Hackerangriff auf das jüdische Webmagazin HaGalil - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Juedisches Leben



AVIVA-BERLIN.de 2/28/5782 - Beitrag vom 06.02.2006


Hackerangriff auf das jüdische Webmagazin HaGalil
Sarah Ross

Einen Tag nachdem das Onlinemagazin die umstrittenen Mohammed-Karikaturen auf seiner Website veröffentlichte, wurde diese am 2. Februar 2006 gehackt. Alle Daten wurden vom haGalil-Server gelöscht.




Das kostenlose Online-Magazin haGalil, eines der größten deutschsprachigen Webmagazine rund um das Thema Judentum, Israel, Antisemitismus und Rechtsextremismus, informiert seine LeserInnen zur Zeit leider nicht mehr über die mannigfaltigen Aspekte jüdischen Lebens, seiner Religion, Geschichte und Kultur. Am vergangenen Donnerstag (2. Februar 2006), um 6 Uhr morgens, wurde der Server des 1995 gegründeten Magazins von Unbekannten gehackt und sämtliche Daten gelöscht. Laut Herausgeber David Gall befanden sich auf dem Server fremde Scripte, die vermutlich die Datenlöschung herbeigeführt haben.
Neben www.hagalil.com sind auch noch rund 60 weitere Seiten - wie antisemitismus.net, berlin-judentum.de, israel-information.net, jewish-conspiracy.com, judentum.org, klick-nach-rechts.de, koscher.net, nahost-politik.de und zionismus.info - betroffen.

Dass haGalil ein beliebtes Angriffsziel für Neonazis und Rechtskonservative ist, war für die BetreiberInnen David Gall und Eva Ehrlich schon lange kein Geheimnis mehr. Doch ist nun zu vermuten, dass in diesem aktuellen Fall die Hacker aus einer ganz anderen Ecke kommen: Einen Tag vor dem Angriff wurden auf der Website von haGalil die strittigen Karikaturen des Propheten Mohammed, zuerst in der auflagenstärksten dänischen Tageszeitung "Jyllands-Posten", veröffentlicht und diese antisemitischen und antiamerikanischen Karikaturen gegenübergestellt.

Dazu David Gall, der Herausgeber des Portals:
"Die IP-Adresse, von der aus eine entsprechende Datei eingesetzt worden ist, [...] führt nach Qatar." Ein Zufall? Genaueres ist jedoch im Moment noch nicht bekannt, das Landeskriminalamt Bayern untersucht derzeit den Fall.
Obwohl laut Herausgeber ein Großteil der Daten als Sicherungskopie vorhanden ist, wird es eine geraume Zeit dauern, bis die Auswertung der log-Files und der back-ups beendet ist. Der genaue Umfang des Schadens bleibt demnach noch abzuwarten, inzwischen können aber technische Gründe oder ein Versehen als Ursache ausgeschlossen werden. Dies wiederum lässt die Annahme, dass haGalil aus ideologischen Gründen zerstört wurde, immer wahrscheinlicher werden. Es sei an dieser Stelle betont, dass das Online-Magazin sich stets gegen die Schwarz-Weiß-Malerei und die Polarisierung gegen Muslime gewandt und auch nie eine negative Stimmung gegen den Islam verbreitet hat.

Auch die Website der französischen Zeitung France Soir ist nicht mehr online erreichbar. Auch diese Zeitung hatte am Donnerstag die umstrittenen Mohammed-Karikaturen gedruckt.

Das Online-Magazin haGalil ist besonders jetzt auch auf Ihre Unterstützung angewiesen! Informationen dazu sowie Links zu diversen Artikeln zum Thema finden Sie unter www.hagalil.de.

Alle weiteren Informationen gibt es beispielsweise auch unter:
www.spiegel.de, www.wikipedia.de, www.heise.de und www.virenschutz.info.




Jüdisches Leben

Beitrag vom 06.02.2006

Sarah Ross 






AVIVA-News bestellen
  AVIVA-Berlin auf Facebook AVIVA-Berlin auf twitter



Das Glück zu leben - The euphoria of being. Ab 30.09.2021 im Kino

. . . . PR . . . .

Das Glück zu leben - The euphoria of being
Dokumentarfilm von Réka Szabó über die Entstehung einer Tanzperformance, in der die 90-jährige Éva Fahidi im getanzten Dialog mit einer jungen Tänzerin über ihr Leben und Schicksal erzählt, als einzige ihrer Familie das KZ Auschwitz überlebt zu haben.
Mehr zum Film und der Trailer unter: www.filmkinotext.de/das-glueck-zu-leben

Esther Dischereit - Mama, darf ich das Deutschlandlied singen. Politische Texte

. . . . PR . . . .

Esther Dischereit - Mama, darf ich das Deutschlandlied singen. Politische Texte
Jüdisch. Solidarisch. Antirassistisch. Der Essayband mit einem Vorwort von Aleida Assmann knüpft an die beiden Aufsatzbände "Übungen jüdisch zu sein" und "Mit Eichmann an der Börse" an.
Mehr zur Autorin, zum Buch, sowie Bestellung unter: www.mandelbaum.at

Ich bin noch nie einem Juden begegnet …

. . . . PR . . . .

Ich bin noch nie einem Juden begegnet
»Das Geschichtenerzählen ist Teil der jüdischen DNA«, meint Peninnah Schram, Literaturprofessorin und eine der Protagonistinnen in Haase-Hindenbergs neuem Buch. In einem außergewöhnlichen literarischen Stil erzählt er von den Lebensgeschichten jüdischer Menschen in Deutschland.
Mehr Informationen zum Buch und Bestellungen unter: www.edition-koerber.de

Walter Kaufmann – Welch ein Leben! Bundesweiter Kinostart am 30.9.21

. . . . PR . . . .

Walter Kaufmann. Welch ein LebenDie Lebensgeschichte des jüdischen Schriftstellers und Korrespondenten Walter Kaufmann vom Kindertransport nach Großbritannien über die DDR und um die ganze Welt erzählt dieser berührende Film.
Alle Infos, der Trailer und Termine unter: www.walterkaufmannfilm.de

Hila Amit - Hebräisch für Alle. Von der Sprache zur Vielfalt.

. . . . PR . . . .

Hila Amit - Hebräisch für Alle
Das erste queere und feministische Hebräisch-Lehrbuch in Deutschland. Das Arbeitsbuch enthält zahlreiche lebensnahe Beispiele und Übungen, um den Wortschatz direkt anzuwenden und zu verinnerlichen.
Mehr Informationen zum Buch und Bestellung unter: www.edition-assemblage.de

Rosh HaShana 5782 - Shana tova u-metuka!

AVIVA wishes you a sweet, healthy and happy Rosh HaShana!
AVIVA wünscht ein süßes, glückliches, friedliches und gesundes Neues Jahr 5782!

Online: Die Videoaufzeichnung der Panel-Diskussion "Fragmented Narratives"

Erinnerungspolitiken im Spiegel von Rassismus und Antisemitismus in Geschichte und Gegenwart.
Mit Dr. Lea Wohl von Haselberg, Veronika Kracher, Dr. Ingrid Strobl, Dr. Michal B Ron. Moderiert von Sharon Adler. Im Rahmen der Ausstellung mit Werken von Elianna Renner und Sharon Paz bei alpha nova & galerie futura

Es war einmal ein Töpfchen

. . . . PR . . . .

Es war einmal ein Töpfchen
Alona Frankels "Sir haSirim" (Hebr., der Topf der Töpfe) gilt als erstes Kleinkinderbuch zum Thema "Töpfchentraining". Der israelische Kinderbuchklassiker aus dem Jahr 1975 ist jetzt auf Deutsch erschienen!
Mehr Infos zu den Büchern und zum Ariella Verlag unter:
www.ariella-verlag.de

Wir leben in Wohnungen mit Vergangenheit


Kooperationen

HentrichHentrich
Jewish Womens Archive
Jüdisches Museum Berlin
Bet Debora
Hagalil
JVHS
Ohel Hachidusch