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AVIVA-BERLIN.de 2/26/5782 - Beitrag vom 01.10.2002


Survivors of the Shoah Visual History
Sharon Adler

Das Jüdische Museum und die Shoah Foundation machen Interviews von Überlebenden des Holocaust im multimedialen Rafael Roth Learning Center für die Öffentlichkeit zugänglich




Ab sofort sind über tausend deutschsprachige Interviews mit Überlebenden der Shoah im Jüdischen Museum Berlin für die Öffentlichkeit zugänglich.Die im Mai 2002 geschlossene, in Deutschland bisher einzigartige Kooperation zwischen dem Jüdischen Museum Berlin und der Survivors of the Shoah Visual History gGmbH hat das Ziel, einen biographiebezogenen Zugang zur Zeit des Nationalsozialismus zu schaffen, Vorurteile und Intoleranz durch den pädagogischen Gebrauch der Zeitzeugenaussagen zu überwinden. Die CD-ROM wurde speziell für den Einsatz in Schule und Unterricht konzipiert. Sie will vor allem Jugendliche dazu anregen, sich bewußt mit der deutschen Geschichte auseinander zu setzen.

Die interaktive, bereits mehrfach ausgezeichnete CD-ROM, »Erinnern für Gegenwart und Zukunft - Überlebende des Holocaust berichten«, ist nun in einer Computerstation des multimedialen Rafael Roth Learning Centers im Jüdischen Museum integriert. Sie verknüpft Berichte von Überlebenden mit Originaldokumenten, erläuternden Texten, dem umfangreichen Glossar, Fotos und Filmausschnitten.

Zu Wort kommen Zeitzeugen: jüdische Verfolgte, Sinti und Roma, Homosexuelle, Zeugen Jehovas, politische GegneInnenr der NS-Diktatur sowie HelferInnen.

Die Themengebiete "Dimensionen" ermöglichen den Einstieg in Inhalte wie:

- Mitten im Leben
- Definition und Ausgrenzung
- Täter und Zuschauer
- Deportation und Vernichtung
- Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung
- Widerstand und Untergrund
- Momente der Menschlichkeit
- Befreiung und Weiterleben
- Heute und Morgen


Die CD-ROM wurde durch die »Partners in Tolerance« (Bertelsmann AG, Hubert Burda Media, Cornelsen Verlag und Axel Springer Verlag) unterstützt und von einem engagierten Team deutscher HistorikerInnen, PädagogInnen, AutorInnen, TechnikerInnen und DesignerInnen entwickelt.

Die Integration der CD-ROM in das Rafael Roth Learning Center ist der Anfang - im Laufe der nächsten 12 Monate sollen deutsche Interviews zudem auf Videokassetten in der Museumsbibliothek archiviert werden und im Lesesaal einzusehen sein. Anhand eines PC-Search-Tools, des Shoah Foundation Testimony Catalogue, werden BesucherInnen eine Datenbank gezielt nach Namen und verschiedensten Kriterien durchsuchen können.

Das Jüdische Museum Berlin hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Erinnerung an den Holocaust anhand von Biographien als Teil der deutsch-jüdischen Geschichte wach zu halten. Sich entschlossen mit der Vergangenheit auseinander zu setzen und mit Blick auf die gesellschaftlichen Probleme der Gegenwart und der Zukunft aus ihr zu lernen.

Beeindruckend, berührend, schmerzhaft. Um es mit den Worten der Zeitzeugin Irmgard Konrad zu sagen, deren Erinnerungen auf der CD-ROM dargestellt werden:
"Ich habe mit so vielen Schülern und Schülerinnen über das gesprochen, was passiert ist, weil ich nicht will, das so etwas jemals wieder passieren kann."

Jüdisches Museum Berlin
Rafael Roth Learning Center, Libeskind-Bau, UG
Lindenstr. 9-14
10969 Berlin

CD-ROM, Web Anbindung
http://college.usc.edu/vhi


Jüdisches Leben

Beitrag vom 01.10.2002

Sharon Adler 






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