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AVIVA-BERLIN.de 11/20/5778 - Beitrag vom 19.04.2004

Sarah-Hagar-Kongress
Tatjana Zilg

Veranstalterin ist die √úberparteiliche Fraueninitiative. Vom 21.05. - 23.05.2004 werden Expertinnen aus christlicher, muslimischer und j√ľdischer Sicht √ľber "Religion - Politik - Gender" diskutieren



Zielsetzung des vom Bundesministerium f√ľr Familie, Senioren, Frauen und Jugend gef√∂rderten Sarah-Hagar-Projektes ist die Thematisierung der Genderproblematik innerhalb der Religionen. Frauen, die daran arbeiten, starre Rollenzuweisungen aufzubrechen, sto√üen innerhalb der religi√∂sen Gemeinschaften auf √§hnliche Probleme. Das Projekt Sarah - Hagar bietet die M√∂glichkeit zum Erfahrungsaustausch, Reflektion und Information.

F√ľr den Kongress konnten Expertinnen gewonnen werden, die sich professionell mit christlicher, muslimischer und j√ľdischer Religion als auch der Bahai-Glaubensrichtung auseinandersetzen.
Auf verschiedenen Dialog- und Arbeitsebenen wird das gesellschaftlich so bedeutsam gewordene Verhältnis zwischen Religion, Politik und Gender untersucht.
Das Zusammenleben im "globalen Dorf" macht einen gemeinsamen, allgemein anerkannten Bestand von ethischen Grundpositionen und gesellschaftlichen Zielen erforderlich. Der Beitrag der Religionen zur Entwicklung und Durchsetzung solcher Positionen und die Rolle, die Frauen hierbei spielen, wird hinterfragt.

Zur Er√∂ffnung des Kongresses l√§dt die √úberparteiliche Fraueninitiative am Freitagabend, dem 21. Mai 2004, zu einem Empfang in das Berliner Abgeordnetenhaus ein. Ab dem Folgetag ist der Veranstaltungsort das Charlottenburger Rathaus. Im einleitendem Plenum halten Experinnen aus den verschiedenen Religionen Kurzvortr√§ge, u.a. die Bisch√∂fin B√§rbel Wartenberg - Potter, das Mitglied der Menschenrechtskommision des Bundestages, Frau Angelika Graf, die j√ľdische Schriftstellerin und Performerin J. Langford und Dr. Sabiha El-Zayat vom Zentrum f√ľr Islamische Frauenforschung und Frauenf√∂rderung in K√∂ln. Am Samstagnachmittag werden vier parallel verlaufende Foren zu den Themen "Gesellschaft - Staat - Religion", "Religi√∂se Identit√§ten", "Dialog", "Religion und Feminismus" angeboten. Zentrales Thema hierbei ist die Reflektion der Rolle der Frau in den teils traditionell-patriarchalisch gepr√§gten Religionen. Interessierte Frauen erhalten die Gelegenheit, sich √ľber m√§nnlich dominierte Auslegungen religi√∂ser Texte sowie deren kritische Hinterfragung aus feministischen Blickwinkeln zu informieren und die eigene Identit√§tssuche entgegen Klischees, Vorurteile und Mythen zu reflektieren. F√ľr Frauen, die in religi√∂s gemischten Beziehungen leben, besteht die M√∂glichkeit, ihre Erfahrungen auszutauschen.
Am Sonntagvormittag findet eine Diskussion zum interreligi√∂sen/interkulturellen Dialog und dessen Bedeutung f√ľr die Zukunft des gesellschaftlichen und globalen Zusammenlebens statt.

Zum Hintergrund
Das Projekt wurde nach zwei zentralen Frauenfiguren der Bibel, die durch Abraham eng miteinander verbunden sind, benannt: Die Bibel erz√§hlt, dass die aus √Ągypten stammende Hagar Sarahs Magd war. Diese Stellung ist allerdings nicht als entw√ľrdigend zu verstehen, da in biblischer Zeit und in biblischem Recht Diener und Magd Mitglieder der Hausgemeinschaft sind. Hagar wurde wegen Sarahs Kinderlosigkeit Abraham, Sarahs Mann, zugef√ľhrt.

Sarah ist die Matriarchin Israels, Hagar die Matriarchin Arabiens.
So schildert es das Alte Testament, das vor der Geburt Jesus¬ī verfasst wurde, d.h. vor der Herausl√∂sung des Christentums aus dem Judentum. Dass Sarah die Mutter der J√ľdinnen und Juden ist, bedeutet also, dass Christinnen und Christen ebenfalls ihre T√∂chter und S√∂hne sind.

Die Interpretation dieser biblischen Erz√§hlung ist religionspolitisch hoch brisant. AraberInnen und J√ľdInnen sind Verwandte, die √ľber weite Fl√§chen des Nahen Ostens verstreut leben. Beide haben eine Vielzahl von St√§mmen, die alle vom gleichen Stammvater Abraham / Ibrahim abgeleitet werden. Heutzutage bekunden Eltern eine neue Verbundenheit mit der symboltr√§chtigen Geschichte Hagars, indem sie ihren T√∂chtern erstmals in der Geschichte des Judentums ihren Namen geben.

Die Teilnahme am Kongress ist bei Anmeldung bis zum 12.05. kostenfrei.
Interessentinnen können weitere Informationen zum Projekt Sarah - Hagar im Netz einsehen unter:
www.sarah-hagar.de
Ansprechpartnerin:
Nane Klingspor
klingspor@sarah-hagar.de


Jüdisches Leben Beitrag vom 19.04.2004 AVIVA-Redaktion 





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