Die Preisträgerinnen der Stiftung Zurückgeben 2009 - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Juedisches Leben



AVIVA-BERLIN.de 9/13/5781 - Beitrag vom 24.03.2009


Die Preisträgerinnen der Stiftung Zurückgeben 2009
Claire Horst

Wie jedes Jahr wurden auch 2009 Projektzuschüsse in Höhe von 20.000 Euro an Künstlerinnen und Wissenschaftlerinnen jüdischer Religionszugehörigkeit und/oder jüdischer Herkunft, die in Deutschland...




...leben, vergeben. Die Auswahl traf eine Jury, der jüdische Frauen aus Kultur und Wissenschaft angehören.

Ein Neubeginn jüdischen Lebens in Deutschland

Nach der Schoa galt Deutschland vielen Juden und Jüdinnen als "gebranntes Land", in dem man auf gepackten Koffern saß, weil eine jüdische Zukunft hier nicht vorstellbar war. Entgegen dieser Haltung war in den 1990er-Jahren eine zunehmend selbstbewusste Generation jüdischer Nachkommen herangewachsen, die nicht mehr an Ausreise dachte. Jüdisches Leben begann zunehmend öffentlich zu florieren; Bemühungen um ein Anknüpfen an die fast zerstörte jüdische Kultur wurden sichtbar. Inzwischen hat sich eine Vielfalt jüdischen Lebens in Deutschland entwickelt. Diese Entwicklung will die Stiftung ZURÜCKGEBEN fördern und unterstützen.

Die Gründungsgeschichte der Stiftung

Die Stiftung wurde im Jahr 1994 in Berlin von einer Initiativgruppe jüdischer und nichtjüdischer Frauen, u. a. von Birgit Rommelspacher und Hilde Schramm, ins Leben gerufen. Sie handelten aus der Erkenntnis heraus, dass alle in der NS-Zeit zur "Volksgemeinschaft" zählenden Deutschen Vorteile aus der Entrechtung, Ausplünderung und Beraubung der Juden und Jüdinnen gezogen haben. Viele profitierten persönlich von der "Arisierung" jüdischen Besitzes oder zogen Vorteile aus den Berufsverboten und gaben die im NS-Staat verbreiteten und weniger offensichtlichen Vorteilsnahmen an die Nachgeborenen weiter.
Anliegen der Stiftung ZURÜCKGEBEN war und ist es, die ErbInnen dieser historischen Ereignisse aufzufordern, durch Spenden und Zustiftungen einen Beitrag zur Förderung jüdischen Lebens in Deutschland zu leisten.

Der Name der Stiftung

= zurückkehren, nach Hause kommen
Das hebräische Wort Shiva bedeutet sowohl "zurückgeben" als auch "Heimkehr". Vor dem Hintergrund der Entrechtung und Enteignung europäischer jüdischer BürgerInnen durch den Nationalsozialismus hat die Stiftung Zurückgeben es mit ihrem - in Deutschland einzigartigen - Konzept nicht nur geschafft, jüdischen Wissenschaftlerinnen und Künstlerinnen einen Teil der geraubten Lebenschancen und Entfaltungsmöglichkeiten zurückzugeben. In diesem Zusammenhang fand gleichzeitig auch eine Heimkehr jüdischen Wissens und jüdischer Kunst – geschaffen von Frauen – nach Deutschland statt.

Die Preisträgerinnen 2009

Sharon Adler. Das Online Magazin für Frauen "AVIVA-Berlin"
soll erweitert werden. Die neue Serie berichtet über jüdische Künstlerinnen und Wissenschaftlerinnen, ihren Werdegang und ihre künstlerischen / wissenschaftlichen Arbeiten.

Elena Klyuchaeva. Im Gedenken an die Pogromnacht führt das Theater "Schule des Salomon Playr" das Stück: "Blütenlese in der Ferne – Selma Meerbaum-Eisingers Leben und Tod" auf. Es ist das einzige jüdische Theater in Sachsen.

Malin Gabriele Kundi. Das Projekt "Transformation" ist ein Foto-Ausstellungsprojekt, das auf künstlerische Weise sichtbar macht, dass alles veränderbar ist: Es ist gleichzeitig möglich, alt und jung oder männlich und weiblich zu fühlen und zu sein.

Dr. Ruth Kupermann, Anat Manor, Tanya Ury. In Kunstobjekten, Photomontagen und Videoinstallationen sollen in einer Kunstaktion und später in einer Ausstellung jüdischen Frauen Spielräume eröffnet werden, um ihre Migrationserfahrungen künstlerisch zu verarbeiten.

Ola Lewin. Eine Video- / Audioinstallation zum Thema "Schabbat" soll die Verbindung zwischen vergangenem jüdischen Geistesleben und dem aktuell stattfindenden jüdischen Leben darstellen. Das Projekt ist Teil einer Ausstellung zur Geschichte des Landjudentums im niedersächsischen Ort Bremervörde.

Yael Reuveny. Der Film: "Es war einmal" ist eine persönliche Reise an die Orte der Familienvergangenheit. Es ist der Versuch, die Vergangenheit in ihrer ganzen Komplexität in das gegenwärtige Leben zu integrieren.

Kim Seligsohn. In dem Lied: "Hymne an das Leben" werden die Namen ermordeter Juden gesungen. So soll dem "Unfassbaren" ein Klang gegeben werden. Die Konzerte sollen in Mahn- und Gedenkstätten, Museen, Kirchen und Synagogen stattfinden.

Weitere Informationen zur Stiftung unter: ZURÜCKGEBEN - Stiftung zur Förderung Jüdischer Frauen in Kunst und Wissenschaft
Haus der Demokratie und Menschenrechte
Greifswalder Straße 4
10405 Berlin
Telefon: 0 30 - 42 02 26 45
Internet: www.stiftung-zurueckgeben.de


Jüdisches Leben

Beitrag vom 24.03.2009

Claire Horst 






AVIVA-News bestellen
  AVIVA-Berlin auf Facebook AVIVA-Berlin auf twitter



Yom HaShoah. Holocaust Martyrs and Heroes Remembrance Day

Yom HaShoah. Holocaust Martyrs and Heroes Remembrance Day
Remember the names of those murdered in the Shoah: www.yadvashem.org

Esther Dischereit - Mama, darf ich das Deutschlandlied singen. Politische Texte

. . . . PR . . . .

Esther Dischereit - Mama, darf ich das Deutschlandlied singen. Politische Texte
Jüdisch. Solidarisch. Antirassistisch. Der Essayband mit einem Vorwort von Aleida Assmann knüpft an die beiden Aufsatzbände "Übungen jüdisch zu sein" und "Mit Eichmann an der Börse" an.
Mehr zur Autorin, zum Buch, sowie Bestellung unter: www.mandelbaum.at

Hila Amit - Hebräisch für Alle. Von der Sprache zur Vielfalt.

. . . . PR . . . .

Hila Amit - Hebräisch für Alle
Das erste queere und feministische Hebräisch-Lehrbuch in Deutschland. Das Arbeitsbuch enthält zahlreiche lebensnahe Beispiele und Übungen, um den Wortschatz direkt anzuwenden und zu verinnerlichen.
Mehr Informationen zum Buch und Bestellung unter: www.edition-assemblage.de

Online: Die Videoaufzeichnung der Panel-Diskussion "Fragmented Narratives"

Erinnerungspolitiken im Spiegel von Rassismus und Antisemitismus in Geschichte und Gegenwart.
Mit Dr. Lea Wohl von Haselberg, Veronika Kracher, Dr. Ingrid Strobl, Dr. Michal B Ron. Moderiert von Sharon Adler. Im Rahmen der Ausstellung mit Werken von Elianna Renner und Sharon Paz bei alpha nova & galerie futura

Es war einmal ein Töpfchen

. . . . PR . . . .

Es war einmal ein Töpfchen
Alona Frankels "Sir haSirim" (Hebr., der Topf der Töpfe) gilt als erstes Kleinkinderbuch zum Thema "Töpfchentraining". Der israelische Kinderbuchklassiker aus dem Jahr 1975 ist jetzt auf Deutsch erschienen!
Mehr Infos zu den Büchern und zum Ariella Verlag unter:
www.ariella-verlag.de

Rosh HaShana 5781 - Shana tova u-metuka!

AVIVA wishes you a sweet, healthy and happy Rosh HaShana!
AVIVA wünscht ein süßes, glückliches, friedliches und gesundes Neues Jahr 5781!

Wir leben in Wohnungen mit Vergangenheit


Kooperationen

HentrichHentrich
Jewish Womens Archive
Jüdisches Museum Berlin
JVHS
Bet Debora
Hagalil