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AVIVA-BERLIN.de im Juli 2021 - Beitrag vom 05.09.2001


Wie Findelkinder Hilfe finden
Gela Misslbeck

Das Zehlendorfer Krankenhaus Waldfriede hat bereits im September 2000 eine Babywiege eingerichtet. Als kurz danach vor einem Neuköllner Altenheim ein Baby gefunden wurde...




... beschloss das Krankenhaus Neukölln eine Babywiege für den Problembezirk zu schaffen. Die Arbeiten an den technischen Voraussetzungen stehen kurz vor dem Abschluss. Chefarzt Dr. Rossi vom Kinderkrankenhaus Neukölln geht davon aus, dass die Findelkindstation bis spätestens 10. Januar zur Verfügung stehen wird. Verzweifelte Mütter können ihre Babys dann an einem still gelegten Seiteneingang des Krankenhauses Neukölln durch den Türschlitz in ein Wärmebett legen. Per Alarm werden die Pflegekräfte auf die Neuankömmlinge aufmerksam gemacht.

Vorbild ist eine Initiative des Hamburger Vereins Sternipark. An der seit März 2000 bestehenden "Babyklappe" wurden bisher bereits drei Babys abgegeben. Der Hamburger Verein sichert den Frauen Anonymität und Straffreiheit zu. Rein rechtlich kann Straffreiheit dann gewährt werden, wenn es sich nicht um Aussetzung in hilflosem Zustand handelt.

Da dieser Sachverhalt in Berlin nicht gewährleistet ist, versucht das evangelische Krankenhaus Waldfriede in Zusammenarbeit mit der Polizei, die Mutter ausfindig zu machen. Dies sei im Sinne des Kindes, das ein Recht auf Kenntnis seiner Abstammung habe. Dagegen steht das Krankenhaus Neukölln in Kontakt mit dem progressiven Hamburger Verein Sternipark. Rossi betont, dass die Station von innen zwar zum Wohl des Kindes gut überwacht sei, von außen sei sie aber im Sinn der Mutter vollkommen Blick geschützt durch Büsche.

Eine Initiative prominenter Frauen zieht die Konsequenzen aus den rechtlichen Hindernissen, die den verzweifelten Müttern in den Weg gelegt werden. "Ohnsorg"-Mutter Heidi Kabel und etliche andere forderten die Bundesregierung im Oktober vergangenen Jahres auf, Frauen die anonyme Geburt zu ermöglichen. Dann bräuchte es auch kein Unwort wie "Babyklappe" mehr.

Mehr zum Thema:
www.babyklappe.de und demnächst auf der Homepage des Krankenhauses Neukölln


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Beitrag vom 05.09.2001

AVIVA-Redaktion