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AVIVA-BERLIN.de im April 2021 - Beitrag vom 31.12.2004


Die Notenschrift
Angelika Dufft

Musik kannst du auch lesen und schreiben. Wie das geht? Mit der Notenschrift. Vielleicht hast du schon mal ein Liederbuch gesehen, und dich über die geheimen Zeichen gewundert.




Das wird dich jetzt wundern: Musik und die Notenschrift haben auch etwas mit Mathematik zu tun. Wenn du zum Beispiel in der Schule Bruchrechnung schon hattest wird dir das bestimmt ein bisschen helfen. Aber es ist nicht die Voraussetzung um hier weiterzulesen.
Als erstes und grundsätzlich werden beim Notenschreiben drei Dinge benötigt:

• Die Noten, die die Tonlänge bestimmen
• Die Notenlinien, die die Tonhöhe bestimmen
• Die Tacktstriche, die den Rhytmus bestimmen

Dann kommen noch viele andere Sachen dazu, wie Notenschlüssel, Tonarten, Pausenzeichen, Zeichen für besondere Tonlängen und noch viel, viel mehr - aber das lernst du später ( Du hast beim Schreiben ja auch nicht mit dem Ypsilon und dem eingeschobenen Nebensatz angefangen. Und beim Rechnen nicht mit dem Wurzelziehen...).
Jeder Ton hat also ein Zeichen, die Note, die in einem System von fünf Linien steht. Die Linien zeigen an, wie hoch oder tief ein Ton klingt. Die Art der Note zeigt, wie lange der Ton klingt. Grundsätzlich besteht jede Note aus einem Oval (ein breitgedrückter Kreis), dass hohl oder ausgefüllt sein kann und verschiedene Linien (Hälse) und kleine Fähnchen haben kann.
Stell Dir vor, dass diese Note zwei Sekunden lang klingt (- zwei Sekunden dauern ungefähr so lange, wie man die Worte "ein-und-zwan-zig, zwei-und-zwan-zig" spricht). Sie wird "ganze Note" genannt.

Die "halbe Note" ist auch hohl und hat einen Hals.
Zwei Halbe dauern so lange wie eine Ganze.
halb+ halb = ganz
Die "viertel Note" ist ausgefüllt und hat einen Hals.
Zwei Viertel dauern so lange wie eine Halbe.
viertel+ viertel = halb
Die "achtel Note" ist wie die viertel Note, aber mit einem Fähnchen.
Zwei Achtel dauern so lange wie ein Viertel.
achtel+achtel= viertel
Die "sechzehntel Note" hat zwei Fähnchen.
Zwei Sechzehntel dauern so lange wie ein Achtel.
sechzehntel+sechzehntel =achtel
Wenn mehrere Achtel oder Sechzehntel direkt auf einander folgen, werden die Fähnchen anders gezeichnet:zwei achtelund zwei sechzehntel

Kommen wir jetzt zu den Notenlinien, wie gesagt, fünf Stück:
5 Notenlienien = 1 Notenliniensystem
An den Anfang einer Notenlinie wird ein Notenschlüssel geschrieben. Es gibt verschiedene Notenschlüssel. Der Notenschlüssel bestimmt, ob die folgenden Noten grundsätzlich eher höher oder tiefer gespielt oder gesungen werden sollen. Man nennt das Tonlage.
Meistens wird aber der "Violinschlüssel" benutzt - ein ziemlich komplizierter Schnörkel, den du bestimmt eine Weile üben mußt:
Violinschlüssel
Jetzt werden Noten auf die Linien gesetzt. Sie werden immer direkt auf eine Linie gesetzt oder in den Zwischenraum:
ViolinschlüsselMelodie mit Vierteln, Halben und einer ganzen Note in sechs verschiedenen Tonhöhen
Ab der Mittellinie hängen die Hälse der Noten nach unten. Du siehst hier die Noten für die ersten zwei Zeilen von dem Lied "Alle meine Entchen".
Dieses Lied hat einen "Viervierteltakt", das heißt, bei jedem ersten und manchmal auch dritten Ton kommt eine Betonung: Alle meine Entchen schwimmen auf dem See. Man nennt den Viervierteltakt auch "Marsch". (In Gedanken zählt man gleichmäßig und ohne Pause 1 2 3 4 1 2 3 4 1 2 3 4 1 2 3 4... )
Der zweit-wichtigste Takt ist der "Dreivierteltakt" oder "Walzertakt". Du kennst ihn zum Beispiel aus dem Lied "Schneeflöckchen, Weißröckchen, wann kommst du geschneit?" (In Gedanken zählt man gleichmäßig und ohne Pause 1 2 3 1 2 3 1 2 3... )
Wenn Du ein neues Lied lernen möchtest und die Noten zum ersten Mal siehst, mußt Du wissen, in welchem Takt es gesungen oder gespielt werden soll. Deshalb schreibt man das bei der ersten Notenzeile gleich nach dem Notenschlüssel auf und zeichnet außerdem Taktstriche nach der entsprechenden Menge von Tonlängen. Bei "Alle meine Entchen" sieht das dann so aus:
Melodie mit Taktangabe und Taktstrichen
Die Taktstriche werden senkrecht von der obersten bis zur untersten Notenlinie eingezeichnet.

Wenn Noten in Linien stehen, dann haben sie Namen. Die Namen beziehen sich auf die Tonhöhe. Wenn Du auf dem Klavier oder einem anderen Tasteninstrument die weißen Tasten drückst, kannst Du hören wie die Töne klingen.

Klaviertasten ©  by Angelika Dufft

Genauso, wie das Klavier noch viel mehr Tasten und Töne hat, kann man diese Töne auch als Noten aufschreiben. Da sie aber tiefer oder höher sind, als die fünf Notenlinien benötigt man Hilfslinien. Das kann dann so aussehen: Noten in Hilfslinien
Jetzt müsste Dir eigentlich aufgefallen sein, dass es Töne gibt, die den gleichen Namen haben. Das liegt daran: unser Tonsystem besteht aus 12 Tönen, die sich nach oben und unten immer wiederholen. Das heißt zwei Töne, die gleich heißen, aber verschiedene Höhen haben, klingen trotzdem so ähnlich, dass man sie manchmal nicht richtig auseinander halten kann.

Die zwölf Töne heißenC Cis D Dis E F Fis G Gis A B H


Und nach dem H geht es mit dem C wieder von vorne los. So wie die Namen der Töne schwarz und weiß geschrieben sind, findest du sie auf den Tasten des Klaviers. Warum die Tasten und Töne auf dem Klavier so angeordnet sind, ist eine komplizierte Geschichte, die sehr viel mit Mathematik zu tun hat.
Den Abstand zwischen zwei direkt aufeinander folgenden Tönen nennt man Halbtonschritt.(Es gibt auch Situationen, da bekommen die Töne einen anderen Namen, das Cis heißt dann Des und das B heißt Hes oder Ais aber das verwirrt jetzt nur und kommt erst viel später...)
Es gibt übrigens auch andere Tonsyteme, mit mehr als zwölf Tönen, zum Beispiel in Asien. Die kann man dann allerdings nicht auf einem Klavier spielen.

Jetzt weisst Du schon sehr viel, schreib uns, wenn du dein erstes Lied geschrieben hast!


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Beitrag vom 31.12.2004

AVIVA-Redaktion