Trauer um den grausam ermordeten Pariser Juden Ilan Halimi - Aviva - Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de Juedisches Leben
AVIVA-Berlin .
.
P
R
.
.

Juedische Allgemeine - Wochenzeitung f├╝r Politik, Kultur, Religion und J├╝disches Leben AVIVA_gegen_AFD Stiftung Zur├╝ckgeben
AVIVA-Berlin > Jüdisches Leben AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook AVIVA-Berlin auf twitter
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   J├╝disches Leben
   Veranstaltungen in Berlin
   Koscher + Vegetarisch
   Writing Girls
   Interviews
   Literatur
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 


Happy Birthday AVIVA




AVIVA wishes you a happy and peaceful New Year 2018




Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de 11/25/5778 - Beitrag vom 24.02.2006

Trauer um den grausam ermordeten Pariser Juden Ilan Halimi
Sarah Ross

Nach dem Foltermord an dem j├╝dischen Verk├Ąufer in Paris wurden sieben Tatverd├Ąchtige inhaftiert und der mutma├čliche Hauptt├Ąter, Youssouf Fofana, konnte an der Elfenbeink├╝ste gefasst werden.



NEWSDie Jerusalem Post berichtet am 24. Februar 2006, dass die Pariser Vorstadtbande, die Ilan Halimi entf├╝hrte, mit der Hamas in Verbindung stehen soll.
Den Artikel aus der Jerusalem Post finden Sie hier.

Am 21. Januar 2006 wurde der 23-j├Ąhrige, j├╝dische Verk├Ąufer Ilan Halimi von einer jungen Frau in eine Falle gelockt und von einer Pariser Vorstadt-Bande, die sich selbst "die Barbaren" nennt, drei Wochen lang gefoltert.
Am 13 Februar fand man Halimi schlie├člich mit Brand- und Folterwunden sterbend bei einem Bahnhof in der N├Ąhe von Paris. Derweil haben die Pariser Beh├Ârden, die das Motiv der antisemitischen Gewalt in die Ermittlungen miteinbezogen, sieben Tatverd├Ąchtige verhaftet. Auch der Kopf der Bande, Youssouf Fofana, der sich in die Elfenbeink├╝ste absetzten konnte, wurde nun bei einer Stra├čensperre in Abidjan gefasst.

Laut dem belgischen TV- und H├Ârfunksender BRF finden heute in den Hauptsynagogen in Paris und Br├╝ssel Gedenkfeiern f├╝r den ermordeten Ilan Halimi statt. Neben Staatspr├Ąsident Chirac und Premierminister Dominique de Villepin planen auch F├╝hrer der muslimischen Gemeinde, an der Zeremonie teilzunehmen. In der franz├Âsischen Hauptstadt sei zudem f├╝r den kommenden Sonntag eine gro├če Demonstration gegen Antisemitismus und Rassismus geplant.

Ilan Halimi starb nicht nur aus Habgier, sondern auch wegen eines Jahrhunderte alten, antisemitischen Weltbildes, das immer noch in den K├Âpfen von Menschen im 21. Jahrhundert herumschwirrt. Die Jugendbande aus dem Pariser Einwanderermilieu beabsichtigte durch die Entf├╝hrung ein L├Âsegeld von 450.000 Euro zu erpressen. Warum gerade der j├╝dische Verk├Ąufer dieser Bande zum Opfer fiel ist genauso simpel wie erschreckend: Sie hatten Ilan Halimi ausgesucht, weil er Jude war! Und ein Jude, so deren Schlussfolgerung, hat Geld.
Allein dieses judenfeindliche Stereotyp, das Juden mit Reichtum gleichsetzt, sorgte in Frankreich f├╝r gro├čes Entsetzen.

Zwar legte der 25-j├Ąhrige Hauptt├Ąter Youssouf Fofana, der sich selbst als das "Hirn der Barbaren" bezeichnet, nach Polizeiangaben ein Teilgest├Ąndnis ab, doch leugnet er bisher jegliche antisemitische Hintergr├╝nde der grausamen Tat. Unter den insgesamt 13 Verd├Ąchtigen, die Halimi in einer Sozialwohnung in Bagneux gefangen gehalten haben, sind auch drei Frauen, gegen die nun ein Verfahren eingeleitet wurde. Die Mitglieder der Bande sind unterschiedlicher Hautfarben und Herkunft: Unter ihnen sind Wei├če, arabischst├Ąmmige Franzosen und Schwarze ÔÇô fast alle arbeitslos und zwischen 17 und 32 Jahre alt.
Es hei├čt, dass die Erpresserband zudem noch in sechs weitere Entf├╝hrungen verwickelt sein soll.

Was bei diesem Verbrechen ins Auge f├Ąllt ist, dass aufgrund der schweren Verletzungen des Opfers die ausge├╝bte Gewalt nicht unmittelbar an den Zweck der Erpressung gebunden war. So wurden auch die Angeh├Ârigen von Ilan Halimi nicht mittels Fotos von seinen Verletzungen unter Druck gesetzt. Ob nun wirklich nur die finanzielle Habgier der T├Ąter das Hauptmotiv f├╝r den Foltermord an dem Pariser Juden war, erscheint vor diesem Hintergrund doch sehr fraglich. Und ob der Mord an Ilan Halimi nun auf die Karte der unkontrollierten Jugendkriminalit├Ąt in den Vorst├Ądten, oder auf die des moslemischen Judenhasses in Frankreich geht, sei den ErmittlerInnen ├╝berlassen.

Fest steht jedoch, dass ein nicht unerheblicher Teil von den 600.000 in Frankreich lebenden Juden und J├╝dinnen (viele von ihnen stammen aus den Exkolonien in Nordafrika) inmitten der moslemischen MigrantInnen-Familien wohnen. Sie sind bereits mehrmals Opfer des Hasses geworden und ihre Besorgnis nimmt mit diesem Verbrechen weiterhin zu. Dass Ilan Halimi der Sohn einer allein erziehenden Mutter von drei Kindern war und nur ein kleines Angestelltengehalt besa├č, interessierte niemanden der Entf├╝hrerInnen!

Weitere Hintergrundinformationen finden Sie unter:
www.hagalil.com, www.swr.de, www.swissinfo.org und www.brf.be


Jüdisches Leben Beitrag vom 24.02.2006 Sarah Ross 





  © AVIVA-Berlin 2018 
zum Seitenanfang suche sitemap impressum datenschutz home Seite weiterempfehlenSeite drucken