Skandal - Bundesmittel f├╝r Deutschlands gr├Â├čtes und traditionsreichstes j├╝disches Filmfestival gestrichen - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
AVIVA-Berlin .
.
P
R
.
.

Stiftung Zur├╝ckgeben Juedische Allgemeine - Wochenzeitung f├╝r Politik, Kultur, Religion und J├╝disches Leben AVIVA_gegen_AFD
AVIVA-Berlin > Jüdisches Leben AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook AVIVA-Berlin auf twitter
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   J├╝disches Leben
   Veranstaltungen in Berlin
   Koscher + Vegetarisch
   Writing Girls
   Interviews
   Literatur
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 


Happy Birthday AVIVA




AVIVA wishes you a happy and peaceful New Year 2018




Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de 11/20/5778 - Beitrag vom 02.03.2016

Skandal - Bundesmittel f├╝r Deutschlands gr├Â├čtes und traditionsreichstes j├╝disches Filmfestival gestrichen
AVIVA-Redaktion

Damit ist das 1995 von Nicola Galliner gegr├╝ndete Festival, das in den Jahren 2013, 2014 und 2015 ├╝ber den aus Bundesmitteln best├╝ckten Hauptstadtkulturfonds mit j├Ąhrlich ÔéČ 100.000 unterst├╝tzt wurde, nur drei Monate vor seiner geplanten Er├Âffnung am 04. Juni 2016 in seiner Existenz bedroht.



├ťberraschend wurde die F├Ârderung des J├╝dischen Filmfestivals Berlin & Brandenburg (4.-19. Juni 2016) aus Mitteln des Bundeskulturetats gestrichen.

Das J├╝dische Filmfestival Berlin & Brandenburg ist das traditionsreichste j├╝dische Filmfestival in Europa und gilt als f├╝hrende Instanz f├╝r j├╝dische Filmkultur. Es ist in Art und Umfang in Deutschland einmalig und wirkt weit ├╝ber die Grenzen Berlins und Deutschlands hinaus kulturell, aber auch toleranzf├Ârdernd und v├Âlkerverst├Ąndigend. Dies gilt nicht nur in Bezug auf das Verh├Ąltnis von Juden und Nicht-Juden, sondern explizit auch mit Blick auf die deutsch-j├╝dische Vergangenheit sowie auch immer wieder mit Blick auf die gesellschaftliche Vielfalt Israels.

In seinem 22-j├Ąhrigen Bestehen hat sich das Festival als gr├Â├čte j├╝dische Kulturveranstaltung der Hauptstadtregion etabliert und ist fester Bestandteil in den Kulturkalendern Berlins und Brandenburgs. Gerade in Zeiten, in denen religi├Âse und kulturelle Konflikte wieder aufbrechen, und zwar l├Ąngst nicht nur in weit entfernten Gegenden, sondern auch hier in Berlin und Deutschland, ist das Festival ein Ort des Lernens f├╝r ein friedliches Zusammenleben in einer pluralistischen Gesellschaft. So setzt sich das Festival in Form von Kooperationen seit vielen Jahren auch f├╝r den muslimisch-j├╝dischen Dialog ein. Es ist ein Festival, das innovativ handelt und mit Vorf├╝hrungen und Veranstaltungen an 13 renommierten und kulturell engagierten Spielorten in Berlin und Brandenburg j├╝dische Themen direkt zum Publikum bringt.

So betonte der damalige Staatsminister f├╝r Kultur und Medien Bernd Neumann w├Ąhrend seiner Amtszeit:

"Das Festival wird mit Mitteln des Bundes unterst├╝tzt ÔÇô weil es k├╝nstlerisch ├╝berzeugt, und weil es eine wichtige Facette des j├╝dischen Lebens darstellt, das in unserem Land wieder sichtbar wird. Das J├╝dische Filmfestival ist Ausdruck dieser wiedergewonnenen Lebendigkeit, die eine wertvolle kulturelle Bereicherung f├╝r unser Land darstellt." (Staatsminister Bernd Neumann in seiner Rede zur Er├Âffnung des 19. J├╝dischen Filmfestivals Berlin & Potsdam, 29.04.2013)

Auch Au├čenminister Frank-Walter Steinmeier bescheinigte:

"Das J├╝dische Filmfestival ist ein wichtiger Teil dieses lebendigen Austauschs ...Sie machen die Menschen hier in Deutschland neugierig auf die vielen Facetten des Judentums, auf seine Traditionen, seine Riten." (Au├čenminister Frank-Walter Steinmeier in seiner Rede zur Er├Âffnung des 21. J├╝dischen Filmfestivals Berlin & Potsdam, 10.05.2015)

Erst vor wenigen Wochen wies Bundeskanzlerin Angela Merkel eindringlich darauf hin, wie wichtig es sei, die aktuellen Sorgen der j├╝dischen Bev├Âlkerung ernst zu nehmen, j├╝disches Leben und j├╝dische Kultur in Deutschland weiterhin zu f├Ârdern sowie steigendem Antisemitismus vehement entgegenzutreten:

"Wir k├Ânnen froh sein, dass es heute wieder j├╝disches Leben gibt, aber das ist nat├╝rlich damals viel intensiver gewesen. Und im Grunde ist ein gro├čer Schaden entstanden, nicht nur im Blick auf die Shoah, sondern auch auf den Beitrag, der f├╝r die deutsche Gesellschaft geleistet wurde. Und umso mehr hei├čt es heute, j├╝disches Leben willkommen zu hei├čen, Antisemitismus zu bek├Ąmpfen und hier auch keine Kompromisse zuzulassen." (Bundeskanzlerin Angela Merkel, Podcast vom 23.01.2016)

Genau hierzu leistet das Festival einen elementaren Beitrag.

Kurz nach den Feierlichkeiten zum 50-j├Ąhrigen Bestehen der deutsch-israelischen diplomatischen Beziehungen und fast parallel zu den deutsch-israelischen Regierungskonsultationen im Februar 2016 sieht sich die Staatsministerin f├╝r Kultur und Medien Prof. Monika Gr├╝tters nun jedoch au├čerstande, das J├╝dische Filmfestival Berlin & Brandenburg weiterhin aus Bundesmitteln zu unterst├╝tzen.

Zahlreiche Bundestagsabgeordnete, der Pr├Ąsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, VertreterInnen aus Kultur, Wirtschaft und Politik sowie zahlreiche Filmschaffende aus aller Welt sind ├╝ber die Entscheidung irritiert und haben sich bereits pers├Ânlich bei der Staatsministerin f├╝r das J├╝dische Filmfestival Berlin & Brandenburg eingesetzt.

Nicola Galliner, Festivalleiterin des J├╝disches Filmfestival Berlin & Brandenburg:
"Angesichts des sich erneut aufb├Ąumenden Volksk├Ârpergeistes in Teilen Deutschlands und den gro├čen Herausforderungen, die auf unsere Gesellschaft in den n├Ąchsten Jahren zukommen, ist diese Entscheidung unbegreiflich und politisch ein geradezu gef├Ąhrliches Signal. Es war m├╝hsam, bestehende Vorbehalte abzubauen und es dauerte einige Jahre, aus Deutschland heraus vertrauensvolle Verbindungen zum weltweiten j├╝dischen Filmschaffen aufzubauen. Das Festival hat sich dennoch inzwischen eine ausgezeichnete internationale Reputation erarbeitet. Die Hauptstadtregion ist wieder zu einem echten Treffpunkt f├╝r den j├╝dischen Film und den Film ├╝ber das Judentum geworden. Dem traditionsreichsten j├╝dischen Filmfestival in Deutschland nun jegliche Bundesmittel zu entziehen, torpediert deshalb nicht nur unsere Arbeit, sondern zerst├Ârt auch wieder gewonnenes Vertrauen. Wir und unsere Unterst├╝tzer widersprechen der mangelnden Unterst├╝tzung in aller Sch├Ąrfe und fordern eine umgehende Richtigstellung und klare Positionierung zum J├╝dischen Filmfestival Berlin & Brandenburg."

Auch AVIVA-Berlin protestiert aufs Sch├Ąrfste gegen die Streichung der Mittel. Diese Entscheidung ist absolut unverst├Ąndlich. Im Gegenteil hat das Festival jeden Cent mehr als verdient. Dieses wichtige Festival, das seit als einziges seiner Art in Deutschland von Anbeginn an eine Vielfalt von j├╝dischen und israelischen Produktionen gezeigt hat, ist nun in seiner Existenz bedroht.

Das J├╝dische Filmfestival Berlin & Potsdam hat seinen Namen zum Jahresende 2015 in J├╝disches Filmfestival Berlin & Brandenburg ge├Ąndert.

Aktuelle Informationen ├╝ber das J├╝dische Filmfestival Berlin & Brandenburg finden Sie unter:
www.jffb.de

Folgen Sie dem JFFB auf Facebook: www.facebook.com/jffberlin

Jüdisches Leben Beitrag vom 02.03.2016 AVIVA-Redaktion 





  © AVIVA-Berlin 2018 
zum Seitenanfang suche sitemap impressum datenschutz home Seite weiterempfehlenSeite drucken