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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2021 - Beitrag vom 22.05.2006


Das waren die Qatar Telecom German Open 2006
Sylvia Rochow

Die Russin Nadia Petrova gewinnt zum ersten Mal die Qatar Telecom German Open der Tennisdamen. Deutschlands größtes Damenturnier findet auch 2007 in Berlin statt.




© Fotos: Bonnie Glänzer
Die beste Nachricht hatte sich Sheikh Mohammad Bin Faleh Al-Thani, Präsident der gastgebenden Qatar Tennis Federation (QTF), für den Schluss aufgehoben, als er bekannt gab, dass die German Open auch 2007 in Berlin stattfinden werden. "Wir haben viele positive Rückmeldungen bekommen und haben etliche Ideen, was wir im nächsten Jahr zusammen mit unseren Sponsoren machen können. Wir möchten, dass dieses Turnier immer größer wird. Unsere hiesigen Partner von Rot-Weiß Berlin bringen uns mit den richtigen Leuten in Kontakt, um auch lokale Sponsoren gewinnen zu können. Wir wollen Berlin nicht verlassen und würden am liebsten für die nächsten zehn Jahre hier bleiben."
Ein positives Fazit der Veranstaltung zog auch der Vorsitzende des Titelsponsors Qatar Telecom, Sheikh Abdulla Bin Mohammed Bin Saud Al-Thani: "Wir werden gute Erinnerungen aus Berlin mitnehmen und wollen das Turnier auch im nächsten Jahr unterstützen."

Vorangegangen war vom 8. bis 14. Mai 2006 eine spannende Tenniswoche bei strahlendem Sonnenschein und mitreißenden Matches. Sie fand ihren Höhepunkt in einem wahren Tennis-Krimi zwischen Nadia Petrova (Russland) und Titelverteidigerin Justine Henin-Hardenne (Belgien). Nach unfassbaren 2 Stunden und 48 Minuten konnte sich die 23-jährige Russin vor 6.000 begeisterten ZuschauerInnen mit 4:6, 6:4 und 7:5 gegen die dreimalige German Open-Siegerin durchsetzen. Insgesamt kamen fast 50.000 BesucherInnen auf die idyllische Anlage des LTTC "Rot-Weiß" am Hundekehlesee. Im Vergleich zum Vorjahr mit 46.000 ZuschauerInnen bedeutet dies eine deutliche Steigerung und die beste BesucherInnenzahl seit 2001, als 51.000 Tennisfans in den Grunewald strömten. Erfreulich auch für die Finanzierung des Traditionsturniers, dass der Logen-Verkauf um 20 Prozent gesteigert werden konnte.

Zum zweiten Mal zeichnete sich der Tennisverband von Qatar für die Ausrichtung der German Open verantwortlich. Die QTF hatte im vergangenen Jahr die Rechte an Deutschlands größtem Damen-Turnier vom Deutschen Tennis Bund (DTB) erworben und die Fortsetzung der Veranstaltung in Berlin gesichert. Dass die deutsch-qatarische Zusammenarbeit seither vertieft und erweitert wurde, konnten die Tennisfans auch auf der Anlage hautnah miterleben. Das Informationsangebot über das Scheichtum am Persischen Golf im Cateringbereich wurde ausgebaut, in einem orientalischen Zelt konnten sich die BesucherInnen zum Beispiel Geschichten über das traditionelle Perlentauchen im Meer anhören und typische kulinarische Leckereien kosten. Im Zuge eines Austausch-Programms waren außerdem elf Schieds- und Linienrichter aus Qatar bei den German Open im Einsatz. Der Berlin-Besuch war Teil eines Austausch-Programms mit der Deutschen Tennis-Schiedsrichter-Vereinigung (DTSV). Im Gegenzug werden im nächsten Jahr DTSV-Schiedsrichter in Doha als Unparteiische eingesetzt.

Für die deutschen Spielerinnen verlief das Turnier eher enttäuschend. Mit Anna-Lena Grönefeld (Nordhorn), Julia Schruff (Augsburg), Martina Müller (Hannover), Sandra Klösel (Moers) und Sabine Lisicki (Berlin) standen fünf Deutsche im Hauptfeld. Von den sieben Deutschen, die über das Qualifikationsturnier den Sprung ins Hauptfeld schaffen wollten, konnte sich keine diesen Traum erfüllen.
Während die Zweitrunden-Niederlagen von Martina Müller gegen Svetlana Kuznetsova (Weltranglisten-Nr. 10) und von Julia Schruff gegen die wiedererstarkte Schweizerin Martina Hingis nicht überraschend kamen, war das frühe Ausscheiden der zur Zeit besten Deutschen, Anna-Lena Grönefeld, eine herbe Enttäuschung. Die Weltranglisten-Nr. 14 verlor in Runde zwei gegen die 33 Plätze hinter ihr eingestufte Kolumbianerin Catalina Castano.

Die Israelin Anna Smashnova (Weltranglisten-Nr. 45) scheiterte in der dritten Runde mit 3:6, 3:6 an Patty Schnyder. Damit kam sie zwar eine Runde weiter als 2005, war aber weit entfernt von ihrem Halbfinaleinzug in Berlin 2002.
Ein starkes Turnier spielte die Chinesin Na Li, die eindrucksvoll den Tennis-Boom in ihrem Heimatland repräsentierte und erst im Halbfinale der späteren Siegerin Nadia Petrova unterlag. Ebenfalls im Halbfinale schied die Weltranglisten-Erste Amélie Mauresmo aus Frankreich aus. Die 26jährige unterlag Justine Henin-Hardenne, war aber auch dadurch im Nachteil, dass sie zuvor zunächst noch ihre Viertelfinalpartie gegen Martina Hingis beenden musste.

Lesen Sie auch das Interview mit: Svetlana Kuznetsova von 2006 und mit Amélie Mauresmo


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Beitrag vom 22.05.2006

Sylvia Rochow