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AVIVA-BERLIN.de im Juli 2021 - Beitrag vom 10.07.2003


Gestalten mit Farbe
Anja Kesting

"Ich bin zweifellos verrückt nach Farbe. Ich habe alles angestrichen, was ich besitze - mit einer Ausnahme. Meine Katzen", gesteht Andrea Maflin und schrieb darum ein Buch über Spaß mit Farbe.




Und den hatte ich auch! Neue Wohnung: 70m², Altbau, alles weiße Wände, und Andrea Maflins Buch "Gestalten mit Farbe" in den Händen. Wer jetzt bei mir noch weiß entdeckt, dem gebe ich ein Abendessen aus.

Angefangen hat alles ganz harmlos: Langer, dunkler Flur, eine Wand vertäfelt - Igitt.
Jetzt: Den Sonnenuntergang eingefangen. Geht ganz einfach: Die Wände mit gelber Farbe streichen. Eine Hand voll Sand sofort in der nassen Farbe verreiben, mit einem Haushaltpinsel lässt sich der Sand gut in der Farbe verrühren. Gibt das totale Urlaubsfeeling. Die Vertäfelung mit Dispersionsfarbe und Möbelwachs patiniert, wirkt wie abgewetztes Strandgut, absolut romantisch.

Einmal den Duft der Farben in der Nase, gab es kein Halten mehr. Jetzt war die Küche dran. Gewischter Kalklasureffekt - zum Dahinschmelzen. Und so einfach: Die Wände mit einer Seidenglanz-Ölfarbe grundieren und gut trocknen lassen.
Ich habe einen Ton gewählt, der dunkler als der Deckanstrich ist, um einen effektvollen Kontrast zu erzielen. Mit einem großen Pinsel wird dann Dispersionsfarbe über die Ölfarbe gestrichen. Der Pinsel darf nicht zu stark getränkt sein, die Pinselstriche werden kreuz und quer durchgeführt. An manchen Stellen darf die Grundierung ruhig durchschimmern. Die Deckschicht völlig trocknen lassen. Einen alten Lappen mit Verdünner befeuchten und behutsam einige Bereiche der oberen Farbschicht abwischen, sodass die Grundierung durchschimmert. Die klassische südländische Küche, jetzt müsste ich nur noch kochen können...

Für das Schlafzimmer wünschte ich mir etwas Verwegenes: Craquelé mit Gummiarabikum. Bewirkt einen Effekt als würden die Wände vor lauter Rissen gleich zusammenstürzen, etwas morbid, aber sehr, sehr...
Eigentlich sollte frau sanfte Pastelltöne verwenden, aber ich steh mal auf Rot und Gelb. Anwendung wie immer simpel: Die Fläche zuerst mit Dispersionsfarbe grundieren und trocknen lassen. Die Farbe (Gelb) schimmert später durch die Risse. Nach dem Trocknen wird auf der Grundierung eine dicke Schicht Gummiarabikum aufgetragen. Ebenfalls vollständig trocknen lassen. Die Rolle in Dispersionsfarbe (Rot) tauchen und in einem Zug über das Gummiarabikum rollen. Der Trick besteht darin, die Farbe in einen einzigen Strich dick aufzutragen. Durch Vor- oder Zurückrollen würde man den Effekt ruinieren. Die Risse bilden sich recht schnell und werden durch mit dem Trocknen der Farbe noch größer. Einfach galaktisch, es fehlt nur noch der passende Kronleuchter

Ein weißer Raum, aber noch 1000 Ideen in Kopf, schwierig, schwierig.
Sgraffito, basierend auf den Maltechniken aus unserer Schulzeit. Wachsmaler kennt bestimmt noch jeder, zwei Farben übereinander malen und mit einem spitzen Stift, Linien und Figuren, Häuser etc hervorzaubern, so in etwa funktioniert es auch bei Sgraffito. Als Grundierung trage ich vier verschiedenen Farbtöne in Orange auf.
Die Farbbereiche dürfen ruhig unregelmäßig groß sein, weil sie später ohnehin weitgehend überdeckt werden. Die Grundierung über Nacht trocknen lassen. Für die Deckschicht Dispersionsfarbe und Lasurmedium zu gleichen Teilen mischen und in Streifen von etwa einem Meter Breite auf die Wand auftragen. Der spitze Stift war in diesem Fall der Radiergummi von einem Bleistift mit dem ich wunderschöne Linien, Elemente, und Ornamente zeichnete. Wunderbar

Und wenn Sie wissen wollen, wie meine Wohnung aussieht, schauen und lesen Sie nach:



Gestalten mit Farbe
Neue Effekte für Wände, Möbel und mehr
Andrea Maflin

ISBN 3-7667-1517-6
2002 Verlag Georg D.W. Callwey GmbH
128 Seiten, 367 farbige Abbildungen und 9 Zeichnungen
Gebunden mit Schutzumschlag
€ 29,95




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Beitrag vom 10.07.2003

AVIVA-Redaktion 






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