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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 21.02.2005

W├Ârterbuch. Ein Roman von Jenny Erpenbeck
Sabine Grunwald

Was bleibt von der Elternliebe bestehen, wenn ein Kind erfahren muss, dass Vater und Mutter nicht ihre leiblichen Eltern sind, sondern die Folterer und M├Ârder derselben?



Ein M├Ądchen w├Ąchst wohlbeh├╝tet in einer s├╝damerikanischen Stadt auf. W├Ąhrend sie Klavier spielt und sich mit ihrer Freundin Anna unterh├Ąlt, klingen die drau├čen platzenden Reifen wie Sch├╝sse. Von ihrer Amme wird sie mit der Leidensgeschichte der Heiligen Difunta vertraut gemacht, w├Ąhrend Freunde und Bekannte spurlos verschwinden. Die Stadt wird immer freud- und lebloser.
Je ├Ąlter das M├Ądchen wird, umso mehr muss sie sich anstrengen, die Augen vor einem unheilvollen Geheimnis zu verschlie├čen. Ihr Leben ist eines aus zweiter Hand und muss ganz neu definiert und interpretiert werden.

Der geliebte Vater verrichtet eine m├Ârderische Arbeit hinter den Mauern des Staatsgef├Ąngnisses. Als die Wahrheit nicht mehr zu leugnen ist, muss sie sich entscheiden, was sie mit dem Wissen anf├Ąngt und welche Bedeutung das Wort "Elternliebe" f├╝r sie nun besitzt.

"Wozu sind denn meine Augen da, wenn sie sehen, aber nichts sehen? Wozu meine Ohren, wenn sie h├Âren, aber nichts h├Âren? Wozu all das Fremde in meinem Kopf?

Jenny Erpenbecks S├Ątze beschreiben das Grauen mit sch├Ânen, pr├Ązisen S├Ątzen und einer Beobachtungsgabe, die scharf wie ein Skalpell seziert. Auch das Ungesagte wird hier deutlich, versch├Ąrft geradezu das Unfassbare und Schreckliche der Geschichte. Scheinbar eindeutige Begriffe wie "Geburtstag", "Eltern", "Liebe" oder "Wahrheit" haben eine zweite Dimension.

AVIVA-Tipp: Ein Buch, das niemand so leicht vergessen wird. Jenny Erpenbeck hat das Talent, ein grausames Thema in einer poetisch sch├Ânen Sprache elegant zu verpacken.

Zur Autorin:
Jenny Erpenbeck
wurde 1967 in Berlin (DDR) geboren. Nach einer Buchbinderlehre studierte sie in Berlin Theaterwissenschaften und Musiktheaterregie. Von 1991 an arbeite sie zun├Ąchst als Regieassistentin und inszenierte danach Auff├╝hrungen f├╝r Oper, Musik- und Sprechtheater in Berlin, Potsdam und Graz. Ihr am Deutschen Theater in Berlin inszeniertes Theaterst├╝ck Katzen haben sieben Leben (2000) wurde begeistert gefeiert. Heute lebt sie als freie Schriftstellerin und Regisseurin in Berlin. Mit ihrem Prosadeb├╝t Geschichte vom alten Kind gelang ihr der Durchbruch. Den Hintergrund dieser Ver├Âffentlichung bildet eine tats├Ąchliche Begebenheit, von der die Autorin durch ihre Familie erfuhr, sowie Recherchen, die Jenny Erpenbeck vor f├╝nf Jahren anstellte. Damals gab sie sich als Siebzehnj├Ąhrige aus und ging nochmals f├╝r einige Wochen in eine elfte Klasse eines Berliner Gymnasiums.
2001 folgte die Gedichtsammlung Tand. Beide B├╝cher wurden mit Preisen und Stipendien ausgezeichnet und in insgesamt elf Sprachen ├╝bersetzt.
Beim Ingeborg-Bachmann-Literaturwettbewerb in Klagenfurt erhielt Jenny Erpenbeck im Juni 2001 f├╝r Sibirien, eine Erz├Ąhlung aus dem Buch Tand den Preis der Jury.


Jenny Erpenbeck
W├Ârterbuch

Eichborn Verlag, erschienen Februar 2005
116 Seiten, geb. mit Schutzumschlag
ISBN 3-8218-0742-3
14,90 Euro200681908775"


Buecher Beitrag vom 21.02.2005 Sabine Grunwald 





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