Ausstellung mit Arbeiten von Varda Getzow und Liane Birnberg. Schichtung - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Juedisches Leben



AVIVA-BERLIN.de 4/18/5782 - Beitrag vom 19.03.2008


Ausstellung mit Arbeiten von Varda Getzow und Liane Birnberg. Schichtung
AVIVA-Redaktion

Vom 07. April bis 18. Mai 2008 zeigt das Haus am Kleistpark Installationen von Varda Getzow sowie Zeichnungen und Gemälde von Liane Birnberg. Die jüdischen Künstlerinnen beschäftigen sich...




... in ihren Werken mit der Frage: Was ist die Archäologie der Erinnerung?

Walter Benjamin hat für den Prozess der Erinnerung das Bild eines Mannes entworfen, der gräbt und dabei "behutsam und tastend" die Schichten der "eigenen verschütteten Vergangenheit freilegt", gleichzeitig aber auch sorgsam die Schichten aufzeigt, die "vorher zu durchstoßen" waren.

In Varda Getzows Installationen aus Alltagsgegenständen, die mit textilen Materialien verhüllt sind, findet sich dieses Benjaminsche Bild unmittelbar wieder: Schichten sind aufeinander gestapelt, topografische Objekte entstehen, Landschaften ähnlich. "Mapal", der Titel ihrer Installation, bedeutet im Hebräischen "Wasserfall". Über die Künstlerin schreibt die Direktorin des Petach Tikva Museums of Art: "Ihre Installationen formen Umrisse verschiedener Arten von Zeitlichkeit".
Auch Varda Getzows Videoarbeit stellt durch schwarz-weiße Schatten hindurch die Frage: "Was ist die Archäologie des Gedächtnisses?"

Ein direkter Bezug zu Erinnerungsschichten ist im bisherigen Werk von Liane Birnberg - in ihren abstrakten Gemälden und Zeichnungen – zunächst nicht erkennbar. Wie sehr ihre Arbeiten aber "Tiefengrabungen ohne Worte" sind, hat der Schriftsteller John Berger erkannt und mit ihr zusammen seinen bibliophilen Bild- und Gedichtband "words from a foreign language" konzipiert.

In der Ausstellung im Haus am Kleistpark präsentiert Liane Birnberg, neben subtilen Papierarbeiten, erstmals eine raumbezogene Installation der Geschichte ihrer aus der Bukowina stammenden jüdischen Familie. Hier erscheint der "abwesende Vater" der Kindheit auf Fotos und in Tondokumenten.

In einem zur Installation gehörigen Videofilm von Renate Sami fließen die Bilder aus dem künstlerischen Arbeitsprozess von Liane Birnberg mit den erzählten Erinnerungen ihres Vaters zusammen.
Zu den Künstlerinnen:
Varda Getzow
, geboren in Jaffa (Israel), lebt und arbeitet in Tel Aviv und Berlin.
Liane Birnberg, 1948 in Bukarest geboren, ist Malerin und Komponistin. Sie studierte Musik am Konservatorium und leitete die erste Frauen-Popband in Osteuropa. Sie lebt und arbeitet seit 1988 in Berlin.
Renate Sami ist eine Berliner Filmmacherin, Herausgeberin und Übersetzerin.

Austellungseröffnung:
Sonntag, 06. April 2008 um 11:30 Uhr

Begrüßung durch Herrn Dieter Hapel, Bezirksstadtrat für Schule, Bildung und Kultur, stellv. Bezirksbürgermeister Tempelhof-Schöneberg.

Statt einer Einführung liest Iwona Mickiewicz Gedichte aus den Reihen "Mitlesebuch" (2006) und "Sprache im technischen Zeitalter" (2002).
Im Rahmenprogramm der Ausstellung liest Iwona Mickiewicz nochmals am Dienstag 06. Mai 2008 um 19:00 Uhr Gedichte aus dem "Mitlesebuch" (2006) u.a.

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag von 11.00 bis 19.00 Uhr
Austellungsort: Haus am Kleistpark
Grunewaldstraße 6-7
10823 Berlin
030 / 756 069 64
www.hausamkleistpark-berlin.de
Eintritt frei


Jüdisches Leben

Beitrag vom 19.03.2008

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