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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2021 - Beitrag vom 30.05.2008


Silke Rottenberg ist aus der Fußball-Nationalmannschaft zurückgetreten
Sylvia Rochow

"Et war ne super jeile Zick" - das waren die Worte, die die ehemalige Welttorhüterin Anfang der Woche auf ihrer Homepage wählte. Gestern stand sie gegen Wales zum letzten Mal im DFB-Tor.




Mit diesem Schritt hatte wenige Monate vor den Olympischen Spielen in Peking wohl niemand gerechnet: Nationaltorhüterin Silke Rottenberg, aktuell Nummer zwei hinter Nadine Angerer, ist mit sofortiger Wirkung aus der Frauennationalmannschaft zurückgetreten.

Beim EM-Qualifikationsspiel gegen Wales am Donnerstag, 29. Mai 2008 in Kassel stand die 36jährige noch mal in der Nationalelf zwischen den Pfosten. Punkt 17.45 Uhr war dann Schluss, als Nadine Angerer wenige Minuten vor Ende der Partie für ihre langjährige Konkurrentin eingewechselt wurde und Silke Rottenberg die Standing Ovations des Publikums entgegen nehmen konnte. Ihr erstes Länderspiel hatte die gebürtige Euskirchenerin am 7. April 1993 gegen die USA bestritten, fast genau 15 Jahre später war ihr 126. nun gleichzeitig ihr letztes Spiel im DFB-Dress. Die Nationalelf bezwang Wales ungefährdet mit 4:0 und machte ihrer Torhüterin damit ein angemessenes Abschiedsgeschenk.

Vor allem die Aufeinandertreffen mit den US-Amerikanerinnen waren es, die Rottenbergs internationale Karriere prägten. So ist es wenig verwunderlich, dass auch ihr wohl bestes Spiel überhaupt eine Partie gegen die USA war: Im WM-Halbfinale 2003 hielt "Rotti" zahlreiche "Unhaltbare" und trug damit wesentlich zum 3:0-Sieg der deutschen Frauen bei. Das 2:1 nach Verlängerung im Finale gegen die Schwedinnen brachte Silke Rottenberg ihren größten Titel ein, den Weltmeisterschafts-Gewinn. Im gleichen Jahr wurde die Deutsche zur Welttorhüterin gewählt. Sie ist zudem dreifache Europameisterin (1997, 2001 und 2005) und gewann zwei olympische Bronzemedaillen (2000 und 2004). Den zweiten deutschen Weltmeisterschafts-Triumph erlebte Rottenberg dann 2007 als Nummer zwei hinter Nadine Angerer.

Der Rücktritt Rottenbergs ist vor allem als Konsequenz der zuletzt immer größer werdenden Verletzungsanfälligkeit zu sehen. Gerade der Kreuzbandriss zu Beginn des Jahres 2007 scheint Spuren hinterlassen zu haben, aber sicherlich auch die Aussicht, dass an einer gesunden und in Form spielenden Nadine Angerer in der nächsten Zeit nicht mehr vorbeizukommen sein wird - zumal die Konkurrentin einige Jahre jünger ist.

Noch spielt Silke Rottenberg für ihren Verein, den 1. FFC Frankfurt, in der Frauen-Bundesliga. Sie will dort noch eine Saison anhängen. Aber sie weiß auch schon, was danach kommen soll: "Ich habe alle Trainer-Lizenzen erworben, bin im Besitz der Fußball-Lehrer-Lizenz und würde daher gerne in den Trainer-Bereich gehen. Ich will die Erfahrungen, die ich als Spielerin gemacht habe, jungen Torhüterinnen weitergeben."

Da bleibt am Ende einer großen internationalen Karriere nur zu sagen: "Danke Silke - Maach et jot!"

www.silke-rottenberg.de

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Beitrag vom 30.05.2008

Sylvia Rochow