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AVIVA-BERLIN.de 2/6/5782 - Beitrag vom 25.04.2005


Jeder Mensch hat einen Namen - beteiligen Sie sich
Sarah Ross

Anlässlich des Jom HaShoah werden vom 3. bis zum 4. Mai 2005 die Namen der 55.696 ermordeten Berliner Juden und Jüdinnen vorgelesen. Die Namenslesung findet in der Fasanenstraße statt




In jedem Jahr werden zum Jom HaShoah, dem Holocaust Gedenktag, von verschiedenen Organen der Jüdischen Gemeinde zu Berlin die 55 696 Namen der Berliner Juden vorgelesen, die während des Nationalsozialismus ermordet und verfolgt wurden. Mit dieser besonderen Form des Gedenkens soll der Anonymität der Holocaustopfer entgegengewirkt werden, und gemäß dem Leitmotiv der Andacht, "Jeder Mensch hat einen Namen", den gesichtslosen Berliner Juden ihren Namen zurückgegeben werden. Der namenlosen Zahl "6 000.000" (Opfer) wird auf diese Weise wieder Leben eingehaucht.

Um mit dieser Aktion auch eine große Öffentlichkeit erreichen zu können, wurde in den vergangenen Jahren die Namenslesung am Wittenbergplatz, einem Ort mit starken Fußgängerverkehr und einer Aufmerksamkeit erregenden Präsenz, abgehalten. Aus Sicherheitsgründen wurde die Lesung bereits 2004 vor das Jüdische Gemeindehaus in der Fasanenstraße verlegt. Fremdenfeindliche und antisemitische Ausrufe von PassantInnen sollen in Zukunft die Gedenkveranstaltung nicht mehr stören.

Weltweit werden am jüdischen Holocaust Gedenktag die Namen der ermordeten Jüdinnen und Juden vorgelesen. Dennoch ist die Berliner Lesung etwas ganz besonderes: In einer knapp 30-stündigen Marathonlesung werden vom 3. Mai, ab 19:30 Uhr, bis zum 4. Mai 2005, bis 22:00 Uhr, die 55.696 Namen der Berliner Juden vorgelesen. Durchgehend von A bis Z werden der Name, das Geburtsdatum, der Wohnort, Ort der Deportation und das Sterbedatum aus dem 1995 erschienen Berliner Gedenkbuch vorgetragen.

Alle interessierten BürgerInnen sind herzlich eingeladen, sich auch in diesem Jahr wieder aktiv an der Andacht zu beteiligen, um selbst Namen aus dem "Buch der Vergessenen" vorzulesen. Mit dieser Namenslesung wird nicht nur der Opfer gedacht und die Erinnerung an die Geschichte aufrecht erhalten, sondern die Veranstaltung ist auch dem 62. Jahrestag des Aufstandes im Warschauer Ghetto gewidmet.

Namenslesung zum Jom HaShoah 2005
3. Mai, 19:30 Uhr, bis 4. Mai, 22:00 Uhr
Vor dem Jüdischen Gemeindehaus, Fasanenstraße 79/80, 10623 Berlin.


Jüdisches Leben

Beitrag vom 25.04.2005

Sarah Ross 






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