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AVIVA-BERLIN.de im Juli 2021 - Beitrag vom 08.05.2003


Nachwort zur 53. Berlinale (Panorama)
Ariadne Ghabel

Wesentliche Themen dieses außerordentlich erfolgreichen Festivals waren: Migration, Immigration und Menschen auf der Flucht




Das Panorama präsentierte im Hauptprogramm und in den Bereichen "Special", "Dokumente" und "Kurzfilme" 36 Spiel-, 11 Dokumentar- und 21 Kurzfilme.
Viele Filme hatten das tiefe Eindringen in die Persönlichkeit der Protagonisten zum Inhalt. Die Geschichte der Hauptfiguren oder die Anforderungen der Familie und Gesellschaft an sie, standen im Vordergrund.

Broken Wings - Original Knafayim Shuvrot (Israel, Regie: Nir Bergman, 87 Minuten). In diesem Film geht es um eine Familie, die den Vater verloren hat. Die Mutter und ihre vier Kinder schreiten durch eine traumatische und depressive Zeit.
Ein ergreifendes Filmepos, das mit dem Panorama-Publikumspreis und dem Preis der Ökumenischen Jury ausgezeichnet wurde.

Wolfsburg (Regie: Christian Petzold, Deutschland, 93 Minuten). Der Autohändler Philipp überfährt ein Kind und begeht anschließend Fahrerflucht. Zufällig lernt er dessen Mutter Laura kennen. Ihr gegenüber gibt er sein schreckliches Geheimnis nicht preis. Nach dem Tod ihres Kindes entdeckt Laura die Wahrheit...

Pater Familias (Italien, Regie: Francesco Patierno, 90 Minuten). Dieser Spielfilm erzählt ausdrucksstark die Geschichte von Matteo, der nach 10 Jahren Gefängnis wieder ins normale Leben zurückkehrt. In seiner kleinen Heimatstadt erinnert er sich der fatalen Umstände, die zu seinem Verbrechen führten. Einer der besten Filme des Programms, brutal ehrlich.

Kamchatka (Argentinien/Spanien, Regie: Marcelo Pineyro, 107 Minuten). Argentinien 1976: Ein Ehepaar von der Militärjunta verfolgt, lässt ihre Kinder bei den Großeltern. Die beiden Jungs leben in einer illusorischen Welt. - Eine tiefgehende Geschichte.

Vagabond (Ungarn, Regie: György Szomjas, 102 Minuten). Der Jugendliche Karesz gehört zu einer Straßengang, die sich mit kleinen kriminellen Deals über Wasser hält. Als er die junge Zsofi kennenlernen will, gerät er in einen Kreis von Leuten, die sich bei traditionellen Tänzen und Musik amüsieren. Diese neue Welt fasziniert ihn.
Ein bunter, kräftiger Film voller Musik und Humor, der einen in eine andere Kultur entführt.

The Bookstore - El Kotbia (Tunesien/Frankreich/ Marokko, Regie: Nawfel Shaheb-Ettaba, 100 Minuten). Erzählt wird eine rührige Liebesgeschichte. Jamil kehrt aus der Fremde nach Tunesien zurück. Er lebt nun bei Tarek, dem Besitzer eines Buchladens und dessen schönerMutter.
Eine ganz andere Art Emotionalität auf die Leinwand zu bringen.

Poligono Sur (Spanien/Frankreich, Regie: Dominique Abel, 90 Minuten). Ganz anders ist dieser Porträt-Film, der mit sehr viel Musikanteil das Leben der Gitanos (Bevölkerung eines Vorortes von Sevilla) zeigt.
Kein besonderes Kinoereignis, aber gut fürs TV geeignet.

Weitere Infos: www.berlinale.de


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Beitrag vom 08.05.2003

AVIVA-Redaktion