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AVIVA-BERLIN.de 11/25/5778 - Beitrag vom 01.11.2004

18. J├╝dische Kulturtage zu Berlin vom 14. bis 29.11.2004
Sharon Adler

Konzerte, Lesungen, Theaterabende, Filme sowie Ausstellungen sind Mendelssohn & Company gewidmet. Heimlicher Untertitel des Festivals: Wer bleibt Jude?, und Wer wird Jude?



Seit ihrem Bestehen sind die j├Ąhrlich im November veranstalteten J├╝dischen Kulturtage die "kulturelle Visitenkarte" der Berliner J├╝dischen Gemeinde, offen f├╝r alle BerlinerInnen und ihre G├Ąste. Auch in diesem Jahr finden wieder mehr als 30 Konzerte, Lesungen, Theaterabende, Filmvorf├╝hrungen sowie Ausstellungen statt. Sie widmen sich einem Berliner Thema: der Geschichte der Mendelssohns - einer gro├čen deutschen Familie j├╝discher Herkunft.

Familienbande und Familienbanden sind nicht ganz dasselbe.
Die Mendelssohns, denen die diesj├Ąhrigen J├╝dischen Kulturtage gewidmet sind, waren keine Sippe der undurchsichtigen Machenschaften, aber ein erfolgreicher, einflussreicher Clan, eng verbunden, oft abgeschottet, eine gro├čb├╝rgerliche Dynastie. Familiengl├╝ck, Familienglanz, Familienmacht: Die strahlende und auch die kritische Erinnerung daran, dass Bankiers, K├╝nstler, Gelehrte aus diesem Verwandtschaftsverbund ├╝ber f├╝nf Generationen Berliner, preu├čische, deutsche Geschichte gepr├Ągt haben, ist vom Wind des vergangenen Jahrhunderts verweht worden.

Sich nun "den Mendelssohns" zu widmen, hat dabei viele aktuelle Anl├Ąsse:

  • Vor 70 Jahren vertrieben die Nazis den V├Âlkerrechtler Albrecht Mendelssohn Bartholdy aus seinem Hamburger Institut f├╝r Ausw├Ąrtige Politik in die Emigration
  • Vor 150 Jahren starb das schwarze Schaf der Familie, der Sozialist Arnold Mendelssohn, als t├╝rkischer Milit├Ąrarzt auf einem Feldzug des Krimkrieges
  • Vor 175 Jahren begann die Bach-Renaissance mit der Wiederauff├╝hrung der Matth├Ąus-Passion durch Felix Mendelssohn Bartholdy, dessen Schwester Fanny im gleichen Jahr den preu├čischen Hofmaler Wilhelm Hensel heiratete
  • Vor 175 Jahren wurden in mehreren deutschen St├Ądten erstmals karitative und bildungsf├Ârdernde Moses-Mendelssohn-Stiftungen gegr├╝ndet
  • Vor 175 Jahren starb der Schriftsteller Friedrich Schlegel, den Moses Mendelssohns Skandaltochter Dorothea vor 200 Jahren in Paris, kurz nach ihrer Taufe, der ersten in der Familie, geheiratet hatte
  • Vor 200 Jahren wurde das Berliner Bankhaus J. & A. Mendelssohn von zwei S├Âhnen des Philosophen Moses gegr├╝ndet. Einer von ihnen, Abraham, begr├╝ndete im gleichen Jahr durch seine Hochzeit mit Lea Salomon die sp├Ątere Familie Mendelssohn Bartholdy
  • Vor 275 Jahren kam in Dessau Moses Mendelssohn zur Welt...

Doch geht es bei den J├╝dischen Kulturtagen nicht nur um die Erinnerung an diese teils ferne Geschichte - die Auseinandersetzung mit der Familie Mendelssohn stellt auch die Frage nach j├╝discher Identit├Ąt: Viele Mendelssohns haben sich taufen lassen und so das religi├Âse Verm├Ąchtnis ihres ber├╝hmten j├╝dischen Stammvaters veruntreut. Trotzdem und erst recht soll dieses Festival die Mendelssohns, denen ihre Abstammung von dem Emanzipationspionier Moses immer viel bedeutet hat, an Orte der J├╝dischen Gemeinde "zur├╝ckbringen" - ohne sie r├╝ckwirkend j├╝discher zu machen, als sie es im Verlauf der Assimilationsgeschichte sein wollten. Daneben sucht das Festival gezielt nach "Mendelssohn-Orten", und zeigt so, wie pr├Ąsent die Familie bis ins heutige Berlin ist.

Er├Âffnet werden die J├╝dischen Kulturtage in der Synagoge Rykestra├če von dem britischen Star-Cellisten Steven Isserlis, der mit so prominenten KollegInnen wie der Bratschistin Tabea Zimmermann Werke von drei Mendelssohn-Komponisten auff├╝hrt. Neben Isserlis┬┤ k├╝nstlerischer Qualit├Ąt ist hier im ├╝brigen eine direkte Verwandtschaft zu erw├Ąhnen: V├Ąterlicherseits stammt Isserlis von einem ber├╝hmten Krakauer Rabbi ab, der zu den Vorfahren Moses Mendelssohns z├Ąhlte, m├╝tterlicherseits ist er mit dem Synagogal-Komponisten Levandowsky verwandt, den Bankier Alexander Mendelssohn gef├Ârdert hat.

Die Reise zu historischen Mendelssohn-Orten beginnt dann in der Kalkscheune, wo Moses Mendelssohns j├╝ngster Sohn Nathan seine letzten Lebensjahre verbrachte: hier erklingt Kammermusik seines Enkels Arnold Mendelssohn, der 1933 verstarb, in der einstigen Singakademie (dem heutigen Maxim Gorki Theater), wo neunzehn Mendelssohns aktiv waren, ist das Orchesterwerk dieses dritten, sp├Ątromantischen Komponisten der Familie zu h├Âren. Im Gr├╝nen Salon der Volksb├╝hne, die ziemlich genau das Terrain des ehemaligen Scheunenviertels abdeckt, wird Nathans rebellischer Sohn Arnold, der als Armenarzt am Rosenthaler Tor wirkte, mit einem Lesungs- und Liederabend gew├╝rdigt. In der J├Ągerstra├če am Gendarmenmarkt, wo die Mendelssohns sechs H├Ąuser besa├čen, wird die Remise des Stammhauses der Mendelssohn-Bank dem Publikum pr├Ąsentiert - mit einer Ausstellung ├╝ber die Bankiers, ihre Salons und ihr Unternehmen, das 1938 liquidiert wurde.
Im Berliner Ensemble wird am Samstag, 27.11.2004 mit einer Szenischen Lesung und einer Konzert-Hommage Esther Ofarims der beiden Bankierskinder Francesco und Eleonora von Mendelssohn gedacht, die als Regisseur und Schauspielerin auf Berliner B├╝hnen wirkten, bevor sie in die Emigration fl├╝chteten. Und im TIPI am Kanzleramt, nahe dem historischen Standort jenes gro├čen Stadtpalais┬┤ Paul von Mendelssohn-Bartholdys, das den Germania-Pl├Ąnen Albert Speers weichen musste, feiern die Kulturtage ihr festliches Finale: "Die lange Nacht der Mendelssohns..."

An den j├╝dischen Orten dieser Stadt widmen sich die Kulturtage dann dem heimlichen Untertitel dieses Festivals, den Fragen "Wer bleibt Jude?", "Wer wird Jude?" Das Identit├Ąts-Thema taucht bei Konzerten und Filmen, bei Podiumsdiskussionen und Vortr├Ągen auf. Das Gemeindezentrum Fasanenstra├če veranstaltet zudem unter der ├ťberschrift "Wir Kinder Mendelssohns" den "Tag der Gemeinde" - und ├Âffnet sich so allen interessierten G├Ąsten.

Das komplette Programm ist online unter:
www.juedische-kulturtage.org


Veranstalter:

J├╝dische Gemeinde zu Berlin / J├╝dische Kulturtage
Fasanenstra├če 79-80, 10623 Berlin
Tel: 030-8802 8254, Fax: 030-8802 8259
Mail: jkt@jg-berlin.org
www.juedische-kulturtage.org
Leitung: Albert Meyer
Konzept und Beratung: Thomas Lackmann

Tickets und Informationen:

Eintrittkarten f├╝r die Veranstaltungen der "J├╝dischen Kulturtage" sind ab sofort erh├Ąltlich an allen ├╝blichen Vorverkaufsstellen, ├╝ber die Ticket-Hotline 0180 -557 00 00 (12 ct/ Min.) sowie im Internet unter www.eventim.de. Au├čerdem k├Ânnen Karten in der Literaturhandlung, Joachimstaler Stra├če 13, 10719 Berlin, Tel. 030-882 42 50 erworben werden.

Die Abendkasse ├Âffnet bei allen Veranstaltungen in der Regel 1 Stunde vor Veranstaltungsbeginn.

F├╝r die Veranstaltungen in den Berliner Theatern erhalten Sie Eintrittskarten auch (im Berliner Ensemble ausschlie├člich) in den Vorverkaufskassen der jeweiligen H├Ąuser:

  • Berliner Ensemble, Berthold-Brecht-Platz 1, 10118 Berlin
    Tel: 030-284 08 155, Fax: 030-284 08 115, Mail: theaterkasse@berliner-ensemble.de
  • Maxim Gorki Theater, Am Festungsgraben 1, 10117 Berlin
    Tel: 030-202 21 115, Fax: 030-202 21 128, Mail:ticket@gorki.de
  • Deutsche Oper Berlin, Theaterkasse, Bismarckstra├če 35, 10627 Berlin
    Tel: 0700-673 723 75 46, Fax: 030-34 38 455, Mail: info@deutscheoperberlin.de
  • TIPI - das Zelt am Kanzleramt, Gro├če Querallee, 10557 Berlin
    Tel: 0180 - 3279358, Fax: 030-39838436, Mail: karten@tipi-das-zelt.de
Karten f├╝r die Filmreihe der J├╝dischen Volkshochschule im Kino Arsenal sind an der Kinokasse erh├Ąltlich, telefonische Vorbestellungen sind unter 030-2695 5100 m├Âglich.

Jüdisches Leben Beitrag vom 01.11.2004 Sharon Adler 





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