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Jüdisches Leben
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Beitrag vom 17.03.2026
Spurlos verschwunden? Jüdische Lebenswelten im Herzen Berlins vor der NS-Diktatur
AVIVA-Redaktion
Die Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum und das Mitte Museum präsentieren neue Straßenmarkierungen und eine interaktive Webseite: www.jewishmitteberlin.de. Mit ihnen wird die in Vergessenheit geratene osteuropäisch-jüdische Geschichte der Spandauer Vorstadt und des Scheunenviertels sichtbar gemacht.
In einer Kooperation zwischen der Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum und dem Mitte Museum (regionalhistorisches Museum des Bezirks Mitte von Berlin) werden zehn Straßenmarkierungen im Scheunenviertel dauerhaft montiert sowie eine gemeinsame, interaktive Website entwickelt, die jüdische Orte, Biografien und Geschichten in der gesamten Spandauer Vorstadt vor der NS-Diktatur anschaulich machen.
Die Straßenmarkierungen werden in der Gormannstraße, Rosenthaler Straße, Neue Schönhauser Straße, Alte Schönhauser Straße, Linienstraße, Rosa-Luxemburg-Platz, Mulackstraße, Münzstraße, Max-Beer-Straße und Almstadtstraße angebracht. Auf ihnen sind die jeweiligen Straßennamen in jiddischer Schrift mit Erläuterungen sowie QR-Codes zu finden.
Die QR-Codes führen zu der Webseite www.jewishmitteberlin.de, die eine interaktive Karte präsentiert, auf der wichtige Ereignisse wie etwa das Scheunenviertelpogrom von 1923, unterschiedliche jüdische Biografien sowie Institutionen und Orte des alltäglichen Lebens in der Spandauer Vorstadt und im Scheunenviertel zu finden sind. Vorgestellt werden insgesamt 40 unterschiedliche jüdische Orte. Ein Glossar ergänzt die Website.
Die Karte lädt auch zu thematischen Stadtrundgängen ein, die in den Erzählstimmen von Mascha Kaléko, Alexander Granach oder der ersten Rabbinerin Regina Jonas hörbar werden. Das Projekt verknüpft so die physische Erinnerungslandschaft mit konkreten Erinnerungszeichen im Scheunenviertel und parallel mit einer digitalen Erinnerungslandschaft in Form der interaktiven Karte.

Alle Interessierten haben damit die Möglichkeit, von zuhause, aus dem Klassenzimmer oder direkt vor Ort etwas über die jüdische Geschichte der Spandauer Vorstadt vor der NS-Diktatur zu erfahren und sich auf die Spuren von einzelnen Protagonist:innen der jüdischen Stadtgesellschaft zu begeben.
Die Erinnerungslandschaft richtet sich an ein breites Publikum; alle Texte sind auch auf Englisch verfügbar. Die Straßenschilder sollen für Passant:innen ein Moment der Irritation sein. Lehrkräfte können mit ihren Schulklassen selbstgeführte Rundgänge durch die Spandauer Vorstadt und das Scheunenviertel umsetzen. Die Straßenmarkierungen und Erläuterungsschilder sollen aber auch Anwohner:innen einen neuen Blick auf ihr Viertel ermöglichen. Tourist:innen lernen durch sie in Vergessenheit geratene Aspekte der Berliner Geschichte kennen.
Die physische und die digitale Erinnerungslandschaft machen die reichhaltige jüdisch-migrantische Geschichte des Viertels sichtbarer, das heute scheinbar geschichtslos ist, da es kaum Stolpersteine oder auch Erinnerungszeichen gibt.
Die Realisierung des Projektes wird aus Mitteln des "Aktionsfonds zur Unterstützung von Projekten gegen Antisemitismus" der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt ermöglicht.
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