Simone Veil - Und dennoch leben. Die Autobiographie der großen EuropĂ€erin - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Buecher
AVIVA-Berlin .
.
P
R
.
.

AVIVA-Berlin > Buecher AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook AVIVA-Berlin auf twitter
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   JĂŒdisches Leben
   Interviews
   Literatur
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 


Happy Birthday AVIVA




AVIVA wishes you a happy and peaceful New Year 2018




Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Mai 2018 - Beitrag vom 18.05.2009

Simone Veil - Und dennoch leben. Die Autobiographie der großen EuropĂ€erin
Sharon Adler

Die französische Politikerin, Frauenrechtlerin und Auschwitz-Überlebende gewĂ€hrt Einblicke in ihr berĂŒhrendes privates und bewundernswertes politisches Leben. Versöhnung, Hoffnung, IntegritĂ€t und...



... Mut zeichnen bis heute diese Ausnahmepolitikerin aus, die stets gegen alle WiderstÀnde unbeirrbar ihren Weg gegangen ist.

Ebenso wie die Feministin und Schriftstellerin Simone de Beauvoir ist auch Simone Veil Symbol- und Galionsfigur der Frauenbewegung, sie war die mahnende Stimme wider das Vergessen, als die Kollaboration der Franzosen mit den Nazis und damit das Schicksal der französischen Juden totgeschwiegen wurde.

Simone Veil, das war aber auch die Privatperson, Mutter von drei Kindern, die gegen den Widerstand ihres Mannes Antoine und ihrer Vorgesetzten ihre Karriere vorantrieb.
Eine Karriere, die ihren Anfang nahm, als sie sich in der Pariser Anwaltskammer einschrieb. Seit 1946 durften Frauen auch an den PrĂŒfungen zur Richterin oder StaatsanwĂ€ltin teilnehmen. Ihren ursprĂŒnglichen Plan, RechtsanwĂ€ltin zu werden, ließ sie fallen und schlug stattdessen eine Karriere in der Staatsanwaltschaft ein.

Heute ist Simone Veil, geborene Jacob, eine der bekanntesten Politikerinnen Europas.
Sie war an der Umsetzung wichtiger Reformen beteiligt, so etwa an der Legalisierung der Abtreibung. Ihr Kampf fĂŒr die "Loi Veil" ist legendĂ€r. Daneben war sie als ĂŒberzeugte Vertreterin der europĂ€ischen Idee bekannt. Aber auch ihre persönliche Geschichte steht stellvertretend fĂŒr die unzĂ€hligen Juden und JĂŒdinnen unter der deutschen Besatzung. Ihr Bruder, ihr Vater und ihre Mutter wurden in Konzentrationslagern ermordet.

Simone Veil, geb. Jacob, wurde am 13. Juli 1927 in Nizza geboren und wuchs in einem sowohl strengen als auch liberalen und behĂŒteten jĂŒdischen Elternhaus mit ihren drei Geschwistern auf. Auch dieser unbeschwerten Zeit widmet die Politikerin mehrere Kapitel in ihrer Autobiographie. ZurĂŒckblickend erinnert sie sich aber auch an jedes Detail der Erniedrigung und Deportation, schmerzlich ist ihr bewusst, dass sie den Verlust ihrer in der Shoah ermordeten Familie niemals verwinden wird.

Obwohl es ihrer Familie zunĂ€chst gelang, mit Hilfe von falschen PĂ€ssen weiterhin in Nizza zu leben, flog ihre Tarnung 1944 auf und Simone wurde mit einer ihrer Schwestern und der Mutter deportiert, wĂ€hrend die dritte Schwester zunĂ€chst als Mitglied der RĂ©sistance in den Untergrund ging und erst spĂ€ter nach RavensbrĂŒck deportiert wurde – und ĂŒberlebte.

Aus den menschenverachtenden UmstÀnden vor, wÀhrend und auch noch nach der Deportation und dem Massenmord in den Lagern resultierte das lebenslange Streben von Simone Veil nach Autonomie und Gerechtigkeit.
Seit mehr als vierzig Jahren ist sie Vorsitzende der von Madame Pompidou gegrĂŒndeten Stiftung fĂŒr Behinderte und SeniorInnen.
Als französische Gesundheitsministerin in den Jahren 1974 bis 1979 machte sie sich gegen alle Sabotageversuche seitens der Kirche und Politik stark fĂŒr den Kampf gegen Aids in Afrika.
Als selbsternannte "GefĂ€ngnisaktivistin" sorgte sie fĂŒr Verbesserungen im Strafvollzug, und nicht zuletzt berichtet Simone Veil, von 1979 bis 1982 die erste PrĂ€sidentin des EuropĂ€ischen Parlaments, in ihrer Autobiographie authentisch von GesprĂ€chen und Begegnungen mit PolitikerInnen, darunter Hillary Clinton, Margaret Thatcher, Helmut Schmidt, Bill Clinton, Menachem Begin, Anwar al-Sadat, George Bush oder Nelson Mandela.
Unter Édouard Balladur wurde sie von 1993 bis 1995 erneut Ministerin fĂŒr die Ressorts Gesundheit, Soziales und Stadtwesen und von 1998 bis 2007 war Simone Veil Mitglied des französischen Verfassungsrates.

"Une vie", "Ein Leben", so der schlicht-bedeutsame Titel der in 2007 erschienenen Originalausgabe von Simone Veil, erschienen bei Éditions Stock, Paris. Ihrem Werk vorangestellt hat die Autorin diese Widmung:

FĂŒr Yvonne,
meine in Bergen-Belsen umgekommene Mutter.
FĂŒr Papa und Jean,
die in Litauen ermordet wurden.
FĂŒr Milou und Nicolas,
die zu frĂŒh von uns gegangen sind.
Und fĂŒr meine Familie,
fĂŒr das GlĂŒck, das sie mir schenkt.


Simone Veil schließt ihre Autobiographie ab mit dem Gedanken an ihre heute große Familie, die sich jedes Wochenende zum Mittagessen trifft – an ihrem Geburtstag waren es siebenundzwanzig Familienmitglieder.

Zur Autorin: Simone Veil, geb. 1927 in Nizza, ĂŒberlebte Auschwitz, die TodesmĂ€rsche und Bergen-Belsen, wĂ€hrend ihr Bruder, ihr Vater und ihre Mutter getötet wurden. Sie war Ministerin fĂŒr Gesundheit, Familie und Soziales und die erste PrĂ€sidentin des EuropĂ€ischen Parlaments. FĂŒr ihr Engagement fĂŒr die europĂ€ische Einigung wurde sie mit dem Karlspreis ausgezeichnet. (Quelle: Verlagsinformation)

AVIVA-Tipp: Ungeschminkt, nĂŒchtern und dennoch nicht emotionslos erzĂ€hlt die große EuropĂ€erin in ihrer Autobiographie von dem unbeschreiblichen Leid, von ihren politischen Erfolgen, aber auch Niederlagen. FĂŒr Simone Veil gibt es wohl nur ein Attribut: Bewundernswert.

Simone Veil
Und dennoch leben

Die Autobiographie der großen EuropĂ€erin
Originaltitel: Une Vie
Aus dem Französischen von: Nathalie MÀlzer-Semlinger
Gebunden, 316 Seiten, 30 Abbildungen
Aufbau-Verlag, erschienen FrĂŒhjahr 2009
978-3-351-02677-6
22,95 Euro


Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Madam Secretary - Die Autobiographie von Madeleine Korbel Albright

Der MÀchtige und der AllmÀchtige von Madeleine Korbel Albright

Buecher Beitrag vom 18.05.2009 Sharon Adler 





  © AVIVA-Berlin 2018 
zum Seitenanfang suche sitemap impressum datenschutz home Seite weiterempfehlenSeite drucken