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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2018 - Beitrag vom 02.04.2007

Interview mit Maria Es ├╝ber Women in War
Sharon Adler

Die 1949 in Itteren-Maastricht, Niederlande geborene K├╝nstlerin reflektiert in ihren Arbeiten die Rolle der Frauen im Krieg. Die Installation Barber Girls besch├Ąftigt sich mit den Moffenhoer...



AVIVA-Berlin: Bitte erz├Ąhlen Sie uns mehr zum Projekt "Women in War". Wie entstand die Idee zu diesem Projekt?
Maria Es: Die Gedanken und Fragen im Bezug auf dieses Thema besch├Ąftigen mich schon lange, eigentlich schon seit ich Kind war. Ich bin ein Nachkriegskind, 1949 geboren, hab den Krieg nicht miterlebt. Zu jung f├╝r den Krieg, zu alt, um nicht weg zuh├Âren wenn die ├älteren geredet haben."
Und als ich dann in 2003 nach Berlin kam wurden die Fragen und Gedanken die ich damals und immer wieder hatte, sehr aktuell, traten in den Vordergrund und bekamen eine wirkliche Bedeutung. Berlin hat noch viele sichtbare Spuren des Krieges, ist anderseits eine Stadt mit einer sehr weiblichen - nicht sichtbaren aber sp├╝rbaren Energie. Sofort stellte sich mir die Frage: wie kann es sein, dass dieser Krieg trotzdem gef├╝hrt wurde?
Der Titel 'Women in War' kam mir erst am Ende.
Krieg f├╝hren an sich oder Krieg f├╝hren wollen ist mir v├Âllig wesensfremd, ich kann mich nicht hineinleben in diese zerst├Ârerische Art des Denkens oder Lebens. Deshalb kann ich auch nicht verstehen, dass Frauen, die die F├Ąhigkeit haben, Kinder zu kriegen, ein Kind 9 Monate lang tragen, die dann als junge Erwachsene immer wieder als Opfer weggeschmissen werden. In dem Buch "Der Untergang 1945" von Antony Beevor habe ich von 20.000 get├Âteten deutschen Soldaten allein in der Nacht des 17. Februar 1944 gelesen.
Das waren f├╝r mich auch 20.000 M├╝tter.
Krieg sehe ich als legalisierten und mutwillig organisierten Wahnsinn. Die Vorbereitungen daf├╝r fangen schon Jahre vorher an. M├Ąnner und Frauen sind beteiligt. Uniformen m├╝ssen angefertigt werden, Waffen, Munition, Logistik, Essen, Zelten, usw. Krieg ist gro├čes Gesch├Ąft und eine m├Ąchtige Industrie. Ein gro├čer Impuls f├╝r die ├ľkonomie. Dazu geh├Ârt auch Frauenhandel, immer da entstanden wo UN Soldaten ihre Lager hatten. Kambodscha, Vietnam, Korea, Ost-Europa (Kosovo- Bosnien), Afghanistan. Die modernen Kriege sind Kriege ohne Feinde. Gro├čm├Ąchte suchen nur noch eine B├╝hne, worauf sich das ganze Theater abspielen kann. Die Loyalit├Ąt der Frauen ein sehr wichtiger Bestandteil des Krieges. ├ľkonomisch waren und sind die Frauen wichtig, ├╝bern(e)ahmen die Arbeit der M├Ąnner, die an der Front waren. Sorgen f├╝r Nachwuchs. Sind der festen Punkt.

AVIVA-Berlin: Und immer wieder die wichtige Frage: was ist die Rolle der Frauen?
Maria Es: In Berlin hab ich mich immer mehr hineingelebt, hab drei Jahre gebraucht, war ganz offen f├╝r alles, recherchierte auf der Stra├če, im Alltag, f├╝hrte spontane Gespr├Ąche mit Frauen, die einen oder sogar zwei Kriege erlebt hatten. Gespr├Ąche fanden statt im Museum mit einem Museumsw├Ąrter (der erst Soldat, dann Stasi-Polizist, letztlich Museumsw├Ąrter im Westen war). Am Anfang waren die Menschen erschrocken, aber dann hatte ich das Gef├╝hl, dass sie froh waren, ├╝ber dieses Thema zu sprechen. Sie haben sich auch gewundert ├╝ber meine Loyalit├Ąt. So wie in 2005 meine Baader Meinhof Installation in Maastricht f├╝r viele, die die Ausstellung besuchten, ein Anlass war, ├╝ber Krieg zu reden. Nicht nur niederl├Ąndische, belgische oder franz├Âsische Besucher, auch viele Deutsche haben die Galerie besucht. Ich erinnere mich an die Aussage von einem deutschen Mann: Ich denke, ich bin im Ausland und dann werde ich mit meiner eigenen Vergangenheit konfrontiert. Dann hat sich ein wundersch├Ânes Gespr├Ąch ergeben zwischen 3 Generationen. Die Gro├čmutter, sie schwieg und hat sich gesch├Ąmt, die Mutter (ihr Kind) war verzweifelt zwischen 2 Generationen, der junge Sohn war ganz offen und hat seine Eltern gefragt: warum reden wir da Zuhause nicht dr├╝ber?
Am Ende haben sie sich bei mir bedankt! Das ist nur ein Beispiel von vielen Gespr├Ąchen.

Ich habe mich gewundert, dass man in Deutschland (Berlin) so offen war mit mir - in Maastricht hat man dar├╝ber nicht gesprochen, war Krieg Vergangenheit und wenn, fragte man mich, was ich in Deutschland zu suchen habe. "Mir geht es nicht um Schuld, sondern darum, ein Bewusstsein zu schaffen f├╝r die weibliche Seite"
Berlin zeigt sehr gro├čz├╝gig diese Vergangenheit. Dieser Krieg und ihre Schrecken sind f├╝r alle eine Chance.

AVIVA-Berlin: Warum?
Maria Es: Der Krieg geht uns alle an, nicht nur Deutschland. Wir m├╝ssen uns alle die Frage stellen: was ist unser Anteil? Unsere Verantwortung. Es sind nicht nur die T├Ąter die beteiligt sind, auch in Gedanken kann man verantwortlich sein. Jeder der nicht zu der L├Âsung dieses Problems (Krieg) beitr├Ągt, ist ein Teil des Problems.

AVIVA-Berlin: Was erwartet die Besucher/Innen Ihrer Ausstellung und Raum-Installation "Barber Girls"?
Maria Es: In der Installation werden 9 - 16 K├Âpfe auf eben sovielen Sockel mit weisser Farbe ├╝bergossen, der Farbe der Unschuld. Liebe ist kein Verbrechen, aber eine Chance. Ein Monument f├╝r Frauen die im Krieg erniedrigt oder als politische Waffe benutzt werden - die 'Moffenhoeren' waren der Anlass f├╝r mich.
In der Installation verarbeitet ist der Text: 'Die Gedanken sind Frei' (ein deutsches Volkslied, in der Nazizeit verboten), ebenso wie ein deutsches Liebeslied gemischt mit dem Lied 'Living with War' von Neil Young.

AVIVA-Berlin: Was hat Sie dazu inspiriert und wie ist Ihre Arbeitsweise?
Maria Es: Inspiriert hat mich meine eigene Kraft und dass ich nicht wahrhaben kann dass es so ist, wie es ist. Krieg ist Frau- und das Leben unw├╝rdig.

Bei meiner Arbeitsweise ist es so: das Gef├╝hl und eine innerliche Wahrheit geht mir immer voraus, Im normalen Alltag, da finde ich zur├╝ck zu dem, was sich im Innern schon einen Platz geschaffen hat. Erst im Nachhinein ergibt sich die Form, die dazu passt. Und zuletzt recherchiere ich und unterbaue mit der Ratio. Diese Folgenreihe ist f├╝r mich sehr wichtig. (und f├╝r M├Ąnner immer ein Problem weil erst im Nachhinein die Best├Ątigung kommt, w├Ąhrend M├Ąnner im voraus schon die Best├Ątigung brauchen um etwas zu schaffen. Und da haben wir einen ganz wichtigen unterschiedlicher Punkt).
Meine klaren objektiven Gef├╝hle als Frau zeigen der K├╝nstlerin in mir den richtigen Weg und die richtige Spur. Die Idee fand diesmal seine Form durch Zeichnungen, Digital Prints, die Raum-Installation Barber-Girls und die Idee, 4 Edelschmiede (Ingrid Wittebol, Floor Sporck, Benthe Hendrikx und Dieter Volker) 3 Frauen, 1 Mann, zu fragen, mehrere Schmuckst├╝cke zu entwerfen f├╝r diese 'Moffenhoeren". Eine Rehabilitation dieser Frauen. Schmuck gibt W├╝rde und Ansehen.
Die Zeichnungen, teilweise vergr├Â├čert bis 200 cm x 140 cm (digital prints) sind Motive aus 3 verschiedenen Fotob├╝chern, gemischt mit eigenen Interpretationen.

AVIVA-Berlin:Warum Fotob├╝cher?
Maria Es: Schwarz-Weiss Fotos assoziieren oft Vergangenheit. Ich wollte die Motive der Vergangenheit entnehmen und die dargestellten Personen aus ihrem Kontext herausl├Âsen, als moderne Kriegs-Ikonen f├╝r immer darstellen. Zus├Ątzlich war das Zeichnen dieser Vorstellungen f├╝r mich nicht als Information gedacht, eher als eine Art Performance, und w├Ąhrend des Zeichnens ergaben sich viele Fragen, Gedanken und Gef├╝hle. Diese Fragen, Gedanken und Gef├╝hle sind f├╝r den Betrachter (in den Zeichnungen) nachvollziehbar als eine bizarre, wahnsinnige, ironische, schmerzhafte oder unfassbare Darstellung von Krieg.

AVIVA-Berlin: Warum haben Sie den Liedtext "Die Gedanken sind frei" ausgew├Ąhlt?
Maria Es: Es ist ein sch├Ânes Lied und was ich so besonders daran finde - man kann dir alles nehmen, deinen K├Ârper und Deine W├╝rde - aber deine Gedanken kann dir niemand nehmen. Den 'Moffenhoeren' hat man die Haare entfernt, fast ihre ganze weibliche Identit├Ąt, aber die Gedanken..sind (und bleiben) frei!
Dazu kommt, das Lied ist ein deutsches Volkslied, und das mit der W├╝rde dieser Frauen zu verbinden, gibt ihnen die (damals beschmutzte) Liebe f├╝r den deutschen Mann (und die Kinder die daraus geboren sind) wieder. Liebe ist kein Verbrechen aber eine Chance.

AVIVA-Berlin: Bitte erz├Ąhlen Sie uns mehr ├╝ber die Frauen, die in Holland als "Moffenhoer" bezeichnet wurden.
Maria Es: Das ist ein holl├Ąndischen Schimpfwort f├╝r Frauen (freie Frauen), die im Krieg eine Beziehung mit deutschen Soldaten hatten.

AVIVA-Berlin: Was ist nach dem Krieg mit diesen Frauen passiert?
Maria Es: Sie wurden ├Âffentlich (auf Wagen gestellt), mussten den Hitlergruss machen, ihnen wurden die Haare geschoren, sie mussten Schilder tragen sie wurden mit Dreck und mit schwarzer Farbe beschmiert. Kinder von diesen Frauen wurden viele Jahre nach dem Krieg versto├čen.

AVIVA-Berlin: W├╝rden Sie jetzt sagen, dass die Frauen dadurch zum zweiten Mal degradiert wurden?
Maria Es: Nein, ich denke, das waren meistens normale Beziehungen, die Liebe kennt keine Grenzen - sie wurden bestraft f├╝r etwas was gef├╝hlsm├Ą├čig ganz normal ist. Au├čerdem kann man im Krieg nicht wissen wie lange der Krieg dauert. Man sieht oft dass Nationen sich vermischen durch Liebe.

AVIVA-Berlin: Sind Sie im Zuge Ihrer Recherche mit einer Moffenhoer zusammengetroffen?
Maria Es: Die Oma einer der Edelschmiede aus der Installation "Barber Girls" war 'Moffenhoer', doch sie redet nie dar├╝ber - das hat mich sehr beeindruckt. Aber auch meine Idee gest├Ąrkt.

AVIVA-Berlin: Ist es heute ein Tabu in Holland dar├╝ber zu sprechen?
Maria Es: Auf jeden Fall, noch immer. Scham, Schuldgef├╝hl, Verdr├Ąngung.
Doch es gibt eine holl├Ąndische Selbsthilfeorganisation f├╝r Kinder von Kollaborateuren, Moffenhoeren und Kriegskinder, Nazikinder,
'Herkenning'.
(www.werkgroepherkenning.nl)
Die Frau ist immer wieder die Eva, die Schuldige. Die m├Ąnnliche Bev├Âlkerung f├╝hlte sich sexuell verraten von diesen Frauen und daran sieht man wieder, dass Frauen nur das Objekt, der Besitz waren.
Auch hier sieht man, dass Frauen erniedrigt werden, um M├Ąnner politisch zu treffen (diesmal der deutsche Soldat). Eine ├Âffentliche Hinrichtung, um dem Volk zu zeigen was man mit weiblichen 'Verr├Ątern' macht.
Diese Frauen gab es in Belgien und Frankreich auch...

AVIVA-Berlin: Wen m├Âchten Sie mit Projekt erreichen und was m├Âchten Sie hier transportieren?
Maria Es: Ich m├Âchte gern erreichen, dass Frauen sich ihrer Kraft und ihrer Loyalit├Ąt, ihrer Rolle als passive oder aktive Mitmacherin bewu├čt werden, und ihre Macht anwenden, Krieg nicht mehr zu dulden,. Und sich ihrer Verantwortung zu stellen und bereit sind, sie zu ├╝bernehmen- Frauen sind 50% der Bev├Âlkerung! Jeder leidet unter Krieg, keiner will es, aber keiner wei├č, wie man es umbiegen kann.

AVIVA-Berlin: Versuchen Sie, durch Ihre Arbeit und Kunst, den Frauen ihre W├╝rde zur├╝ckzugeben?
Maria Es: Nein, die haben sie schon, ich will sie nur mobilisieren und sie davon ├╝berzeugen, dass die (ungekl├Ąrte) weibliche Energie das einzig richtige ist worauf man h├Âren kann und muss. Ich spare mich selbst dabei nicht aus. Hab immer die Konsequenz und Verantwortung getragen f├╝r mein Handeln, (auch wenn es nicht gepasst hat, Widerstand gegeben hat oder mich weit zur├╝ck geworfen hat). Das war nicht immer leicht. Ich habe das Grundgef├╝hl, dass ich auf der richtigen Spur bin, mehr weiss ich nicht.
Ich kann nur sagen, wenn ich mit Frauen ├╝ber dieses Thema rede, werden sie meistens und wissen genau warum es geht, und das macht mir wahnsinnig viel Mut. Ohne es zu sagen, ganz still, begreifen sie, geben sie mir Kraft, weiter zu machen.

AVIVA-Berlin: Wie sind die Reaktionen auf Ihr Thema?
Maria Es: Frauen sowohl als M├Ąnner sind sehr interessiert und wollen unbedingt zur Ausstellung kommen.
Sie sind ├╝berrascht, dass es noch eine andere Interpretation gibt, weil jede eine feste Vorstellung von Krieg hat.

AVIVA-Berlin: Sie sagten einmal, Sie seien in Holland als "Nestbeschmutzerin" beschimpft worden? Gibt es eine unterschiedliche Wahrnehmung in Holland und in Deutschland, wenn ja, wie ├Ąu├čert sie sich?
Maria Es: Es gibt unterschiedliche Reaktionen - einerseits das Schamgef├╝hl, meine offene Loyalit├Ąt mit Deutschland verwirrt und andererseits kann man nicht verstehen, warum ich das ├╝berhaupt mache - das sei doch schon so lange her. Aber oft auch Erleichterung, dass ├╝berhaupt mal dar├╝ber geredet wird. Und was mich am meisten gewundert hat, ist, dass die M├Ąnner positiv reagieren, erleichtert sind, dass Krieg nicht nur einer M├Ąnnersache ist. Dass Frauen auch eine Verantwortung tragen. Es als neuen Blickwinkel begriffen.

AVIVA-Berlin: Wie definieren Sie die "Identit├Ąt der weiblichen Energie"?
Maria Es: Frauen leben in einem Zweispalt. Sie unterst├╝tzen (unfreiwillig - gezwungen?) Normen und Werte, die nicht zu ihrem Wesen passen.
Frauen wollen gerne Verantwortung tragen und ├╝bernehmen. Nur, Verantwortung kann erst dann getragen werden, wenn sie mit den eigenen Gesetzen ├╝bereinstimmt. Solange der Mann der Mass der Dinge bleibt ist es ungerecht und f├╝r Frauen fast unm├Âglich, auf eine verantwortungsvolle Weise das Ganze mit zu tragen. Nur die Frauen, die ihre eigen Gesetze kreieren, schaffen es.
Ich denke, was Frauen brauchen, sind Vorbilder und dass sie oft nicht nur ihre Vorbilder in der M├Ąnnerwelt suchen, sondern in der Frauenwelt. Das mu├č nicht immer eine wichtige Frau sein, sondern es kann eine ganz normale Hausfrau, ohne Bildung, eine einfache Frau sein. Ich bin aufgewachsen zwischen B├Ąuerinnen und ihre k├Ârperliche und seelische St├Ąrke hat mich beeindruckt und inspiriert. Die haben an sich selbst geglaubt. Und ich denke, das Wichtige ist, dass Frauen durch ihr Dasein und ihre Kraft auch M├Ąnnern bewusst machen und auf sich aufmerksam machen, dass Frauen durch ihr Anderssein eine wichtige Rolle haben. Nicht die Ratio, sondern eine eigene, innere Logik bestimmt, wohin es geht. Lediglich Mut, Neugierde und Willensst├Ąrke sind n├Âtig. Eine Energie, die nicht wie die m├Ąnnliche Energie von A nach B nach Z lebt. Weibliche Energie lebt in geschlossenen Kreisen. Sie besitzt die F├Ąhigkeit, aus diesen Kreisen zu treten, um dann einen neuen Kreis zu schaffen. So bildet sie ihre eigenen Muster und ist in der Lage, sich selbst immer wieder vollst├Ąndig zu erneuern. Diese Art des Existierens bietet die M├Âglichkeit, an jedem Kreuzungspunkt das Leben ohne Selbstverlust und totale Anarchie um 90 oder sogar um 180 Grad zu wenden.
Die v├Âllig zerst├Ârten Machtverh├Ąltnisse in unserer Weltenordnung und der "nomadische" Zug des modernen Menschen sprechen sehr stark diese weibliche Energie an. Sie entleiht ihre Kraft der Art und Weise, wie sie Verbindungen herstellt. Diese ├ťberzeugung kreiert neue Voraussetzungen, um eine v├Âllig neue Weltenordnung entstehen zu lassen. Es ist wichtig, diese Energie, zu kennen. Frauen brauchen mehr Loyalit├Ąt von M├Ąnnern. Dass sie uns akzeptieren und vertrauen, ohne alles begreifen zu m├╝ssen.

AVIVA-Berlin: Warum, denken Sie, gab und gibt es keinen Aufstand der Frauen im Krieg?
Maria Es: W├Ąhrend des Krieges ist das fast unm├Âglich. Frauen tragen oft Verantwortung f├╝r Kinder oder Schw├Ąchere. Aber ich denke, der wichtige Moment sich zu wehren, muss vor dem Krieg beginnen. Dass sie es nicht machen, hat wahrscheinlich damit zu tun, dass Frauen meistens in 2. Instanz reagieren, die M├Ąnner leiten und die Frau folgt. Vielleicht denken sie, dass sie f├╝r einen Aufstand einen starken K├Ârper ben├Âtigen -oder sie f├╝rchten die Kraft der M├Ąnner und vielleicht kann es auch so sein, dass Krieg auch ein Grund f├╝r Frauen ist, wichtig zu sein - sie werden "gebraucht". Brauchen Frauen Helden worauf sie ihren eigen Verlust projektieren k├Ânnen, k├Ânnte man sich fragen?

AVIVA-Berlin: Was sind Ihre n├Ąchsten Pl├Ąne und Visionen f├╝r eine (friedliche) Zukunft?
Maria Es: Die Definition von einer friedlichen Zukunft kenne ich nicht. Aggression ist eine wichtige menschliche Emotion. Es ist wahrscheinlich wichtig, dass man im Leben mit dieser Emotion auf eine positive und konstruktive Art experimentieren und umgehen kann. Dass man Freiraum schafft f├╝r diese Gef├╝hle und Emotionen.
Meine n├Ąchste Pl├Ąne? Ich m├Âchte gerne einen Film drehen f├╝r Frauen und M├Ąnner ├╝ber Vorbilder Frauen (starke Frauen). Das kann auch eine einfache ungebildete Hausfrau sein.



Weitere Informationen und Fotos finden Sie auf: www.mariaes.nl
Kontakt:
E-mail: mariaes@tiscali.nl
Adresse: ONYVA Galerie Maria Es, Achter de Molens 24, 6211 JC Maastricht NL.
Telefon Niederlande: 0031(0)43 - 3211339, Mobil: 0031(0)6 21 85 19 43
Telefon Berlin: 0163 504 1086

Lesen Sie mehr ├╝ber das Ausstellungskonzept von Marie Es auf der Rubrik Kultur/Exhibitions

Interviews Beitrag vom 02.04.2007 Sharon Adler 





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