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AVIVA-BERLIN.de 11/20/5778 - Beitrag vom 27.10.2005

Exil in Shanghai
Katrin Brummund

"Geschichte durch Geschichten erz├Ąhlen" - so k├Ânnte das Motto des Rafael Roth Learning Centers lauten. Eine multimediale Erz├Ąhleinheit informiert ├╝ber das Leben j├╝discher Fl├╝chtlinge in Shanghai.



Eine zusammengew├╝rfelte Gesellschaft an Deck eines italienischen Luxusliners, eine bunte Kinderschar an Bord der Transsibirischen Eisenbahn: Touristen auf der Reise in den sonnigen S├╝den? - K├Ânnte man meinen.
Doch die vermeintlichen UrlauberInnen, die hier sonnengeblendet in die Kamera blinzeln, sind j├╝dische Fl├╝chtlinge auf dem Weg ins Exil, einen Ort, den viele sp├Ąter als "die H├Âlle" bezeichnen werden.

Nach dem Novemberpogrom von 1938 stiegen die Auswanderungszahlen f├╝r die noch in Deutschland lebenden Juden und J├╝dinnen rapide an. F├╝r begehrte Exill├Ąnder wie die Vereinigten Staaten, Gro├čbritannien oder Pal├Ąstina galten l├Ąngst Einreisebeschr├Ąnkungen. Der einzige Ort der Welt, der 1938 noch ohne Auflagen zu erreichen war, war die chinesische Millionenstadt Shanghai, das "Exil der kleinen Leute".

Knapp 20 000 Menschen gelang bis 1941 die Emigration. Nach der wochenlangen Anreise sahen die Fl├╝chtlinge in Shanghai einer ungewissen Zukunft entgegen. Die meisten der j├╝dischen ExilantInnen waren mittellos, hatten ihre letzten Ersparnisse f├╝r den Schiffstransfer ausgegeben. Hunger, Arbeitslosigkeit und kalte Winter erwartete sie in der Hafenstadt.

┬ę J├╝disches Museum BerlinW. Michael Blumenthal, Direktor des J├╝dischen Museums Berlin und selbst "Shanghait" erinnert sich: "Shanghai war eine Insel, um die herum der Chinesisch-Japanische Krieg tobte, es gab dort kaum Gesetze und noch weniger Arbeit, das Klima war ungesund, es herrschte Willk├╝rjustiz, Verbrechen und unvorstellbare Armut [...] Kurzum, Shanghai war das Exil letzter Wahl."

Das armselige Leben ├╝berstanden viele ExilantInnen nur mit der hoffnungvollen Aussicht auf ein Leben nach dem Krieg. Diese "Zwischenstationsmentalit├Ąt" f├╝hrte nach der Kapitulation Japans im August 1945 zu einer rasch einsetzenden Weiterwanderung der Fl├╝chtlinge: Auf der Suche nach Angeh├Ârigen zog es die meisten "Shanghail├Ąnder" in die USA oder nach Pal├Ąstina, nur ein geringer Teil kehrte in die Heimat nach Deutschland bzw. ├ľsterreich zur├╝ck.

Anhand von Fotos, Videos und Audios k├Ânnen sich die BesucherInnen des Rafael Roth Learning Centers die Geschichte von W. Michael Blumenthal und vieler anderer Shanghai-Exilanten vergegenw├Ąrtigen. Auf 500 Quadratmetern stehen 20 Computer-Stationen bereit, die mittels dieser und anderer "multimedialer Geschichten" ├╝ber deutsch-j├╝dische Geschichte und Kultur informieren.



Exil in Shanghai
Eine multimediale Geschichte im Rafael Roth Learning Center
J├╝disches Museum Berlin
Lindenstra├če 9-14
10969 Berlin
Tel.: 030 - 25 99 33 00
Fax: 030 - 25 99 34 09
www.jmberlin.de



Jüdisches Leben Beitrag vom 27.10.2005 Katrin Brummund 





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