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AVIVA-BERLIN.de im März 2021 - Beitrag vom 17.04.2001


Schön & Gesund Teil 1
Gastautorin

Neben der Vorgeschichte des Augentrainings stellen wir Ihnen im folgenden einige Übungen zur Entspannung und Stärkung Ihrer Augen vor.




Vorgeschichte

Augentraining - kann die Sehkraft verbessert werden?

Immer mehr Menschen haben ihren Arbeitsplatz am PC, darüber hinaus werden unsere Augen mit immer größeren Fluten an visueller Information bombardiert - wie sollen unsere Augen das eigentlich alles bewältigen?

Ca. 20% der Deutschen leiden heute an Kurzsichtigkeit. Leider gibt es bisher bei der so weit verbreiteten Fehlsichtigkeit anscheinend keine Hoffnung auf Besserung. Der Arzt verschreibt eine Brille - und das war`s. Bei der nächsten Untersuchung sind die Augen meist dann auch noch schlechter geworden.

Gewöhnen sich die Augen an die Brille und sind sie einfach überfordert? Gibt es eine Möglichkeit die Sehkraft zu regenerieren?

Die Augen - Spiegel der Seele
Das Augentraining basiert auf der Überzeugung, dass Fehlsichtigkeiten wie Kurz- oder Weitsichtigkeit Defekte sind, die dadurch entstehen, dass das Zusammenspiel zwischen Sehen und Verarbeiten/Wahrnehmen gestört ist. Entweder die Augen sind schlichtweg überanstrengt oder sie haben sich über Jahre hinweg eine "falsche Sichtweise" angewöhnt. Versuche ich etwas, was ich nicht sehen möchte zu verdrängen, oder ist mein Sehen zu verkrampft? Richtig, hier geht es sowohl um eine physiologische als auch um eine psychologische Sichtweise. Das schließt nicht aus, dass eine genetische Veranlagung zur Fehlsichtigkeit vorliegt. Es ist aber auffällig, dass sie verstärkt zu bestimmten Lebensphasen, wie in der Pubertät, auftritt. Die meisten Menschen kommen mit gesunden Augen auf die Welt. Eigentlich erstaunlich, dass in einer Zeit, in der immer häufiger über ganzheitliche, alternative Heilmethoden geredet wird, die Augen außer Acht gelassen werden! Dabei werden sie im Volksmund als Spiegel der Seele bezeichnet! Ich selber habe mich mit dem Augentraining befasst, überzeugt davon, dass die Sehfähigkeit mit der aktuellen Tagesverfassung schwankt und somit besser oder schlechter werden kann. Wenn die Augen entspannt und ausgeruht sind, sehe ich besser. Also versuche ich diesen Zustand immer wieder zu erreichen. Es gehört viel Disziplin dazu, immer wieder an die Augen zu denken, Pausen einzulegen und kleine Übungen zu machen. Das wichtigste jedoch ist, das Sehen bewusster wahrzunehmen: Wann sehe ich schlechter, sind meine Augen überfordert oder will ich etwas nicht sehen?

Der Weg zum besseren Sehen kann lang sein. Aber es lohnt sich, ihn in Angriff zu nehmen!

Was ist das genau: Augentraining?
Das Augentraining umfasst zwei Aspekte: Erstens werden die Augen durch bestimmte Übungen gelockert und entspannt. Zweitens soll die Augenmuskulatur gezielt trainiert und gestärkt werden. Es basiert auf der Überzeugung, dass die Sehkraft tatsächlich verbessert, zumindest aber stabil gehalten werden kann. Wer sich mit diesen Trainingsübungen befasst, sollte genügend Ehrgeiz, sprich die Überzeugung haben, daß die Augen sich verbessern KÖNNEN.

Ein zweifelnder Arzt...
Die Techniken des Sehtrainings wurden von einem zweifelnden Arzt entwickelt. Vor ca. 100 Jahren gewann Dr. William Bates, ein angesehener New Yorker Facharzt immer mehr die Überzeugung, dass die Sehkraft beeinflussbar sein kann, denn er stellte fest: "Ich habe sowohl Weitsichtigkeit als auch Kurzsichtigkeit kommen und gehen sehen. Meine Patienten konnten manchmal besser und manchmal schlechter sehen." Er stellte die gängige Ansicht in Frage, dass die Form des Augapfels, einmal fixiert, sich niemals ändert. Und das, nachdem er seinen Beruf jahrelang nach den konventionellen, wissenschaftlichen Methoden ausgeübt hatte.

Macht Stress krank?
Er stellte Thesen auf, die damals revolutionär waren und es eigentlich auch heute noch sind: "Sehdefekte und sogar Krankheiten können durch emotionalen Stress und Druck beeinflusst werden. Nicht unsere Augen lassen uns im Stich sondern wir lassen sie im Stich. Entspannt und gesund sehen wir, so gut wir eben sehen können, was nicht notwendigerweise bedeutet, dass wir genauso gut sehen wie irgend jemand sonst. Wo Spannung oder ein Trauma extrem werden, zum Beispiel bei einem Kriegstrauma, kann sich bei Menschen mit normalen Augen totale Blindheit einstellen." "Die Form des Augapfels ist flexibel, sie kann sich ständig verändern, als Reaktion auf viele Faktoren, darunter auch die Spannungsmuskeln." Bates ging soweit, dass er neuen Patienten die Brille wegnahm und sie zertrümmerte! Selbstverständlich fanden das seine Kollegen gar nicht komisch und straften ihn mit Spott. Verständlich, dass sich die wenigsten Ärzte mit solchen Thesen beschäftigen: es ist soviel einfacher eine Brille zu verschreiben, als ein monatelanges Sehtraining mit dem Patienten in Angriff zu nehmen.

Die Kunst des Sehens
Auch Aldous Huxley, berühmt durch das Buch "schöne neue Welt", war ein Patient von Bates. Als junger Mann war er infolge von Hornhautverkrümmungen fast gänzlich erblindet gewesen. Mit Hilfe von Bates Sehschule gelang es ihm, einen Großteil seiner Sehkraft wiederzugewinnen. Er schrieb über seine Erfahrungen das Buch: "die Kunst des Sehens". Huxley: "Ich bin von den berühmtesten Kapazitäten des Fachs behandelt worden, ohne dass eine einzige auch nur mit einer Silbe von einem geistigen Aspekt des Sehens gesprochen oder erwähnt hätte, daß man Auge und Gehirn auch falsch gebrauchen kann." und: "im Zustand wacher Passivität und dynamischer Entspannung spielen sich Gehirn und Augen gegenseitig "den Ball" des Wahrnehmens, Auswählens und Erkennens zu."


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Beitrag vom 17.04.2001

AVIVA-Redaktion