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AVIVA-BERLIN.de im Mai 2021 - Beitrag vom 01.07.2002


Scopa
Angelika Dufft

Kennt ihr das Kartenspiel Scopa? Es kommt aus Italien und ist wirklich nicht schwer. Ihr findet hier die kompletten Grundregeln und ein paar Tipps, wenn ihr euch die Karten selbst gestalten wollt.




Scopa ist ein italienisches Kartenspiel für zwei bis vier Spieler. Ich habe es vor vielen Jahren in Süditalien gelernt und versuche hier, euch die Grundregeln zu erklären.

Die Karten

Man braucht 40 Karten, die in vier verschiedenen Farben von 1 - 10 zählen.

Mit "Farben" ist nicht unbedingt gelb, rot, grün und blau gemeint. Wenn man bei Spielkarten von Farben redet, sind eigentlich die Symbole gemeint, die auf den Karten zu sehen sind. Bei Skat- und Rommékarten heißen diese Symbole, die man Farben nennt: Kreuz, Pik, Herz und Karo und sehen so aus:

Bei den altdeutschen Karten heißen die Farben Eichel, Blatt (oder Grün), Herz und Schelle:

und bei den Scopakarten sehen die vier verschiedenen Farben so aus:

Wir nennen sie Keule, Schwert, Kelch und Gold (oder Münze). Manche von euch haben vielleicht schon mal Tarotkarten gesehen, die haben die gleichen Symbole. An diesen Symbolen kann man schon sehen, dass es sich um ein sehr altes Spiel handeln muss. Auf den Karten sind keine Zahlen sondern immer eine bestimmte Anzahl von Symbolen, zum Beispiel: 1 Kelch, 2 Kelche, 3 Schwerter, 4 Keulen und so weiter bis zur 7. Die 8 wird durch einen Knappen, die 9 durch einen Ritter auf einem Pferd und die 10 durch einen König dargestellt. Knappe, Ritter und König haben das Symbol bei sich, damit man weiß, zu welcher Farbe sie gehören. Also - ein Reiter hält einen Kelch in der Hand, ein anderer Reiter ein Schwert, ein Knappe hält einen Münze in der Hand, ein König eine Keule und so weiter.


Knappe=8

Reiter=9

König=10

Die Originalkarten (am schönsten sind die neapolitanischen) sind in Deutschland schwer zu bekommen und dann auch ziemlich teuer. Aber man kann sich auch 40 Karten aus einem Romméspiel aussortieren (A (As) = 1, B (Bube) = Knappe, D (Dame) = Reiter, K (König) = König). Oder man malt sich Karten mit eigenen Symbolen. Geeignete Pappen für Spielkarten kann man in einem guten Bastelgeschäft bekommen. Die Karten, die ihr hier seht, sind auch selbst gemacht. Und man kann natürlich auch ganz andere Symbole draufmalen: Kleeblätter, Spinnen, Fußbälle, Tassen, Blumen und so weiter.

Zum Zählen der Gewinnpunkte kann man Zündhölzer, Steine, Bohnen oder ? nehmen.

Das Spiel

Man kann das Spiel zu zweit, zu dritt oder zu viert spielen. Zu fünft geht es nur, wenn immer einer aussetzt. Zu sechst würde es zwar theoretisch auch gehen, aber das macht keinen Spaß mehr, weil man kaum noch an die Reihe kommt.

Die Karten werden gut gemischt, jeder Mitspieler erhält drei Karten und vier Karten werden offen auf den Tisch gelegt. Der restliche Kartenstapel wird auf die Seite gelegt - er wird später verteilt.



Den Stapel mit den restlichen Karten nennt man auch Talon.

Der Spieler links neben dem Kartengeber ist als erstes dran und versucht, von den in der Mitte liegenden Karten welche zu kaufen. Das heißt, wenn ich in der Hand eine Karte mit sieben Symbolen habe und auf dem Tisch auch eine sieben liegt, kann ich die eine Sieben mit der anderen Sieben kaufen.


links
Nehmen wir an, auf dem Tisch liegen eine Eins, eine Zwei, eine Drei und eine Vier. Schau Dir die Karten vom linken Spieler an: Dieser Spieler hat sehr viele Möglichkeiten:
1. Er kann mit seiner Zwei die Zwei aus der Mitte kaufen (2=2)
2. Er kann mit der Sieben die Drei und die Vier kaufen (3+4=7)
3. Er kann mit der Sieben die Eins, Zwei und die Vier kaufen (2+4+1=7)
4. Er kann mit dem König alles kaufen (1+2+3+4=10) und genau das sollte er auch tun. Wenn jemand alles aus der Mitte nehmen kann, was gerade da ist, dann macht er einen "Scopa", das heißt er fegt alles aus und bekommt einen Punkt (Zündholz oder Spielchip). Der nächste Spieler muß nun eine von seinen Karten in die Mitte legen, damit es wieder was zu kaufen gibt. (überlege doch mal, was der rechte Spieler machen könnte, wenn er zuerst dran wäre.)
Es kann passieren, dass Karten in der Mitte liegen, man ist dran, aber man kann nichts kaufen. Dann muß man eine weitere Karte dazu legen.



rechts

Wichtig: Man kann und muß von den Karten in der Hand immer nur eine Karte nehmen, wenn man dran ist. Entweder um eine oder mehrere Karten zu kaufen oder weil man eine Karte in die Mitte legen muss. Anfängern passiert es manchmal, dass sie zwei Karten aus der Hand nehmen, um eine Karte aus der Mitte zu kaufen. Das ist aber nicht erlaubt!

Die Spieler werden nun auf diese Weise alle ihre drei Karten nach und nach los. Zum Schluss nimmt der Geber seine letzte Karte - legt sie hin oder kann etwas kaufen -, und dann teilt er sofort wieder an alle Spieler jeweils drei Karten aus. Diesmal wird nichts in die Mitte gelegt, denn entweder liegt da noch was aus der ersten Runde, oder der nächste Spieler muß eine Karte hinlegen.

Jedesmal wenn die ausgeteilten Karten alle sind, werden neue ausgeteilt, bis der Kartenstapel alle ist. Jetzt in der letzten Runde heißt es aufpassen, wer die letzten Karten kaufen kann, denn derjenige bekommt am Ende alle Karten, die noch in der Mitte liegen dazugeschenkt.

Die Punkte

- jetzt wird gezählt.
Grundsätzlich sind in jeder Partie 4 Punkte zu vergeben (abgesehen von den Punkten, die es für jeden "Scopa" gibt):

1. Wer hat die meisten Karten? = 1 Punkt

mehr als 20 Karten bringen immer einen Punkt


2. Wer hat die meisten goldenen Karten? = 1 Punkt

mehr als fünf goldene Karten bringen immer einen Punkt

3. Wer hat die meisten Siebenen? = 1 Punkt

mehr als zwei Siebenen bringen immer einen Punkt

4. Wer hat die goldene Sieben? = 1 Punkt

die goldene Sieben bringt immer einen Punkt

Wenn zwei Spieler eine gleich hohe Anzahl von Karten, Siebenen oder goldenen Karten haben bekommt keiner von beiden einen Punkt.
Entsprechend der erreichten Punkte werden die Spielchips oder Zündhölzer an die Spieler verteilt.

Jetzt beginnt die zweite Partie

Der nächste Spieler links herum im Kreis ist nun der Kartengeber. Er mischt alle Karten, jeder Mitspieler bekommt wieder drei Karten und vier werden offen auf den Tisch gelegt. Und wieder beginnt der Spieler, der links vom Geber sitzt.

Insgesamt wird solange gespielt, bis ein Spieler 11 oder mehr Punkte erreicht hat.

Viel Spaß beim Spielen wünscht euch Angelika!



Schreibt uns, wenn ihr noch mehr Ideen habt!


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Beitrag vom 01.07.2002

AVIVA-Redaktion