Rosenstraße, 27. Februar 2012 - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Juedisches Leben



AVIVA-BERLIN.de 7/26/5781 - Beitrag vom 13.02.2012


Rosenstraße, 27. Februar 2012
AVIVA-Redaktion

Aus Anlass des 69. Jahrestags des Rosenstraßen-Frauen-Protests laden zahlreiche Organisationen am 28. Februar 2012 zu einer Gedenkfeier und zu einem Zeitzeugengespräch mit Eugen Herman-Friede ein




Am 27. Februar 1943 fand die "Fabrikaktion" statt, bei der Tausende Jüdinnen und Juden an ihren Zwangsarbeitsstätten verhaftet und anschließend nach Auschwitz deportiert wurden. In Berlin waren auch viele in sogenannter Mischehe Lebende darunter, die im Sammellager in der Rosenstraße 2-4, dem ehemaligen Wohlfahrtsamt der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, interniert wurden. Als ihre Angehörigen, vorwiegend Frauen, erfuhren, wo sie sich befanden, harrten sie tagelang vor dem Gebäude aus – bis zu deren Freilassung.
Heute erinnert die Skulptur "Block der Frauen" von Ingeborg Hunzinger an diese ungewöhnliche Solidaritätsaktion während der NS-Zeit.

Gedenkfeier und Zeitzeugengespräch

Dienstag, 28. Februar 2012

17 Uhr, Rosenstraße, Berlin-Mitte, an der Skulptur der Bildhauerin Ingeborg Hunzinger

Musikalischer Auftakt: Avitall Gerstetter, Kantorin der Jüdischen Gemeinde zu Berlin
Worte des Gedenkens: Barbara Loth, Staatssekretärin in der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen, und Dr. Christian Hanke, Bezirksbürgermeister von Berlin-Mitte
Historische Einführung: Barbara Schieb, Gedenkstätte Stille Helden
El Male Rachamim: Kantorin Avitall Gerstetter
Schlusswort: Dr. Mario Offenberg, Geschäftsführer und Vorstandssprecher der Israelitischen Synagogengemeinde (Adass Jisroel)
Perek Tehilim (Psalm) und Kaddisch: Rabbiner Yaacov Zinvirt

18 Uhr, Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt, Rosenthaler Straße 39, 10178 Berlin
Gespräch mit dem Zeitzeugen Eugen Herman-Friede
(Eintritt frei)

1926 in Berlin geboren, war der jüdische Jugendliche von der Deportation bedroht und tauchte im Januar 1943 unter. Seine russisch-jüdische Mutter Anja Friede wurde am 27.2.1943 in ihrer Zwangsarbeitsfirma festgenommen und kam als Ehefrau ihres zweiten nichtjüdischen Mannes Julius Friede in die Rosenstraße. Julius Friede gehörte zu den wenigen Männern, die in der Rosenstraße standen. Anja und Julius Friede berichteten ihrem Sohn Eugen von ihren Erlebnissen, nachdem Anja Friede freigekommen war.

Mehrere Organisationen sind an der Durchführung der Gedenkveranstaltung beteiligt.

Initiativkreis: Anne-Frank-Zentrum Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten e. V. Bet Debora e.V. Bezirksamt Mitte von Berlin Deutscher Frauenrat Deutscher Juristinnenbund e.V. Frauenarbeit der Ev. Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz Gedenkstätte Deutscher Widerstand Gedenkstätte Stille Helden Israelitische Synagogen-Gemeinde (Adass Jisroel) zu Berlin Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten Stiftung Topographie des Terrors Stiftung ZURÜCKGEBEN – Stiftung zur Förderung jüdischer Frauen in Kunst und Wissenschaft Überparteiliche Fraueninitiative Berlin – Stadt der Frauen e.V.

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Rosenstraße. Ein Film von Margarethe von Trotta über den legendären Protest der Ehefrauen vom 27. Februar bis 6. März 1943 vor dem Sammellager in der Rosenstraße in Berlin 1943.



(Quelle: Bet Debora e.V.)


Jüdisches Leben

Beitrag vom 13.02.2012

AVIVA-Redaktion 






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