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AVIVA-BERLIN.de im Juli 2021 - Beitrag vom 30.08.2003


Comics von Frauen auf der Comic Messe in Berlin
Gerlinde Behrendt

Independant Verlage präsentieren ihre Publikationen




Die Manga-Welle hat ein zunehmendes Interesse von Frauen und Mädchen an dem Genre bewirkt - z.B. der Erfolg von "Sailormoon". Aber auch die ambitionierten Kunst-Comics holen auf. Auf der Berliner Comic-Messe haben viele der ausstellenden Independant Verlage bekannte Zeichnerinnen präsentiert, "weibliche" Themen und Figuren haben Hochkonkunktur. Das Image des Comics als "reine Jungs-Kultur" ist längst passé. Eine weitere zu beobachtende Tendenz ist die Gründung von Eigenverlagen durch Künstlerinnen, die ihren eigenen Weg gehen und sich keiner bestimmten "Richtung" der Comic-Szene anpassen mögen.

Gleich zu Anfang fielen uns zwei Frauen auf, die nicht auf die Zustimmung etablierter Verlage warten wollten, sondern ihre Arbeiten kurzerhand selbst herausgegeben haben: Hüftschwung - das ist ein Comic-Magazin der Kunststudentin Marion Müller aus Köln, mit eigenen Comics und Gastbeiträgen. Und die Berlinerin Salomea, die "einfach schöne und originelle" Bilder und Geschichten machen möchte und sie auch sie auch in Kleinstauflagen selbst herstellt.

Am Info-Stand der Künstlergruppe Monogatari trafen wir Ulli Lust. Sie hat zusammen mit Kathi Käppel, Mawil, Kai Pfeiffer, Tim Dinter und Jens Harder den Verlag Monogatari gegründet. Berühmt geworden sind die Comic-Reportagen "Alltagsspionage" von Monogatari. Kathi Käppel hat kürzlich eine Reihe von illustrativen Comic-Zeichnungen im Berliner Stadtmagazin 030 veröffentlicht.

Über die edition panel wird der Comic Rendsburg, Prinzessinenstraße von Elke Steiner publiziert und vertrieben. Die Arbeit entstand in Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum Rendsburg und arbeitet die Geschichte der kleinen norddeutschen jüdischen Gemeinde in Comic-Form auf.

Der Berliner Verlag Reprodukt gibt Werke von Anke Feuchtenberger heraus. Ihr neues Buch, "Die Hure H", hat sie gemeinsam mit der Schriftstellerin Katrin de Vries produziert. Sie zeigt Aspekte des Hurendaseins, die den populären Klischees in verstörender Weise widersprechen. Ebenfalls bei Reprodukt erscheint das New Yorker Tagebuch von Julie Doucet. Die kanadische Zeichnerin lebte und arbeitete zwei Jahre lang in Berlin. In dem "Tagebuch" verarbeitet sie einen New Yorker Studienaufenthalt in Bild-Episoden.

Auch aufgefallen: Der Mischer, Ein Magazin mit Comics, Illustrationen und Fotos, herausgegeben von Claudia Bernhardt, von dem es auch eine Internet-Version gibt.

Dimona ist der Name eines Magazins und eines Comic Verlag aus Tel Aviv, Israel. Die Künstlerinnen Meirav Shaul und Ifat Cohen verarbeiten in Ihren wunderschönen farbintensiven Comic Kompositionen Alltagserfahrungen: In "My Fish Has Gone Away" von Ifat Cohen ist das Lieblingshaustier blöderweise verschwunden und in "Domestic Episode" von Meirav Shaul klopft ein Unbekannter an die Tür, was zu wildesten Spekulationen Anlass gibt.....

Unsere Empfehlungen:
Ulli Lust und Kathi Käppel bei Monogatari:http://www.monogatari.de
Elke Steiners "Rendsburg, Prinzessinnenstraße": http://www.steinercomix.de" oder über http://www.edition-panel.de
Dimona - Magazin und Verlag: http://www.dimona.tk
Mischer - Magazin und Internetseite: http://www.cdot.de/mischerAnke Feuchtenber und Julie Doucet über Reprodukt:http://www.reproduktcomics.de


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Beitrag vom 30.08.2003

Gerlinde Behrendt