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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2021 - Beitrag vom 08.05.2003


Forum - Powertrip durch mehrere Kontinente
Ariadne Ghabel

Für manche Menschen ist die Berlinale eines von vielen kulturellen Festivals, für andere ist es der Höhepunkt eines ganzen Jahres




Das Forum kann die ZuschauerInnen zu eigenen Filmen inspirieren. Aber auch hier werden die Filmemacher mit ihrem Publikum konfrontiert, junge Talente entdeckt oder einfach nur Kontakte geknüpft.

Das Internationale Forum des jungen Films führt einen programmatischen Powertrip durch mehrere Kontinente durch. Es gab einen Einblick in die Arbeiten junger Filmemacher aus über 24 Ländern. Viele Filme waren Erstlingswerke. Die Debüts der jungen Filmschaffenden nähern sich oftmals in ungewöhnlicher Weise der Realität und wurden deshalb ausgewählt, weil sie Grenzen überschreiten.

Edi (Polen, Regie: Piotr Trzaskalski, 100 Minuten). Edi, der 45 jährige Schrottsammler, bekommt ein Angebot von zwei Ganoven. Er soll ihre 17 jährige Schwester unterrichten, die sie unter strengem Verschluss halten. Der sympathische Mann hat Mitleid mit dem Mädchen, versucht ihren Kummer zu lindern. Als aber das Mädchen schwanger wird und behauptet Edi hätte sie vergewaltigt, ändert sich ihr Verhältnis.
Absolut empfehlenswert. Der polnische Beitrag erhielt den Fipresci - Preis und den Preis der Ökumenischen Jury.

Rengeteg - Wildnis (Ungarn, Regie Benedek Fliegauf, 90 Minuten). Ein ganz außergewöhnlicher Film, der episodenhaft aufzeigt, wie Jugendliche, die zur Wendezeit in Budapest aufgewachsen sind, ihre Probleme lösen wollen.
Trotz sehr kontroverser Stimmen ist der Film sehenswert. Er wurde auch mit dem Wolfgang Staudte Preis ausgezeichnet.

Milchwald (Deutschland, Regie: Christoph Hochhäusler, 87 Minuten). Das Märchen von Hänsel und Gretel wurde geschickt adaptiert. Nachdem die Kinder ihre Nerven überstrapaziert haben, setzt eine junge Stiefmutter ihre beiden Zöglinge auf einer Autofahrt in Polen aus. Nach kurzer Zeit besinnt sie sich, kehrt zurück, aber die Kinder sind schon auf und davon. Die verzweifelte Suche des Vaters beginnt.
Ein sehr ergreifender Film, der erst einige Zeit nach dem Kinobesuch seine volle Wirkung entfaltet.

Heirate mich (Deutschland, Regie: Uli Gaulke, Jeannette Eggert 98 Minuten). In diesem Dokumentarfilm geht es um die Kubanerin Gladis, die mit ihrem Sohn dem neuen Ehemann nach Deutschland (ins gelobte Land) folgt. Aber auch ist nicht alles rosig, bald tauchen die ersten Alltagsprobleme auf.
Absolut sehenswert.
Klic k urcováni trpaslíku (Tschechische Republik, Regie Martin Sulìk, 87 Minuten). Dieses Video-Essay beruht auf den Tagebüchern des tschechischen Regisseurs Pavel Juracek.
Absolut sehenswert.

Mein Leben Teil 2 (Deutschland, Angelika Levi, 85 Minuten). In diesem ehrlichen Familien- und Selbstporträt beleuchtet die junge Regisseurin ihre Familiengeschichte. Sie zeigt, was in ihrer Familie weitergegeben wurde und was daraus entstanden ist.
Sehenswerter Film.

Kim Gina - eui bidio ilgi (Korea/ USA, Regie: Gina Kim, 157 Minuten). Gina erschafft über einen Zeitraum von drei Jahren ein Videotagebuch einer Koreanerin, die sich in Los Angeles verwirklichen möchte. Dort angekommen muss sie aber viele ihrer Träume und Pläne aufgeben.
Anstrengendes, aber sehr intimes Kino.

Weitere Infos: www.berlinale.de


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Beitrag vom 08.05.2003

AVIVA-Redaktion