders aussehen könnte: "Die Zukunft des Turniers steht sehr in Zweifel. Wir sind verĂ€rgert und empört. Es wird auf jeden Fall Sanktionen geben, aber erst nach dem Turnier. Was wir auch entscheiden: Es wird sein sehr klares Signal sein." Zahlreiche Spielerinnen bekundeten ebenfalls ihre SolidaritĂ€t mit der israelischen Weltranglisten-48. Bereits in Auckland
Anfang Januar 2009 hatte es Proteste gegen sie gegeben.

Schneller als die WTA handelten Sponsoren und Fernsehanstalten: Das Wall Street Journal Europa strich seine UnterstĂŒtzung fĂŒr die Veranstaltung mit dem Hinweis "Unsere Philosophie sind freie MĂ€rkte und freie Menschen und diese Visa-Verweigerung lĂ€uft dem zuwider." Der fĂŒr den Markt in den USA bedeutsame TV-Sender "Tennis Channel" nahm sĂ€mtliche Übertragungen aus Dubai aus seinem Programm.

Bei allen Reaktionen steht jetzt schon fest: Die AffĂ€re um die verweigerte Einreise wird nicht ad acta gelegt werden können, nachdem am Samstag das Frauenfinale ĂŒber die BĂŒhne gegangen ist. Ab dem nĂ€chsten Montag treten nĂ€mlich die MĂ€nner in Dubai an, unter den gemeldeten Spielern ist auch Peers Landsmann Andy Ram. Er forderte die Verantwortlichen der Frauen- und MĂ€nnertour auf, Turniere abzusagen oder zumindest mit hohen Geldstrafen zu belegen, bei denen Sportlerinnen und Sportler ausgeschlossen werden. Der Australian Open-Sieger im Doppel von 2008 möchte unbedingt an den Start gehen: "Es ist eine der grĂ¶ĂŸten Veranstaltungen im Turnier-Kalender, also mĂŒssen sie Wege finden, dass Israelis dort spielen können." Ob dies gelingt, dĂŒrfte bis zur letzten Minute fraglich bleiben.

News vom 20.02.2009

Nach Angaben der Spielerorganisation ATP kann der israelische Tennisprofi Andy Ram beim MĂ€nnerturnier in Dubai vom 23. bis 28. Februar an den Start gehen. Die zustĂ€ndigen Behörden in den Vereinigten Arabischen Emiraten wĂŒrden ihm ein Visum erteilen.



NEWS vom 25.2.2009Die WTA hat das Turnier in Dubai wegen des verweigerten Visums fĂŒr Shahar Peer mit einer Rekordstrafe in Höhe von 300.000 US-Dollar belegt. Aus einem Teil dieser Summe werden sowohl die Israelin, als auch die als Doppelpartnerin vorgesehene Anna-Lena Grönefeld aus Deutschland mit 44.250 bzw. 7.950 Dollar entschĂ€digt, der restliche Betrag geht an wohltĂ€tige Zwecke. Peer erhĂ€lt zudem Ranglistenpunkte gutgeschrieben.

FĂŒr den Erhalt des Turniers in dem arabischen Emirat stellt die Spielerinnenorganisation außerdem Bedingungen. So muss die Einreise fĂŒr alle israelischen Spielerinnen und Spieler im kommenden Jahr spĂ€testens acht Wochen vor Beginn des Turniers garantiert sein. Sollte sich Shahar Peer 2010 aufgrund ihrer Weltranglisten-Position nicht direkt fĂŒr die Veranstaltung in Dubai qualifizieren, mĂŒssen ihr die Turnierorganisatoren eine Wildcard zusprechen.



NEWS vom 27.2.2009Nach Angaben der Internationalen Tennis Föderation ITF, die die Teamwettbewerbe FedCup (Frauen) und Davis Cup (MÀnner) veranstaltet, wird die Heimpartie der schwedischen MÀnnermannschaft gegen Israel vom 6. bis 8. MÀrz 2009 in Malmö ohne Publikum ausgetragen.
Die Stadtverwaltung hatte den Einlass von ZuschauerInnen "wegen Sicherheitsbedenken" untersagt. In den vergangenen Tagen waren mehrere anti-israelische Demonstrationen in Malmö angekĂŒndigt worden.
Die schwedische Hauptstadt Stockholm hatte sich daraufhin kurzfristig als Ausweichort angeboten, aus organisatorischen GrĂŒnden sei dies jedoch nicht mehr möglich.
Die ITF kĂŒndigte an, die Thematik bei der nĂ€chsten Sitzung des Davis Cup-Komitees auf die Tagesordnung zu setzen um zu beraten, "wie Ă€hnlichen Situationen zukĂŒnftig vorgebeugt werden kann."




Weitere Infos unter: www.shaharpeer.co.il und www.wtatour.com

AVIVA - Tipps + Tests Beitrag vom 19.02.2009 Sylvia Rochow 





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