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AVIVA-BERLIN.de 10/21/5778 - Beitrag vom 19.10.2006

Ausstellung bis 28.10.2006 zu Ehren von Rahel Varnhagen von Ense
Silvy Pommerenke

"Lebensbilder, die Zukunft zu bev├Âlkern - Von Rahel Levins Salon zur Sammlung Varnhagen" in der Mendelssohn-Remise, J├Ągerstra├če 51, nur wenige Schritte neben dem einstigen Wohnhaus der jungen Rahel



In der Ausstellung werden Handschriften und Erstausgaben aus dem Varnhagen-Kreis, eine B├╝ste Karl August Varnhagens sowie Portraits gezeigt. Diese hatte die Nichte von Karl August Varnhagen, Ludmilla Assing, von den SalonbesucherInnen in der Mauerstra├če 36 angefertigt. Ein Schwerpunkt der Sammlung liegt auf der Briefkultur und der Entwicklung weiblicher Bildung ("Philosophinnen ├á la lettre"), sowie der Bereich mit dem Titel "Das Literatenthum im Weiberrock", der von der jahrzehntelangen Polemik gegen die Varnhagenschen Nachlassver├Âffentlichungen erz├Ąhlt, die Ludmilla Assing steckbriefliche Verfolgung in Preu├čen und lebenslanges Exil in Florenz eintrugen.

Die Sammlung Varnhagen enth├Ąlt ca. 6.000 Briefe von Rahel Varnhagen, s├Ąmtliche an sie gerichtete Briefe sowie die Tageb├╝cher des Karl August von Ense. Sie wurde in der NS-Zeit geteilt und befindet sich heute in Berlin und in Krakau.

Die Ausstellung wird am 28. Oktober um 18 Uhr mit einem Gedenkabend f├╝r Carola Stern abschlie├čen, die in diesem Jahr verstorben ist und eine lesenswerte Biographie zu Rahel Varnhagen verfasst hat. Daraus, und aus Briefen der Rahel Zeit wird von Nikolaus Gatter, dem Vorsitzenden der Varnhagen Gesellschaft e. V., und Marion Johannknecht gelesen, sowie eine musikalische Darbietung von Beethoven, Schumann und Schubert dargeboten (Eva Bullmann und Kathrein Allenberger). Anschlie├čend wird die Ausstellung im Januar und Februar 2007 zu Ehren von Sophie von La Roche in der Volkshochschule zu Offenbach am Main gezeigt.

Rahels Leben
Sie wurde am 19. Mai 1771 in Berlin unter dem Namen Rahel Levin geboren und wuchs in Berlin als Tochter einer verm├Âgenden j├╝dischen Bankiersfamilie auf. Ihre fehlende Bildung glich Rahel durch ein autodidaktisches Bildungsprogramm aus. Sie lernte Fremdsprachen, nahm Geigenunterricht und Kompositionslehre, und sie besuchte private Berliner Vorlesungen - ihr Bildungshunger schien keine Grenzen zu haben. Dies und ihre Kommunikationsbereitschaft f├╝hrte 1790 zur Bildung ihres ber├╝hmten Salons. Der erste, der von einer unverheirateten Frau gef├╝hrt wurde. Sie versammelte darin Intellektuelle aus unterschiedlichen St├Ąnden und unterschiedlichen Religionen. Er entwickelte sich rasch zu dem wahrscheinlich wichtigsten Zentrum der Berliner Fr├╝hromantik und existierte bis 1806. Acht Jahre sp├Ąter, 1814, heiratete sie den um vierzehn Jahre j├╝ngeren Karl August Varnhagen von Ense und konvertierte zum Christentum. Einen zweiten Salon f├╝hrte sie von 1819 bis 1833 in der Mauerstra├če 36, und sie zeichnete sich au├čerdem durch ihren exorbitanten Briefwechsel aus, der in Teilen von ihrem Ehemann posthum unter dem Titel "Rahel. Ein Buch des Andenkens f├╝r ihre Freunde" herausgegeben wurde. Zu diesen FreundInnen z├Ąhlten neben den Gebr├╝dern Humboldt unter anderen Henriette Herz, Heinrich von Kleist, Heinrich Heine, Gr├Ąfin von Zeppelin, Bettine von Arnim, Ludwig B├Ârne und Prinz Louis Ferdinand, der sie z├Ąrtlich "meine Kleine" nannte.

Rahel Varnhagen starb am 7. M├Ąrz 1833. Ihr Grab befindet sich auf dem Dreifaltigkeits-Kirchhof in Kreuzberg, Baruther Str./Ecke Mehringdamm, 10961 Berlin.

Rahel Varnhagen im Netz: www.varnhagen.info

Die Ausstellung:
3. bis 28. Oktober 2006
"Lebens b i l d e r, die Zukunft zu bev├Âlkern"
Von Rahel Levins Salon zur Sammlung Varnhagen
Ort: Mendelssohn-Remise, J├Ągerstr. 54, Berlin-Mitte (am Gendarmenmarkt)
├ľffnungszeiten: t├Ąglich au├čer 18. und 25. 10.) 11-18 Uhr
Eintritt frei

Weiterlesen:

  • Arendt, Hannah. Rahel Varnhagen. Lebensgeschichte einer deutschen J├╝din aus der Romantik. M├╝nchen 1959.90008115&artiId=1247531"
  • Hahn, Barbara, Isselstein, Ursula (Hrsg.). Rahel Levin Varnhagen. Die Wiederentdeckung einer Schriftstellerin. G├Âttingen 1987.
  • Hertz, Deborah: Die j├╝dischen Salons im alten Berlin. Frankfurt am Main 1991.90008115&artiId=1335508"
  • Stern, Carola: Der Text meines Herzens. Das Leben der Rahel Varnhagen. Reinbek bei Hamburg. 1994.90008115&artiId=1454606"
  • Wilhelmy, Petra: Der Berliner Salon im 19. Jahrhundert (1780 - 1914). Berlin 1989.90008115&artiId=1481298"


Jüdisches Leben Beitrag vom 19.10.2006 Silvy Pommerenke 





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