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AVIVA-BERLIN.de im April 2021 - Beitrag vom 22.10.2002


Bewegungs(t)räume im Kindermuseum Labyrinth
Gaby Miericke-Rubbert

Auf die Plätze, nichts wie hin!

BewegungsSpielraum für Kinder von 3 bis 10 Jahre
15. September 2002 bis 30. Juni 2003





Alle Kinder, die schon in ihren jungen Jahren viel zu häufig ihre Freizeit vor viereckigen Kisten (Supermario, Nintendo, Computer, Fernseher etc.) verbringen, sollten sich hier angesprochen fühlen. Und natürlich alle anderen bewegungsfreudigen Jungen und Mädchen ohnehin, die diese Gelegenheit nicht verpassen wollen, ihre Arme und Beine lustvoll zum Einsatz zu bringen.

Gemeint ist die Ausstellung "Bewegungs(t)räume" im Labyrinth Kindermuseum, die die Stehaufmänner und -frauen des Museums nach einer großen existientiellen Finanzkrise im Frühjahr dieses Jahres sehr zur Freude ihrer Freunde und Fans gerade neu eröffnet haben.

Wobei der Begriff "Ausstellung" ein wenig irreführend zu sein scheint, denn mit passivem Sehen und Konsumieren wie in normalen Museen hat das überhaupt nichts zu tun. Hier geht es ausschließlich um Bewegungen aller Art, wobei den Kids die Möglichkeit geboten wird, vielseitigste motorische Erfahrungen mit Spaß und Phantasie zu verbinden.

In einer ca. 850 qm großen Fabrikhalle haben die Veranstalter im Erdgeschoß und auf einer Galerieebene unterschiedliche Stationen aufgebaut, um Erlebnisspielräume für körperliche und geistige Bewegungen zu schaffen.

Da wird gebaut (mit Bauhelm auf dem Kopf), gekrabbelt, geklettert, balanciert, gerutscht, gekrochen, gewippt und gekippelt. Da gibt es Kisten, Bretter, Balken, Schläuche, Leitern, Seile, breite Rampen, schmale Stege und eine Wellenbahn, die Lust auf Ausprobieren und Experimentieren machen.

Geübte Bewegungsprofis werden von kleinen und großen Rollern herausgefordert, einen Hindernisparcours zu bewältigen, wer´s mag auch als Wettfahrt mit Stoppuhr.

Der "Handicap Parcours" ermöglicht den Kindern nicht nur eine Steigerungsform der Geschicklichkeit auszuprobieren. Es sollen auch soziale Kompetenzen erweitert werden im Umgang mit behinderten Menschen. Die Kinder können Handicaps wie Augenbinden, Gehhilfen, Blindenstock, Arm- und Beinmanschetten, Gelenkfixierer beliebig kombinieren und damit durch einen Tunnel kriechen, über einen Baumstamm balancieren oder einen "Blinden-Pfad" bewältigen.

Eine besondere Attraktion stellt die Station "Als Rollstuhlfahrer unterwegs" dar. Auf einem Parkplatz stehen ca. 10 Rollstühle bereit, um den Kindern zu helfen, Alltagssituationen aus der Rolliperspektive zu meistern. Da übt man Bordsteinkanten hochzufahren, über Hoppelpflaster oder Wippe zu kutschieren und eine Slalomstrecke zu absolvieren. Hier können behinderte Kinder als Experten ihr Know-how an die anderen weitergeben und die nichtbehinderten werden an verstärktes Einfühlungsvermögen und Rücksichtnahme herangeführt.

Und wer es nun doch nach so vielen körperlichen Aktivitäten ein wenig ruhiger angehen lassen möchte, findet auch Nischen zum Nestbauen und -hocken mit Kuschelecke und Hängematte.

Eine gelungenene Mitmach-Ausstellung, die Lust auf Bewegung und Kommunikation macht: Bewegungsräume, wo Kids und Erwachsene sicherlich mehrmals - vor allem in der bevorstehenden kalten, ungemütlichen Jahreszeit - nicht nur zum Bewegungsträumen hingehen sollten.



Labyrinth Kindermuseum Berlin
Fabrik Osloer Str. 12,
13359 Berlin
Bewegungs(t)räume
BewegungsSpielraum für Kinder von 3 bis 10 Jahre
15. September 2002 bis 30. Juni 2003
Anmeldung für Gruppen, Kontakt und Information:
Tel.: 030 / 493 089 01
(Mo-Fr 9-13.00 Uhr, Mi 14-16.00 Uhr)
www.labyrinth-kindermuseum.de


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Beitrag vom 22.10.2002

AVIVA-Redaktion