Halachic Organ Donor Society, HODS - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Juedisches Leben



AVIVA-BERLIN.de 13/3/5781 - Beitrag vom 09.12.2009


Halachic Organ Donor Society, HODS
Lisa Erdmann

Robert Berman ist Gründer und Direktor der Non-Profit-Organisation, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Jüdinnen und Juden darin zu bestärken, lebensrettende Organe zu spenden – sowohl an Jüdinnen...




... und Juden, als auch an Nichtjüdinnen und Nichtjuden.

Die HOD Society wurde im Dezember 2001 von Robert Berman gegründet, um Jüdinnen und Juden zu lehren, dass die Thematik der Organspende auch im traditionellen Jüdischen Gesetz Unterstützung findet. Die Gläubigen sollen dabei über die verschiedenen halachischen (Jüdisches Gesetz) und medizinischen Aspekte rund um Organspende aufgeklärt werden. Ein einzigartiger Organspendeausweis, der jüdischen Menschen die Möglichkeit gibt, Organe im Rahmen ihres Glaubens zu spenden und zu wählen, ob sie ihre Organe nach Eintritt von Hirntod, oder erst nach Herzstillstand zur Verfügung stellen möchten, wird angeboten. Ziel ist es auch, eine rabbinische Beratung und Überwachung im Falle einer Organspende anzubieten und passende SpenderInnen mit EmpfängerInnen zusammen zu bringen.

Robert Berman äußerte sich selbst über seine Organisation mit den Worten: "Ich führe eine Non-Profit-Organisation, die Juden darin bestärkt, Organe zu spenden – für die breite Öffentlichkeit, wer auch immer auf der Warteliste steht, Jude oder Nichtjude. Einen Organspendeausweis zu haben kann acht Leben retten." Eine Organspende sollte also laut Berman nicht von der Religion oder der Herkunft der möglichen EmpfängerInnen abhängig sein, sondern jedes gefährdete Leben zur Rettung durch eine Organspende gleichermaßen in Betracht ziehen.

Dürfen Jüdinnen und Juden ihre Organe an Nicht-Jüdinnen und Nicht-Juden spenden? Robert Berman beantwortet diese Frage folgendermaßen: "Diese Frage geht davon aus, dass die Torah andeutet, dass es bedeutsam sei, das Leben eines Juden zu retten, der gleiche Akt für einen Nicht-Juden aber nicht zulässig wäre. Diese Annahme könnte man mit der Torah in Frage stellen. Die Torah basiert darauf, dass ´alle Menschen nach dem Bildnis Gottes geschaffen wurden.´ Daher bestätigt die Organspende an einen Nicht-Juden, dass dieser Mensch das Potential hat, auf dem Pfad Gottes zu gehen: Abram, der Begründer des Judentums, wurde erst Jude als er zu Abraham wurde."

Zusätzlich besagt der Talmud, dass auch, wenn es eigentlich verboten ist, die Gesetze der Torah zu brechen um das Leben einer Nicht-Jüdin oder eines Nicht-Juden zu retten, dies trotzdem getan werden soll, da das Unterlassen dieser Tat Feindschaft (Eiva) zwischen Jüdinnen / Juden und Nicht-Jüdinnen / -Juden hervorbringen könnte.

Darüber hinaus erklärt das Talmudtraktat Yoma, dass wenn es um die Rettung von Leben geht, nicht der Mehrheit gefolgt werden soll. Das heißt, dass selbst wenn es nur den kleinsten Bruchteil einer Möglichkeit gibt, dass ein Leben, egal ob jüdisch oder nicht, gerettet werden kann, sollten 610 (von 613) der Gesetze der Torah missachtet werden. Denn selbst wenn alle der acht wichtigen Organe einer/s Toten an Nicht-Jüdinnen und -Juden gehen, stehen diese nicht mehr auf der Warteliste. Eine jüdische Person kann dann auf der Liste aufsteigen und so vielleicht ein lebensrettendes Organ bekommen.

Die weltweite Mission der "Halachic Organ Donor Society" ist es, die Zahl der Organspenden von Jüdinnen und Juden an die Gemeinschaft, inklusive Nicht-Jüdinnen und Nicht-Juden, zu erhöhen und so mehr Leben zu retten. Sie ist die einzige jüdische Organspendegesellschaft weltweit und hat bis heute über 200 Leben dadurch gerettet, Organspenden zu ermöglichen, die anders nie geschehen wären. Darüber hinaus hat die Organisation in über 300 Vorträgen mehr als 25.000 Menschen über die Wichtigkeit von Organspende aufgeklärt und über 200 orthodoxe RabbinerInnen angeworben, die sich für Organspende registriert haben und einen Organspendeausweis tragen.

Organisationsgründer Robert Berman hat einen Abschluss als MPA (Master of Public Administration) von der Harvard Kennedy School of Government, einen MBA-Abschluss (Master of Business Administration) vom Baruch College und einen Bachelor of Arts in Wirtschaft von der Yeshiva University. Er ist außerdem Absolvent des Gruss Kollel und der Yeshivat Hakotel. Berman war schon immer insbesondere für viele jüdische Themen sozial aktiv und schrieb als freier Journalist für das New York Magazine, die Jerusalem Post, die Jewish Week, das Moment Magazine und den Jerusalem Report. Er ist Gründer und Direktor der "Halachic Organ Donor Society".


Weitere Infos finden Sie unter: www.hods.org

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Der Dokumentarfilm Das Herz von Jenin


Jüdisches Leben

Beitrag vom 09.12.2009

Lisa Erdmann 






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