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AVIVA-BERLIN.de 10/20/5781 - Beitrag vom 17.08.2005


Tu B´Av - der jüdische sweethearts day
Sarah Ross

Am 20. August 2005 - dem 15. Av 5765- wird wieder das jüdische Pendant zum Valentinstag gefeiert: Er ist einer der fröhlichsten Feiertage und ein guter Tag, um sich zu verloben.




Tu B´Av, der 15. des jüdischen Monats Av, wird eine Woche nach Tisha B´Av (9. Av), dem traurigsten Tag im jüdischen Kalender - an dem der Zerstörung des zweiten Tempels gedacht wird - gefeiert. Über viele Jahrhunderte hinweg war dieser so genannte Halbfeiertag in Vergessenheit geraten, doch seit der Gründung des modernen Staates Israel können wir ein Revival von Tu B´Av miterleben: Einige der Kibbutzim (BewohnerInnen eines Kibbutz) "adoptierten" diesen Tag als eine Art jüdischen Valentinstag.

Doch was ist der Hintergrund, der Ursprung von Tu B´Av, und warum ist dieser Tag ein so fröhlicher Tag? Durch die gesamte Geschichte hindurch sind dem jüdischen Volk am 15. des Monats Av viele gute Dinge widerfahren. Der Talmud nennt mehrere Gründe, warum man sich an diesem Feiertag freuen soll: Unter anderem endete nach der Wanderung der IsraelitInnen durch die Wüste im vierzigsten Jahr das Sterben der Menschen infolge der "sin of the spies" . Während der Herrschaft Davids (ca. 1010-970 v. Z.) erlaubte das Königreich Judea den Menschen seines befeindeten Nachbarreiches Israel, wieder Opfer zum Tempel nach Jerusalem zu bringen, und ebenfalls an Tu B´Av - nach dem Bar Kochbar Aufstand im Jahr 135 - wurde es den Juden wieder erlaubt, ihre Toten zu beerdigen.

Aber der 15. Av ist vor allem ein Tag an dem zahlreiche Restriktionen gegenüber den Frauen aufgehoben wurden: Die Torah berichtet von dem Zugeständnis des Erbrechts an die Töchter Zelophats. Während des Bürgerkrieges, zur Zeit der Richter, war es den Frauen verboten, die Männer des Stammes Benjamin zu heiraten. Auch dieses Verbot wurde an Tu B´av aufgehoben und die Stämme wurden wieder vereint. Doch vor allem wird an diesem Tag die strikte Trennung der Geschlechter aufgehoben, und die Frauen sind nicht gezwungen, ihre Schönheit zu bedecken. So wurde Tu B´Av bereits in der Antike zu einem Tag des Flirtens, zum einem Feiertag, der den Singles gewidmet ist.

Schon die Mishnah berichtet über die heute wieder geläufigen Traditionen an Tu B´Av: So gingen bereits damals junge, ledige Frauen in geborgten weißen Kleiden raus in die Weinberge und tanzten. Dann kamen die Männer in die Felder und wählten sich eine Braut. Der Tausch der Kleider sollte verhindern, dass die Männer sich ihre Braut nach ihrem Äußeren, oder dem Reichtum ihrer Familie wählten, sondern danach, wie freundlich, liebevoll und mitfühlend die Frau ist. Die Frauen sangen: "Anmut ist trügerisch und Schönheit - bedeutungslos".

Heute ist es in Israel an Tu B´Av ein gängiger Brauch, rote Rosen an den Menschen zu verschenken, den man liebt, aber auch an enge FreundInnen und Verwandte. Dieser Strauß roter Rosen ist das bedeutendste Symbol dieses Feiertages. Da Tu B´Av in Israel immer mehr an Popularität gewinnt, werden den ganzen Tag über romantische Lieder im Radio gesendet und am Abend zahlreiche "Holiday of Love"-Partys gefeiert.

Da Tu B´Av eine Woche nach Tisha B´Av, dem Gedenktag an den tiefsten Punkt in der jüdischen Geschichte, gefeiert wird, ist er heute nicht nur ein Tag der Hoffnung und des Fortbestands, sondern auch ein Tag der Liebe - ein guter Tag, um sich zu verloben. Denn gemäß dem Talmud ist jeder und jedem von uns ein Seelenverwandter bzw. eine Seelenverwandte - the perfect match oder Bashert - zugedacht.


Jüdisches Leben

Beitrag vom 17.08.2005

Sarah Ross 






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