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AVIVA-BERLIN.de 11/23/5778 - Beitrag vom 09.12.2009

Halachic Organ Donor Society, HODS
Lisa Erdmann

Robert Berman ist Gr├╝nder und Direktor der Non-Profit-Organisation, die es sich zum Ziel gesetzt hat, J├╝dinnen und Juden darin zu best├Ąrken, lebensrettende Organe zu spenden ÔÇô sowohl an J├╝dinnen...



... und Juden, als auch an Nichtj├╝dinnen und Nichtjuden.

Die HOD Society wurde im Dezember 2001 von Robert Berman gegr├╝ndet, um J├╝dinnen und Juden zu lehren, dass die Thematik der Organspende auch im traditionellen J├╝dischen Gesetz Unterst├╝tzung findet. Die Gl├Ąubigen sollen dabei ├╝ber die verschiedenen halachischen (J├╝disches Gesetz) und medizinischen Aspekte rund um Organspende aufgekl├Ąrt werden. Ein einzigartiger Organspendeausweis, der j├╝dischen Menschen die M├Âglichkeit gibt, Organe im Rahmen ihres Glaubens zu spenden und zu w├Ąhlen, ob sie ihre Organe nach Eintritt von Hirntod, oder erst nach Herzstillstand zur Verf├╝gung stellen m├Âchten, wird angeboten. Ziel ist es auch, eine rabbinische Beratung und ├ťberwachung im Falle einer Organspende anzubieten und passende SpenderInnen mit Empf├ĄngerInnen zusammen zu bringen.

Robert Berman ├Ąu├čerte sich selbst ├╝ber seine Organisation mit den Worten: "Ich f├╝hre eine Non-Profit-Organisation, die Juden darin best├Ąrkt, Organe zu spenden ÔÇô f├╝r die breite ├ľffentlichkeit, wer auch immer auf der Warteliste steht, Jude oder Nichtjude. Einen Organspendeausweis zu haben kann acht Leben retten." Eine Organspende sollte also laut Berman nicht von der Religion oder der Herkunft der m├Âglichen Empf├ĄngerInnen abh├Ąngig sein, sondern jedes gef├Ąhrdete Leben zur Rettung durch eine Organspende gleicherma├čen in Betracht ziehen.

D├╝rfen J├╝dinnen und Juden ihre Organe an Nicht-J├╝dinnen und Nicht-Juden spenden? Robert Berman beantwortet diese Frage folgenderma├čen: "Diese Frage geht davon aus, dass die Torah andeutet, dass es bedeutsam sei, das Leben eines Juden zu retten, der gleiche Akt f├╝r einen Nicht-Juden aber nicht zul├Ąssig w├Ąre. Diese Annahme k├Ânnte man mit der Torah in Frage stellen. Die Torah basiert darauf, dass ┬┤alle Menschen nach dem Bildnis Gottes geschaffen wurden.┬┤ Daher best├Ątigt die Organspende an einen Nicht-Juden, dass dieser Mensch das Potential hat, auf dem Pfad Gottes zu gehen: Abram, der Begr├╝nder des Judentums, wurde erst Jude als er zu Abraham wurde."

Zus├Ątzlich besagt der Talmud, dass auch, wenn es eigentlich verboten ist, die Gesetze der Torah zu brechen um das Leben einer Nicht-J├╝din oder eines Nicht-Juden zu retten, dies trotzdem getan werden soll, da das Unterlassen dieser Tat Feindschaft (Eiva) zwischen J├╝dinnen / Juden und Nicht-J├╝dinnen / -Juden hervorbringen k├Ânnte.

Dar├╝ber hinaus erkl├Ąrt das Talmudtraktat Yoma, dass wenn es um die Rettung von Leben geht, nicht der Mehrheit gefolgt werden soll. Das hei├čt, dass selbst wenn es nur den kleinsten Bruchteil einer M├Âglichkeit gibt, dass ein Leben, egal ob j├╝disch oder nicht, gerettet werden kann, sollten 610 (von 613) der Gesetze der Torah missachtet werden. Denn selbst wenn alle der acht wichtigen Organe einer/s Toten an Nicht-J├╝dinnen und -Juden gehen, stehen diese nicht mehr auf der Warteliste. Eine j├╝dische Person kann dann auf der Liste aufsteigen und so vielleicht ein lebensrettendes Organ bekommen.

Die weltweite Mission der "Halachic Organ Donor Society" ist es, die Zahl der Organspenden von J├╝dinnen und Juden an die Gemeinschaft, inklusive Nicht-J├╝dinnen und Nicht-Juden, zu erh├Âhen und so mehr Leben zu retten. Sie ist die einzige j├╝dische Organspendegesellschaft weltweit und hat bis heute ├╝ber 200 Leben dadurch gerettet, Organspenden zu erm├Âglichen, die anders nie geschehen w├Ąren. Dar├╝ber hinaus hat die Organisation in ├╝ber 300 Vortr├Ągen mehr als 25.000 Menschen ├╝ber die Wichtigkeit von Organspende aufgekl├Ąrt und ├╝ber 200 orthodoxe RabbinerInnen angeworben, die sich f├╝r Organspende registriert haben und einen Organspendeausweis tragen.

Organisationsgr├╝nder Robert Berman hat einen Abschluss als MPA (Master of Public Administration) von der Harvard Kennedy School of Government, einen MBA-Abschluss (Master of Business Administration) vom Baruch College und einen Bachelor of Arts in Wirtschaft von der Yeshiva University. Er ist au├čerdem Absolvent des Gruss Kollel und der Yeshivat Hakotel. Berman war schon immer insbesondere f├╝r viele j├╝dische Themen sozial aktiv und schrieb als freier Journalist f├╝r das New York Magazine, die Jerusalem Post, die Jewish Week, das Moment Magazine und den Jerusalem Report. Er ist Gr├╝nder und Direktor der "Halachic Organ Donor Society".


Weitere Infos finden Sie unter: www.hods.org

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Der Dokumentarfilm Das Herz von Jenin

Jüdisches Leben Beitrag vom 09.12.2009 Lisa Erdmann 





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