filmArche e.V. initiiert Dokumentarfilmprojekt über die Shoah. Spendenaufruf - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Juedisches Leben



AVIVA-BERLIN.de 4/18/5782 - Beitrag vom 15.05.2013


filmArche e.V. initiiert Dokumentarfilmprojekt über die Shoah. Spendenaufruf
Madeleine Jeschke

Die Produktion "Liza ruft!" thematisiert den jüdischen Widerstand in Litauen und portraitiert vor allem die ehemalige Partisanin Fania Brancovskaja– eine der letzten heute noch lebenden..




... ZeitzeugInnen. Sie war 19 Jahre alt, als die Wehrmacht am 22. Juni 1941 in ihre Heimatstadt Vilnius einfiel.

Fania Brancovskaja erlebte Pogrome, die Errichtung der beiden Ghettos und fortlaufende "Aktionen", in deren Folge die Deutschen zehntausende jüdische Männer, Frauen und Kinder durch litauische Kollaborateure erschießen ließen. Unter dem Eindruck dieser Verbrechen schloss sich die junge Frau 1942 der jüdischen Widerstandsgruppe Fareinikte Partisaner Organisatzije (FPO) an. Sie beschaffte Lebensmittel und half, Waffen ins Ghetto zu schmuggeln, nachdem die FPO-Führung entschieden hatte, einen Aufstand vorzubereiten. Als Mobilisierungsparole wurde "Liza ruft!" vereinbart, im Andenken an Liza Magun, eine Meldegängerin der FPO, die die Deutschen erschossen hatten. Während der Liquidierung des "großen Ghettos" am 23. September 1943 ließ die Leitung der FPO den Aufstandsplan fallen, um kein Blutbad auszulösen, und wies ihre Mitglieder an, sich zu den PartisanInnen durchzuschlagen, die in den großen Waldgebieten östlich und südlich von Vilnius operierten. Fania Brancovskaja entkam in letzter Minute, musste aber ihre Eltern und ihre kleine Schwester zurücklassen – diese wurden von den Deutschen verschleppt und später ermordet.

Bei den PartisanInnen erlernte Fania Brancovskaja den Umgang mit Schusswaffen und Sprengstoff und führte verschiedene Sabotagemissionen aus. Im Juli 1944 beteiligte sie sich mit ihrer Einheit an der Befreiung von Vilnius durch die Rote Armee. Zusammen mit ihrem Mann, den sie bei den PartisanInnen kennengelernt hatte, engagiert Fania Brancovskaja sich beim Wiederaufbau Litauens unter sowjetischer Führung. Nach dem Tod ihres Mannes 1985 und dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurde ihr das Gedenken an die Shoah und den Widerstand gegen die deutschen Besatzer zur Lebensaufgabe. Regelmäßig führt sie Gruppen zu den Stätten der Verfolgung und des Widerstands, betreut das Jiddische Institut und engagiert sich für bedürftige Gemeindemitglieder.

Liza ruft! begleitet die heute 90-jährige Fania Brancovskaja in ihrem alltäglichen Kampf um Erinnerung und Gerechtigkeit. Im Gespräch mit ihren Kindern und WeggefährtInnen schafft das Dokumentarfilmprojekt laut InitiatorInnen "das lebendige Bild einer starken Frau und faszinierenden Persönlichkeit", das zeigt, dass die Shoah nicht nur die Geschichte der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik war, sondern auch die Geschichte von Selbstbehauptung und Widerstand jüdischer Männer, Frauen und Kinder. Zugleich gerät das einstige "Jerusalem Litauens" in den Blick - wie dessen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg und die Schatten, die die Shoah auch im Baltikum bis in die Gegenwart wirft.

Ins Leben gerufen wurde das Projekt von Nossa Schäfer, Philipp Jansen und Christian Carlsen. Die GeisteswissenschaftlerInnen haben sich schon in früheren Arbeiten mit Gender- und Diskriminierungsthemen befasst, zum Teil auch in filmischer Form.
Träger von Liza ruft ist filmArche e.V. Finanziell beteiligen sich die Ursula Lachnit-Fixon Stiftung und der Solidaritätsfond der Hans-Böckler-Stiftung Das Projekt ist jedoch, zum größten Teil, eigenfinanziert und braucht Ihre Unterstützung.

Spenden an:

Kontoname: Filmarche e.V.
Bank: Deutsche Bank 24
Kontonummer 567 22 33
BLZ 100 700 24
Betreff: Spende Liza ruft (& Ihre Anschrift)
Oder per PayPal auf: www.lizaruft.blogspot.de
Kontakt für Rückfragen: E-Mail: lizaruft@gmail.com, Tel.: 01176-78 22 31 03

Weitere Informationen:

www.facebook.com/Liza.ruft

www.lizaruft.blogspot.de

(Quelle: Liza ruft!)


Jüdisches Leben

Beitrag vom 15.05.2013

AVIVA-Redaktion 






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