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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2018 - Beitrag vom 31.03.2004

Das Neuk├Âllnbuch.
Sharon Adler

Bekannte Neuk├Âllner Lokalgr├Â├čen wie Tanja D├╝ckers, Manuela Kay, Verena Sarah Diehl, K├Ąthe Kruse, Annette Berr, Heiko von Schrenk und viele andere schreiben ├╝ber ihren hei├čgeliebten Bezirk.



Wohl kaum ein anderer Berliner Stadtteil l├Âst derart kontroverse Gef├╝hle aus wie dieser. Neuk├Âlln, ├Ąhnlich wie Wedding im Norden, war schon immer ein "Arbeiterbezirk". Die einfachen Leute leben hier. Verkehrsg├╝nstig zu Kreuzberg gelegen, f├╝hlt sich hier allerdings ebenso die linke Szene zuhause wie T├╝rkInnen, AraberInnen, Kampfhunde aller Arten und - Eckkneipen. Denn die gibt es hier an jedem rechten oder spitzen Winkel. Hier gibt es keine Szenekneipen und auch keine sonstigen Attraktionen. Nicht einmal die Autobahn wurde fertiggebaut. Doch immerhin besitzt Neuk├Âlln das gr├Â├čte Sozialamt Europas!

Die 320.000 EinwohnerInnen tummeln sich mit ihren Haustieren in der Hasenheide, treffen sich zum Shoppen bei Karstadt am Hermannplatz, im "Zauberk├Ânig" in der Karl-Marx-Stra├če, wenn es darum geht, sich ein paar Pappnasen zu besorgen, oder vielleicht noch im neugestalteten K├Ârnerpark. Der Kindheitskulisse der Autorin dieser Zeilen ├╝brigens. Damals gab es dort noch keine Galerie, nur ein paar steinerne L├Âwen und eine einsturzgef├Ąhrdete, abgesperrte Br├╝cke, ├╝ber die man laufen musste, wollte man bei den anderen Knirpsen nicht als Angsthase gelten.

Wie lebt es sich also heute in Neuk├Âlln?
Aufschluss dar├╝ber wollen die AutorInnen dieses Bandes geben.
In dem Neuk├Âlln des "Titanic"-Autors Christian Y. Schmidt riecht es nach "nicht gegessener Blumenerde, zu feuchter Bettw├Ąsche und altem Kaffeesud. T├╝rkische Kinder spieln auf der Stra├če "Abstechen und Erschie├čen."
Verena Sarah Diehl schreibt eindrucksvoll dar├╝ber, dass die "Neuk├Âllner Lesben von hinten so aussehen, wie die t├╝rkischen Boys aus Bad Camberg-Erbach."
Heike Runge erz├Ąhlt, wie es auf der "Singenden, Klingenden Sonnenallee" zugeht, und Manuela Kay schlie├člich meint: "Neuk├Âllnerinnen ficken besser".

Das alles und noch mehr k├Ânnen Sie nachlesen im Kurzgeschichten-Band "Neuk├Âllnbuch", erschienen im Verbrecher-Verlag. Am besten in der U-Bahn, Linie U8.

Und wenn die Neuk├Âllner sich nicht "totgesoffen" haben, dann leben sie noch heute. Irgendwo zwischen Sonnenallee und Karl-Marx-Stra├če.





Neuk├Âllnbuch
Hrsg.: J├Ârg von Sundermeier, Verena Sarah Diehl, Werner Labisch
Mit Texten und Bildern von
: Doris Akrap, Annette Berr, Thomas Blum, Peter O. Chotjewitz, Simona Cruciani, Verena Sarah Diehl, Tatjana Doll, Tanja D├╝ckers, Oliver Grajewski, Monika Gro├čer├╝schkamp, Meike Jansen, Manuela Kay, Thomas Keck, J├╝rgen Kiontke, K├Ąthe Kruse, Kirsten K├╝ppers, Leonhard Lorek, OL, Heike Runge, Andreas R├╝ttenauer, Sarah Schmidt, Christian Y. Schmidt, Heiko von Schrenk, Sonja Vogel und Deniz Y├╝cel.
12,30 EURO
ISBN/EAN 3-935843-28-3
Verbrecher Verlag, erschienen im Dezember 2003
183 Seiten
Kartoniert200208039775" .



In der gleichen Reihe bisher erschienen: Kreuzbergbuch (2002), das Mittebuch (2003).



Buecher Beitrag vom 31.03.2004 Sharon Adler 





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