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AVIVA-BERLIN.de 11/20/5778 - Beitrag vom 17.07.2008

Trauer ├╝ber den Tod von Ehud Goldwasser und Eldad Regev
Sharon Adler

Die traurige Gewissheit. Die Leichen von zwei unschuldigen Israelis wurden gegen f├╝nf lebendige Verbrecher der islamistischen Hisbollah ausgetauscht. Kondolenzb├╝cher lagen in Berlin aus...



...bis zum 30. Juli 2008.
Wo: Mahnmal der J├╝dischen Gemeinde zu Berlin
Fasanenstra├če 79
10623 Berlin-Charlottenburg
Weitere Informationen unter:
www.jg-berlin.org

Zwei Jahre nach dem Libanonkrieg hat die Hisbollah-Miliz am Grenz├╝bergang Rosch Hanikra zwei einfache schwarze S├Ąrge ├╝bergeben. Darin befanden sich die sterblichen ├ťberreste der im Sommer 2006 entf├╝hrten beiden Reservesoldaten Ehud Goldwasser und Eldad Regev. Deren Familien hatten die ganzen zwei Jahre hindurch keinerlei Informationen ├╝ber die Situation der Entf├╝hrten erhalten und bis zuletzt die Hoffnung nicht aufgegeben.

"Dies zu sehen ist nicht leicht, ungeachtet der Tatsache, dass es nicht sehr ├╝berraschend war", erz├Ąhlte Ehud Goldwassers Vater Shlomo. "Die Konfrontation mit der Wirklichkeit aber ist immer schwer."

Da die Leichen stark verst├╝mmelt waren, konnte nur anhand einer DNA-Analyse deren Identit├Ąt gepr├╝ft werden. Erst nach dem positiven Befund entschied Israel sich nach im Land umstrittenen Debatten daf├╝r, einen libanesischen Top-Terroristen sowie vier weitere Hisbollah-K├Ąmpfer freizulassen. Der 45 Jahre alte Samir Kuntar war wegen mehrfachen feigen Morden zu 542 Jahren Haft verurteilt worden und sa├č seit 28 Jahren im Gef├Ąngnis.
Seine Begnadigung war in der israelischen ├ľffentlichkeit stark diskutiert, weil die von ihm ver├╝bten Taten besonders brutal waren. Er hatte einen 28-j├Ąhrigen israelischen Familienvater vor den Augen seiner Tochter erschossen. Danach erschlug er das vierj├Ąhrige M├Ądchen mit dem Gewehrkolben. Die Mutter hatte die zweite, zweij├Ąhrige Tochter in panischer Angst erstickt, weil sie ihr den Mund zugehalten hatte, damit sie nicht schreit.

Die Ankunft Kuntars wurde im Libanon frenetisch gefeiert, unter anderem wurden die obligatorischen Bonbons an Kinder verteilt und diverse Feuerwerke zu seinen "Ehren" entz├╝ndet.

"Wir trauern mit den Familien und Angeh├Ârigen und dem ganzen Staat Israel um die Soldaten Ehud Goldwasser und Eldad Regev, deren Leichname gestern, am 16. Juli 2008, von der Hisbollah an die israelischen Beh├Ârden ├╝bergeben wurden", so der Vizepr├Ąsident des Zentralrats der Juden, Dr. Dieter Graumann, f├╝r den Zentralrat und die j├╝dische Gemeinschaft in Deutschland.
Ein deutscher Vermittler des BND hatte im Auftrag der UNO den Austausch vermittelt.
"Das Schicksal des ebenfalls entf├╝hrten Soldaten Ron Arad l├Ąsst uns nicht ruhen und wir hoffen immer noch, dass er lebend zu seiner Familie zur├╝ckkommen wird", so Graumann weiter. "Dank geb├╝hrt der deutschen Bundesregierung und den Vereinten Nationen f├╝r ihre Vermittlung, wenn auch das Ergebnis nur eine traurige Gewissheit best├Ątigt", so Graumann.

Die Entf├╝hrung hatte im Sommer 2006 den israelischen Gro├čangriff auf den Libanon ausgel├Âst, in dessen 34-t├Ągigem Verlauf 1.200 Libanesen und 160 israelische SoldatInnen starben. Mehr als 4.000 Raketen wurden auf israelisches Gebiet abgefeuert. Israels F├╝hrung wurde hart kritisiert, Verteidigungsminister Peretz und Generalstabschef Halutz legten ihr Amt nieder.

"Mit der Freilassung des brutalen M├Ârders Samir Kuntar, der sogar unschuldige Kinder auf seinem Gewissen hat, hat Israel einen hohen Preis f├╝r die R├╝ckf├╝hrung der toten Soldaten gezahlt", meint der Vizepr├Ąsident des Zentralrats. "Die zynischen Jubelfeiern f├╝r den sadistischen Kinderm├Ârder Kuntar und vier weitere ausgetauschte Terroristen in Beirut zeigen einmal mehr, dass die Hisbollah eine skrupellose Terrororganisation ist, deren Aktivisten und Sympathisanten keine Freiheitsk├Ąmpfer sondern kaltbl├╝tige M├Ârder sind, die selbst vor dem Leben unschuldiger Kinder keinen Respekt haben", so Graumann. "Daran sollte sich jeder erinnern, der hierzulande politische Gespr├Ąche mit Vertretern der Hisbollah fordert oder auch selbst f├╝hrt", so Graumanns Hinweis an die deutsche Politik.

Das Ende einer Hoffnung

Tief getroffen ist Ehud Goldwassers Frau Karnit, die zwei Jahre lang f├╝r die Freilassung ihres Mannes gek├Ąmpft hat. Ihr Vater teilt mit: "Wir wollen jetzt allein sein, um zu weinen, uns zu umarmen und gegenseitig zu helfen. Meine Tochter verarbeitet dies jetzt, und sie leidet. Ich wei├č, dass es schwer f├╝r sie ist. Sie hat geweint, und ich glaube, dass das eine gute Sache ist. Karnit blickt in die Zukunft, und das tun auch wir."

Eldad Regevs Vater Zvi sagte dem Armeefunk: "Es ist hart zu sehen, wie ein Sarg auf den Boden gestellt wird und dann ein anderer. Es war f├╝rchterlich, dies zu sehen, f├╝rchterlich. Ich habe darum gebeten, den Fernseher auszuschalten ÔÇô ich wollte es nicht sehen. Wir haben unser Bestes gegeben, um Udi und Eldad nach Hause zu holen, selbst in diesem Zustand. Die ganze Zeit haben wir gehofft, dass Udi und Eldad am Leben sind, dass sie zur├╝ckkommen und wir sie umarmen k├Ânnen. Letzte Nacht haben wir noch immer auf ein Wunder gehofft, aber jetzt ist es sehr schwer f├╝r mich, meine Gef├╝hle zum Ausdruck zu bringen."

Shlomo Goldwasser bemerkte zur Freilassung Samir Kuntars: "Es ist mir wichtig, dass das libanesische Volk begreift, was es geopfert hat und wof├╝r. Es hat etwa 800 Mann verloren und seine gesamte Wirtschaft, und wof├╝r? F├╝r jemanden, der eine Vierj├Ąhrige ermordet hat? Kann man so jemanden als Held bezeichnen?"

Eldad Regevs Bruder Eyal sagte den JournalistInnen, die Familien seien sich bei aller Hoffnung im Klaren dar├╝ber gewesen, dass sein Bruder wahrscheinlich nicht mehr am Leben sei: "Bei all dem unermesslichen Schmerz, der diesen Gefangenenaustausch begleitet hat, bin ich stolz auf dieses Land. Israel sollte stolz sein auf die Entscheidung, Udi und Eldad zur├╝ckzubringen. Wir zahlen einen hohen Preis f├╝r sie."

NachbarInnen, FreundInnen und Mitb├╝rgerInnen versammelten sich zahlreich um die H├Ąuser der Familien in Kiriyat Motzkin und Nahariya, um ihr Mitgef├╝hl zum Ausdruck zu bringen. Auch in Berlin haben wir die M├Âglichkeit, unsere Solidarit├Ąt mit den Opfern und ihren Familien zu zeigen.

Die J├╝dische Gemeinde zu Berlin erinnerte in einer Gedenkfeier an die beiden vor 735 Tagen in den Libanon entf├╝hrten Soldaten. In Anwesenheit des Gesandten des Staates Israel, Ilan Mor, sprach der Rabbiner Ehrenberg das Kaddisch. Bis zum 30. Juli 2008 ausliegende Kondolenzb├╝cher sollen den Hinterbliebenen ├╝berreicht werden.

The Final Farewell ÔÇô die Seite f├╝r die Soldaten Eldad Regev und Ehud Goldwasser: www.abducted.org.il


(Quellen: Zentralrat der Juden in Deutschland, Yedioth Ahronot, haGalil)

Jüdisches Leben Beitrag vom 17.07.2008 Sharon Adler 





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